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WISSENSCHAFT

UDE Pingunauten-Trainer gegen die Angst vorm MRT

Die Pinguine Lotta und Lars führen die Kinder durch die virtuelle Untersuchung. [Foto: Universität Duisburg-Essen]
10.08.2021 10:53 - Mona Belinskiy

 Laut, beengt und bedrohlich, so wirkt eine MRT-Untersuchung in „der Röhre“ für die meisten Menschen. Besonders für Kinder ist diese Untersuchung oft mit Angst verbunden. Mit dem „Pingunauten-Trainer“ haben die Universität Duisburg-Essen (UDE)  und das Universitätsklinikum Essen eine App entwickelt, die Kindern diese Angst spielerisch nehmen soll. Um die App international zu verbreiten, erhält sie jetzt eine Förderung über rund 100.000 Euro sowie eine Nominierung zum deutschen Gesundheitspreis.

Was für Erwachsene Überwindung kostet, ist für Kinder meist mit noch mehr Angst verbunden. So steht es auch um eine Untersuchung im Magnetresonanztomographen (MRT). Die ist zwar ungefährlich und schmerzfrei, doch die dröhnende Geräuschkulisse und der beengte Raum wirken bedrohlich. Trotzdem ist für die Untersuchung ein möglichst entspannter Körper nötig. Um ruhig in der Röhre liegen zu bleiben, brauchen einige Kinder für die Untersuchung sogar eine Narkose. Die UDE und die Universitätsklinik Essen haben eine App entwickelt, die Kindern die Angst vor einer MRT-Untersuchung nehmen soll. Der „Pingunauten-Trainer“ soll Kinder spielerisch auf die Untersuchung vorbereiten und Ängste abbauen. So soll das Risiko einer Narkose vermieden werden. 

Virtuelles Rollenspiel gegen die Angst

Gestartet wurde die App bereits im Jahr 2019 unter Leitung der UDE und des Universitätsklinikums Essen. Seitdem hat sie viele Kinder einige Wochen vor der Untersuchung auf die anstehende Situation vorbereitet. Die Kinder legen sich zuhause auf den Rücken und halten ihr Smartphone vor die Augen. Dann beginnt das virtuelle Rollenspiel. 

Sonderimpfaktion am Essener Campus

 

Die Pinguine Lars und Lotta führen die Kinder durch ein virtuelles Krankenhaus und zeigen ihnen alle Schritte der Untersuchung. Immer wieder müssen die Kinder dabei kleine Aufgaben lösen, bis der tatsächliche MRT-Scan beginnt. Dabei erleben sie die typische Geräuschkulisse wie das laute Klopfen und trainieren, dabei still liegen zu bleiben. Für ihre Arbeit werden sie anschließend mit einem Stempel in ihrem virtuellen Weltallpass belohnt.

App international bekannter machen 

Seit der Entstehung ist der Pingunauten-Trainer bereits auf vielen Smartphones kostenlos heruntergeladen worden. Die App feiert große Erfolge: nicht nur gingen Kinder ruhiger in die Untersuchung, sie würden auch besser mitarbeiten, heißt es aus dem Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikum Essen. Daher geht die App jetzt in die zweite Phase der Entwicklung. Sie soll zukünftig auf mehreren Sprachen angeboten und auf weitere Betriebssysteme ausgeweitet werden.

Dafür enthielten die Entwickler:innen eine Förderung von rund 100.000 Euro vom US-amerikanischen Kinderhilfswerk „Child’s Play“. Aktuell ist die MRT-App nur für Android-Nutzer:innen erhältlich, in einer deutschen und einer englischen Version. Nun wird an einer französischen und spanischen Variante gearbeitet, erklärte Stefan Liszio vom Lehrstuhl für Medieninformatik/Entertainment Computing der UDE. Aufgrund ihrer Erfolge ist die App auch für den MSD-Gesundheitspreis 2021 normiert. 
 

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