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WISSENSCHAFT

Ist doch nur ein Mückenstich

Mückenstiche: klein, aber fies. [Foto: Magdaleny Kensy]

09.09.2019 14:02 - Magdalena Kensy

Gerade im Sommer liegt ein ständiges Summen und Surren in der Luft. Ein lauer Sommerabend auf der Wiese kann durch Mücken zum Horror werden. Doch was zieht Mücken an? Gerade der Juckreiz nach einem Stick lässt die Lust, abends draußen zu sitzen, sinken. Was im Körper vor und nach einem Mückenstich passiert, erklärt Medizinstudentin Sophia.

Um gar nicht erst gestochen zu werden, klären wir zu Beginn die Frage: Was zieht Mücken überhaupt an? Unser ausgeatmetes Kohlendioxid, CO2. Gerade deshalb nehmen wir ihr Surren meistens an unserem Kopf wahr. Ein anderer Anziehungsfaktor ist Schweiß und Körperwärme. Mücken besitzen einen ausgeprägten Geruchssinn und werden durch die Milchsäure, Ammoniak, Fettsäuren und andere Verbindungen in unserem Schweiß angezogen.

„Würde man nicht an Mückenstichen kratzen, dann würde der Stich ohne Probleme abheilen.“

„Im Prinzip ist der Stich einer Mücke nur eine Mikroverletzung der Haut“, erklärt Sophia. Die weiblichen Stechmücken sind so weit ausgestattet, dass sie über angepasste Mundwerkzeuge verfügen. Stechmücken bewegen ihren Kopf vor und zurück, wie eine Säge, um in die Haut einzudringen. „Mücken stechen nicht sofort zu. Sie bewegen sich an einer Stelle der Haut, um die richtige Stichstelle zu finden. Dafür benutzen sie Geschmacksrezeptoren, also vergleichbar mit der Sitzplatzwahl in einem Café“, verbildlicht Sophia den Ablauf. Durch das Eindringen der Speicheldrüsenproteine, die während des Einstichs in den Körper gelangen, kommt es zu einer Immunreaktion. „Oft entsteht ein intensiver Juckreiz durch die Reizung von C-Fasern, das sind langsam leitende Nervenzellen.“

Hausmittel zur Heilung

Histamin ist ein Stoff, der an der Immunreaktion beteiligt ist und unter anderem an der Entstehung einer Schwellung und Rötung an der betroffenen Stelle beteiligt ist. „Würde man nicht an Mückenstichen kratzen, dann würde der Stich ohne Probleme abheilen. Meistens so nach zwei bis drei Tagen“, gibt Sophia zu verstehen. Probleme entstehen erst durch das Aufkratzen der Stiche. Dies geschieht häufig durch den geschuldeten Juckreiz. Sophia erklärt, dass Hautabschürfungen eine Eintrittspforte für bakterielle Erreger schaffen.

Dadurch entstehen lokale Entzündungen, die dann in manchen Fällen an Eiteraustritt erkennbar sind. „Beim Aufkratzen der Stiche wird die Entzündung verstärkt, danach kann es eine Woche dauern bis die Verletzung, ohne weiteres Aufkratzen, abheilt.” Dadurch können weitere Erreger in die Wunde gelangen und eine Entzündung verschlimmern.

Gegen den Juckreiz gibt es jedoch einige Hausmittel, „doch muss beachtet werden, dass jede*r anders auf Mückenstiche reagiert. Bei dem*der einen juckt es mehr, bei dem*der anderen weniger.“ Kühlende Umschläge können den Juckreiz durch die Verdunstungskälte lindern.

Ein weiteres Hausmittel, das fast jede*r zuhause hat, ist die Zwiebel. Der Schwefel im Saft wirkt antibakteriell und kann dadurch nicht nur die Schwellung, sondern auch den Juckreiz lindern. Die Proteine im Mückengift können durch einen erhitzten Löffel auf der Einstichstelle zerstört werden. „Es ist auch möglich, Antibiotika gegen die Stiche zu nehmen. Meistens ist das erst notwendig, wenn es zu einer ausgeprägten Entzündungsreaktion oder Infektion kommt“, gibt Sophia zu bedenken.

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