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WISSENSCHAFT

|Theorieklatsche|

Die Kluft zwischen Männern und Frauen in der Arbeitswelt

21.05.2018 14:02 - Britta Rybicki

Obwohl immer mehr Frauen erwerbstätig sind, ist die Arbeitswelt immer noch nicht fair. Ähnlich wie beim Lohn und der Arbeitszeit gibt es auch bei der Rente eine große Lücke zwischen den Geschlechtern. Wir haben uns die Begriffe sowie die Zahlen und Fakten dazu genauer angesehen.

Der Gender Pay Gap ermittelt den prozentualen Unterschied zwischen dem durchschnittlichen Bruttoverdienst von angestellten Männern und Frauen. Die Europäische Union verwendet dafür eine einheitlich geregelte Berechnung, die als Hauptindikator für die ungleiche Entlohnung herangezogen wird. Oft wird die Verteilung kritisiert, weil sie unberücksichtigt auf unterschiedliche Branchen, Berufsgruppen, Ausbildung, Berufserfahrungen und Positionen angewendet wird. Aktuell liegt der Gender Pay Gap hierzulande bei 21 Prozent. Bei der bereinigten Variante werden die genannten Kritikpunkte herausgerechnet – das ist ziemlich kompliziert und wird deswegen nur alle vier Jahre durchgeführt. Im Jahr 2014 lag dieser bei sechs Prozent.

Der Gender Time Gap bezeichnet die durchschnittliche Arbeitszeit der Geschlechter. Laut einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen hat sich die Kluft aber verkleinert: Im Auftrag der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung hat das IAQ die Entwicklung nach Geschlecht und Statusgruppen untersucht. Demzufolge bleibt Teilzeit Frauensache. Während fast jede zweite Frau teilzeitbeschäftigt ist, geht nur jeder zehnte Mann weniger arbeiten.

Die IAQ-Forscher*innen Dr. Angelika Kümmerling, Dominik Postels und Christina Slomka haben festgestellt, dass insbesondere Mütter mit nicht schulpflichtigen Kinder heutzutage länger arbeiten als früher. Die Ursache: Das breitere Angebot der Kinderbetreuung, der Rechtsanspruch für einen Betreuungsplatz für ein- bis zweijährige Kinder sowie das Elterngeld. Wegen des Ehegattensplitting treten Frauen im Job letztlich kürzer, da jedes Kind Steuerbegünstigungen einräumt. Die Anzahl der Kinder wirkt sich ausschließlich auf die Arbeitszeit der Frauen aus. Die Lohnarbeit in Wochenstunden für beide Geschlechter haben sich 2014 im Vergleich zu 2005 deutlich erhöht und liegen jetzt bei 20,2 Stunden für Männer und 20,5 Stunden für Frauen. Jede zweite Frau im Einzelhandel und im Gastgewerbe arbeitet in einem Teilzeitbeschäftigungsverhältnis. Männer treten nur zu Anfang und Ende ihres Erwerbslebens kürzer.

Der Gender Pay Pension Gap beschreibt das unterschiedliche Alterseinkommen der Geschlechter. Laut der Bundesregierung liegt dieser derzeit bei 53 Prozent. In den alten Bundesländern erhielten Männer 2016 im Schnitt 1078 Euro und Frauen 606 Euro. In den neuen Bundesländern liegen Männer im Schnitt bei 1171 Euro und Frauen bei 849 Euro. ­Der Unterschied zwischen Ost- und Westdeutschland spricht für stukturelle Faktoren und wird auf die traditionell hohe Frauenerwerbstätigkeit in der ehemaligen DDR zurückgeführt.

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