Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

WISSENSCHAFT

Die Kaugummiblase platzen lassen

Wer Kaugummi kaut, macht automatisch Blasen. [Foto: Magdalena Kensy]
19.06.2021 08:51 - Magdalena Kensy

Zuckerfrei, nachhaltig und fair, gegen Reiseübelkeit oder um mit dem Rauchen aufzuhören. Die Auswahl bei Kaugummisorten ist inzwischen riesig. Doch wie gesund ist es Kaugummi zu kauen? 

Laut dem Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI), kauft jede:r Deutsche im Schnitt 100 Streifen Kaugummi pro Jahr. Das sind rund 2,5 Kilogramm jährlich. Dabei fällt eine große Menge Müll an. Denn nicht alle Kaugummis sind biologisch abbaubar. Es kann Jahre dauern, bis diese zerfallen und auch die Straßenreinigungen werden durch die achtlose Entsorgung auf den Gehwegen erschwert.

Was aber, wenn kein Mülleimer in Sicht ist, einfach den Kaugummi runterschlucken? Verstopft er dann nicht den Magen und den Darm? Die Antwort: Nein, tut er nicht. Beim Runterschlucken bildet sich ein Feuchtigkeitsfilm um den Kaugummi. Der verhindert das Klebenbleiben des Kaugummis, sei es im Rachen oder im Verdauungstrakt. Am Ende scheidet unser Körper den Kaugummi wieder unverdaut aus, weil er größtenteils aus unverdaulichen Stoffen besteht. Eine der wenigen Ausnahmen ist der enthaltene Zucker. Zuckerfreien Kaugummis können jedoch den Zusatzstoff Sorbit enthalten. Nicht jede:r verträgt das künstlichen Süßungsmittel. Das kann bereits bei drei Kaugummis mit Sorbit pro Tag zu schweren Bauchschmerzen führen. 

Strahlend weiße Zähne 

Bevor es soweit kommt, muss der Kaugummi erstmal gekaut werden. Unser Kiefer umfasst 32 Zähne, die alle beim Kaugummikauen aktiv mitarbeiten. Das Kauen stimuliert den Speichelfluss und wirkt sich positiv auf die Mundgesundheit aus. Nach dem Genuss zuckerhaltiger Nahrungsmittel schwankt der pH-Wert im Mund zwischen vier und fünf – er ist leicht sauer, vergleichbar mit der Säure herkömmlicher Shampoos. Durch den erhöhten Speichelfluss beim Kauen steigt der pH-Wert wieder auf einen neutralen Wert von sechs bis sieben. Dabei werden Speisereste und schädliche Säuren von den Zähnen entfernt. Zuckerfreie Kaugummis mit den Stoffen Xylitol oder Xylit (in der Apotheke erhältlich) sind noch zahnfreundlicher. Der Grund dafür: die beiden Stoffe befinden sich in vielen Früchten und Gemüsesorten. Außerdem erhöht Xylit im Mund den Anteil harmloser Bakterien, die weniger Säure bilden. Außerdem erhöht Xylit im Mund den Anteil harmloser Bakterien, die weniger Säure bilden und beugt damit Karies und Zahnfäule vor.

Trotz dieses positiven Effekts sollte man aber nicht allein auf Kaugummis für die Zahnpflege setzen. Sie ersetzen keine Reinigung mit der Zahnbürste. Zudem schont das Zähneputzen die Kiefergelenke mehr. Übermäßiges Kaugummikauen kann nämlich zu einer Überanstrengung der Kiefermuskulatur führen. Bei fortsetzender Belastung kann es zu klickenden Geräuschen und im schlimmsten Fall zu einem Kiefergelenksyndrom - einer craniomandibulären Dysfunktion, führen. Das ist eine Funktionsstörung zwischen Kiefergelenken, Kaumuskulatur und Zähnen. 

Stresssituationen und Konzentrationsschwierigkeiten 

Doch zurück zu den positiven Seiten. Auch in der nächsten Klausurenphase könnte sich ein Griff zum Kaugummi lohnen. Japanische Wissenschaftler haben nämlich bei einer Messung von Hirnströmen herausgefunden, dass Hirnbereiche, die beim Kaugummikauen angeregt werden, einen positiven Einfluss auf Stressbewältigung haben. Denn die Kaubewegung erhöht die Blut- und Sauerstoffzufuhr zum Gehirn um bis zu 25 Prozent. Eine bessere Durchblutung im Gehirn wirkt sich demnach positiv auf die Konzentrationsfähigkeit und Gedächtnisleistung.  Trotz der höheren Durchblutung konnten in einem wissenschaftlichen Test bei 500 Schüler:innen keine Unterschiede bei Lernleistung, Gedächtnis oder Konzentration zwischen Kauern und Nicht-Kauern gefunden werden.

Wer nun fleißig Kaugummi kaut, sollte darauf aufpassen, dass die Überreste der nächsten platzenden Blase nicht ins Haar gelangt. Falls es doch passiert: Mit etwas Fett lässt sich das Kaugummi vorsichtig aus den Haaren kämmen.  Etwas Öl, welches gerade zur Hand ist,  oder fettige Hautcreme in das verklebte Kaugummi einkneten. Danach lässt sich das Kaugummi vorsichtig und mit viel Gefühl auskämmen.  
 

„Ich kenne meine Rechte” - Als Sprachstudentin in Deutschland

HP: In unserem Portrait zum Schwerpunkt im Juni erzählt eine Sprachstudentin aus der Türkei von ihren Hindernissen, in Deutschland zu studieren.
 

Abenteuer – U: Jump and Run durchs Museum

Kultureinrichtungen haben seit dem ersten Lockdown im März 2020 auf digitale Angebote zurückgreifen müssen. Das Dortmunder U hat sich etwas besonderes einfallen lassen: Ein Videospiel.
 

Seit sechs Monaten kein Frauen*referat an der UDE

Bald könnten neue Referentinnen für das Frauen*referat gewählt werden. Aber findet sich dafür auch das nötige Personal?
 
Konversation wird geladen