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WISSENSCHAFT

Den vollen Durchblick mit der Blaulichtfilterbrille

Die Augen vor dem Blaulicht schützen [Foto: Magdalena Kensy]
06.09.2020 12:25 - Magdalena Kensy

Die Augen sind das zentrale Sinnesorgan und in der Lage, bis zu 80 Prozent der Informationen aus unserer Umwelt wahrzunehmen. Durch unseren wandelnden Lebensstil hin zu mehr Digitalisierung, wird unseren Augen immer mehr zugemutet. Wie wir sie schützen können und was eine Brille mit Blaufilter damit zu tun hat, haben wir Olaf Strauß, Leiter der experimentellen Ophthalmologie an der Charité Berlin, gefragt.

Studierende sitzen stundenlang vor den Computern, schreiben Hausarbeiten und müssen nun zusätzlich das digitale Semester über Zoom-Vorlesungen absolvieren. Der Wechsel in die Arbeitswelt schließt das Arbeiten vor dem Bildschirm nicht aus und auch in unserer Freizeit verbringen wir immer mehr Zeit vor unseren Smartphones. Eine Studie der Fachzeitschrift Child & Adolescent Health fand heraus, dass die empfohlene Mindestdauer von zwei Stunden vor den Bildschirmen weit überschritten wird und bei durchschnittlich 3,6 Stunden täglich liegt. Die bekanntesten Symptome, wenn man zu lange vor dem Bildschirm sitzt, sind trockene gerötete Augen, Ermüdungserscheinungen und Kopfschmerzen. Bei solchen Anzeichen kann vom „Office-Eye-Syndrom“ gesprochen werden. Eine Umfrage des Digitalverbandes Bitkom hat gezeigt, dass rund die Hälfte seiner Mitarbeitenden an einem Computer arbeitet. Das ist ein Anstieg von 44 Prozent im Vergleich zu 2016.

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Was ist, wenn die Zeit vor dem Bildschirm nicht reduziert werden kann? 

Eine Blaufilter-Brille kann da Abhilfe schaffen. Das Ziel einer solchen Brille ist es, den Tränenfilm gleichmäßig auf dem Auge zu verteilen und das Aufreißen des Films zu verhindern. Denn durch das herausfiltern des Blaulichts, kann der Tränenfilm sich besser verteilen und wird nicht zerrissen. Licht, das auf unser Auge trifft, wird unterteilt in sichtbares- und nicht sichtbares Licht. Die Unterscheidung, ob es für unser menschliches Auge sichtbar ist oder nicht, liegt in den Wellenlängen. Mit einer Wellenlänge zwischen 380 und 780 nm bewegt sich sichtbares Licht, während sich das nicht sichtbare Licht im ultravioletten Bereich, auch bekannt als UV-Licht, und im Infrarotbereich bewegt. Für das menschliche Auge ist besonders der blau-violette Wellenlängenbereich von 380-440 nm potentiell schädlich und wird als Mitverursacher von Netzhautschäden genannt. 

Wenn die Nacht kommt 

Olaf Strauß, Leiter der experimentellen Ophtalmologie, die Lehre von den Erkrankungen des Auges und ihrer Behandlung, ist der Meinung: „Eine Brille ist nicht als notwendiges Übel, sondern unter dem Wellness-Aspekt zu betrachten, um den Augen etwas Gutes zu tun und entspannter zu arbeiten.“ Ein Blaufilter könne helfen, schärfer zu sehen, denn die unterschiedlichen Wellenlängen des sichtbaren Lichts werden leicht unterschiedlich durch Hornhaut und Augenlinse gebrochen und treffen nicht alle auf dem gleichen Fokuspunkt auf der Netzhaut auf. 

Bei der Handynutzung unmittelbar vor dem Schlafengehen sollte der Nachtmodus einschaltet werden. Auf vielen Geräten kann eingestellt werden, wann dieser automatisch aktiviert werden soll. Denn durch die Einstellung zu Night Shift, wird das Blaulicht reduziert und ist angenehmer für das Auge. Für uns auffällig wird die Umstellung durch eine leicht orange Verfärbung des Displays. Das Blaulicht steht im Verdacht, die Produktion von Hormons Melatonin zu senken. „In unserem Körper tickt eine innere Uhr, die auch unsere Schlaf-Wach-Rhythmen steuert. Damit die Uhr mit dem Tagesrhythmus korrekt läuft, wird sie durch einen Trigger jeden Tag justiert“, erklärt Strauß. Melatonin dient als solch ein Trigger und steuert den Tag-Nacht-Rhythmus des Körpers. 

Um eine Blaulichtfilterbrille zu tragen und die Augen zu schützen, kann bei Menschen ohne Sehschwäche Fensterglas mit Blaufilter eingesetzt werden. Die Augen sind dadurch länger leistungsfähig. Da das Thema noch relativ neu ist, gibt es noch keine Langzeitstudien. Klar ist lediglich: Blaufilter-Brillen schaden den Augen zumindest nicht.

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