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WISSENSCHAFT

Leben auf der Venus?

Leben auf der Venus Außerirdische? [Foto: pixabay]
​​​​​​​02.10.2020 14:07 - Lena Janßen

Vor kurzem berichteten 19 Wissenschaftler:innen in der Fachzeitschrift Nature Astronomy vom Fund einer Substanz mit dem Namen Phosphin-Gas. Die Substanz wurde in der Wolkendecke der Venus nachgewiesen. Was dieser Fund bedeuten könnte, haben wir uns angesehen. Außerdem haben wir mit dem Astrophysiker Prof. Dr. Gerhard Wurm von der Universität Duisburg-Essen (UDE) gesprochen und ihn um eine Einordnung gebeten.

Phosphin ist ein Molekül und besteht aus Phosphor und drei Wasserstoffatomen. Der richtige chemische Ausdruck für diese Substanz ist Monophosphan und konnte von den Wissenschaftler:innen via Teleskop von der Erde aus nachgewiesen werden. Durch die Atmosphäre auf der Venus müsste sich das Gas rasch zersetzen, doch die Konzentration des nachgewiesenen Gases war so hoch, das die Forscher:innen davon ausgehen, dass möglicherweise immer wieder Phosphin-Nachschub geliefert wird. Doch woher kommt dieser Nachschub?

Die Forschungsergebnisse der Wissenschaftler:innen sorgten weltweit für Aufsehen. Gibt es außerirdisches Leben auf der Venus, dass für den Phosphin-Nachschub sorgt? „Phosphin kann auch ohne Leben erzeugt und vernichtet werden“, erklärt Prof. Dr. Wurm. „Aber die Autoren argumentieren aufgrund ihrer Modellierungen, in die nur die bekannten Mechanismen der Erde einfließen, dass die Gase in der aggressiven Umgebung die Mengen ohne Leben nicht so schnell erzeugen können, wie sie zerstört würden.“ 

Im Zusammenhang mit der nachgewiesenen Substanz werden viele Theorien zur Entstehung des Phosphins diskutiert: anorganische Reaktionen in der Atmosphäre der Venus, Vulkanausbrüche, UV-Licht oder Blitzeinschläge sind nur einige davon. Doch nach den Berechnungen der Forscher:innen können all diese Variationen die nachgewiesene hohe Menge des Gases nicht erklären. Prof. Dr. Wurm schätzt die Ergebnisse folgendermaßen ein: „Entweder man versteht nicht alle Prozesse der abiotischen (Anm. d. R.: ohne Leben) Erzeugung von Phosphin oder es sind Bakterien, die das Phosphin produzieren.“ Auch die Wissenschaftler:innen schreiben in ihrem Aufsatz: „Wir betonen, dass die Detektion (Anm.d.R.: das Feststellen) des Phosphins kein Beweis für Leben ist, nur für ungewöhnliche und unerklärte chemische Vorgänge.“ 

Schlechte Umweltbedingungen auf der Venus

Schon seit längerer Zeit spekulieren Astronom:innen über ein mögliches Leben auf der Venus. Doch die Bedingungen auf dem Planeten würden es einem außerirdischen Leben schwer machen. Unter anderem herrschen dort 500 Grad Celsius auf der Planetenoberfläche. Prof. Dr. Wurm stellt dazu die Behauptung auf: „Ein Leben, wie wir es kennen, hat auf der Oberfläche, bei den hohen Temperaturen und ohne Wasser echte Probleme. Es müsste sich in der Atmosphäre weiter oben befinden, dort wo es angenehmer ist.“ Er kann den Trubel um ein mögliches, außerirdisches Leben auf der Venus verstehen: „Natürlich stürzt man sich auf das, was man gerne sehen würde – Leben außerhalb der Erde.“ Dass es ein solches Leben irgendwo gibt, dessen ist er sich sicher. Dennoch möchte er unbefangen bleiben: „Als Wissenschaftler würde ich das eindeutig neutral bewerten. Wenn es sich bewahrheiten sollte, wäre dem Team der Nobelpreis sicher, aber es kann auch einfach Gründe haben, die man noch nicht kennt.“ 
 

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