Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

WISSENSCHAFT

Wie eine App die mentale Gesundheit verbessern soll

Ob happy oder nicht – der Mood Tracker zeichnet die eigene Stimmung genau auf. [Screenshot: Jacqueline Brinkwirth] 
26.03.2019 10:28 - Jacqueline Brinkwirth

Im Rahmen einer Studie hat die Universität Duisburg-Essen (UDE) eine App entwickelt, die Proband*innen helfen soll, ihre Stimmung zu erfassen, so über längere Zeit hinweg Stress zu reduzieren und die mentale Gesundheit zu verbessern. Doch wie genau funktioniert das eigentlich?

„Die Erfassung der eigenen Stimmung ist essentiell, um die Selbstwahrnehmung und mentale Gesundheit zu unterstützen, denn die Stimmung beeinflusst sowohl die psychologische, als auch die physische Gesundheit von Individuen“, sagt Doktorandin Helma Torkamaan. Zusammen mit anderen Wissenschaftler*innen hat sie den PAX Mood Tracker entwickelt, eine kostenlose Android Applikation, in der Nutzer*innen täglich zu ihrer Stimmung befragt werden und die aus den Antworten tägliche, wöchentliche und monatliche Reports erstellt. So können Nutzer*innen über einen längeren Zeitraum die Entwicklung ihrer Stimmung betrachten, Muster erkennen und so besser auf schlechte Stimmung reagieren.

Stimmung und Methode

Der digitale Markt für Produkte, die die mentale Gesundheit verbessern sollen, wächst stetig. Helma Torkamaan sieht diese Entwicklung kritisch: „Es gibt viele Stimmungstracker-Apps auf dem Markt. Aber die meisten sind wissenschaftlich ungenau oder ineffektiv, um die Stimmung von Individuen zu erfassen.“ Deswegen habe sie mit ihren Kolleg*innen den PAX Mood Tracker nach anderen Gesichtspunkten entwickelt. „Nachdem wir wissenschaftliche Literatur aus über 100 Jahren analysiert haben, haben wir eine App entwickelt, die auch die beste Methodik zur Stimmungserfassung ermittelt. Dazu werden innerhalb der App verschiedene Methoden aus einer nutzerorientierten Perspektive verglichen.“

„Es gibt viele Stimmungs-tracker auf dem Markt. Die meisten sind wissenschaftlich ungenau.“

In der App sieht das dann so aus: Vor Beginn der eigentlichen Stimmungserfassung werden Nutzer*innen gebeten, eine Vorstudien-Befragung auszufüllen. Hier werden verschiedene Methoden zur Stimmungserfassung vorgestellt und Nutzer*innen können am Ende angeben, welche ihnen am besten gefallen hat, welche ihnen bei täglicher Nutzung am meisten zusagen würde und welche am wenigsten überzeugt hat. Danach geht es an die Stimmungserfassung. Die App fordert zwei Mal am Tag dazu auf, die eigene Stimmung ehrlich einzugeben und erstellt aus diesen Angaben schließlich eine Übersicht für den*die Nutzer*in. Die tägliche Nutzung der App sei unkompliziert und nehme kaum Zeit in Anspruch, erklärt Torkamaan: „Nach zwei Wochen werden Nutzer dazu aufgefordert, an einer 10-minütigen Online-Befragung teilzunehmen, wo ihre Meinung zur App abgefragt wird. Die tägliche Benutzung der App beschränkt sich auf gerade einmal zwei Minuten pro Tag.“

Jede*r, der*die sich die App herunterlädt, nimmt an der dazugehörigen Studie teil. Die Teilnahme ist freiwillig und kann jederzeit beendet werden. Persönliche Daten werden dabei anonym unter Verwendung einer willkürlichen Versuchspersonennummer erfasst. Helma Torkamaan hofft, dass mindestens 300 Proband*innen teilnehmen, denn sie ist überzeugt: „Stimmungserfassung hilft die mentale Gesundheit zu verbessern und Stress zu reduzieren.“

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