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WISSENSCHAFT

Das alles kann das menschliche Gehirn – sogar im Schlaf

Faszination Gehirn

[Foto: pixabay.com]

28.04.2020 12:09 - Jacqueline Brinkwirth

Der Mensch ist ein bewundernswertes Lebewesen. Nicht nur, weil er ein Gehirn besitzt, das sich selbst benannt hat. Auch der menschliche Körper ist widerstandsfähig, effizient und multifunktional. Was kann so ein Körper eigentlich? Wir werfen einen Blick auf das Wunder Mensch und erklären die faszinierendsten Fakten rund um das Gehirn.

Es verarbeitet permanent unzählige Sinneseindrücke, speichert Informationen ab, lässt uns emotional empfinden und koordiniert alle Funktionen des Körpers: das Gehirn. War der menschliche Denkapparat lange ein Mysterium, so weiß man heute ziemlich genau, was in den Köpfen von Menschen vor sich geht. Hunderte Milliarden von Nervenzellen kommunizieren konstant miteinander und tauschen Informationen aus, um beispielsweise Sehen, Bewegung oder Sprechen zu ermöglichen. Ohne, dass wir uns dessen überhaupt bewusst sind, arbeitet das Gehirn rund um die Uhr ohne Pause, sogar im Schlaf.

Lautlose Gespräche

Hört ihr eigentlich eine Stimme in eurem Kopf, wenn ihr lest oder euren Alltag bestreitet? Das allein ist noch kein Grund zur Sorge. Die meisten Menschen führen lautlose Gespräche mit sich selbst. Von Neurolog*innen und Psycholog*innen wird das als Inneres Sprechen bezeichnet. Dabei kommentiert eine Stimme, die meist der eigenen ähnelt, fortlaufend das innere Geschehen und die Erlebniswelt einer Person.

Die Gespräche weisen Parallelen zu Dialogen auf, die wir auch mit anderen Menschen führen. Wir diskutieren, wägen ab, äußern Gefühle und Gedanken. Das Innere Sprechen soll ungefähr zehnmal schneller sein als eine Unterhaltung nach außen. Warum das so ist? Zum einen müssen Gedanken nicht in Zungen- und Lippenbewegungen umgesetzt werden. Zum anderen müssen wir keine ganzen Sätze formen, was zusätzlich Zeit spart.

Seit rund 80 Jahren wird das Innere Sprechen systematisch erforscht. Auch wenn es unterschiedliche Meinungen darüber gibt, warum einige Menschen solche Selbstgespräche führen, sind sich Expert*innen einig: Es ist Ausdruck von Selbstwahrnehmung und Bewusstsein und beeinflusst die Steuerung der eigenen Aufmerksamkeit.

Allerdings sei es nicht immer die gleiche Stimme, die wahrgenommen werde. „Wir sind alle fragmentiert. Es gibt kein einheitliches Selbst. Wir bestehen aus vielen Teilen und haben Mühe damit, fortlaufend die Illusion eines zusammenhängenden Ichs zu schaffen“, erklärt Psychologe Charles Fernyhough, der dazu an der Durham University forscht. Inneres Sprechen helfe dabei, verschiedene Teile des Selbst in Einklang zu bringen.

Das mache ich im Schlaf

Doch das Gehirn kann noch mehr. Es signalisiert uns, wann der Körper Erholung braucht. Wir werden müde, müssen gähnen und können uns nicht mehr konzentrieren. Warum ist das so? Wenn der Körper erschöpft ist, wird im Gehirn das Hormon Melatonin ausgeschüttet, das die Körperfunktionen auf Schlafen vorbereitet. Deswegen wird vielen Menschen kalt, wenn sie müde sind: Die Körpertemperatur nimmt ab, Atmung und Puls verlangsamen sich und auch der Blutdruck sinkt. Alle Uhren des Körpers stehen dann auf Bettzeit.

Selbst bizarre und wirre Träume helfen dem Gehirn.

Doch unser Körper ist keineswegs untätig, während wir von Sommer, Strand und Palmen träumen. Einmal eingeschlafen, beginnt eine hoch organisierte Abfolge von Prozessen. Zwischen 5 und 30 Minuten braucht ein Mensch zum Einschlafen. An den eigentlichen Moment können wir uns jedoch nie erinnern. Das liegt daran, dass das Gehirn innerhalb weniger Sekundenbruchteile chemische Substanzen freisetzt, die das Bewusstsein komplett abschalten. Im Kopf geht also buchstäblich von einem Moment auf den anderen das Licht aus.

Danach wechseln sich ungefähr alle 90 Minuten Tiefschlaf- und Traumphasen ab. Jede Schlafphase hat dabei eine eigene Funktion: In den Tiefschlafphasen schüttet der Körper Wachstumshormone aus und kann sich so regenerieren. Das Immunsystem wird aktiviert, Abwehrzellen fahnden nach Viren und Bakterien und machen sie unschädlich. Aus diesem Grund wird Schlaf als „die beste Medizin“ bezeichnet.

In den Traumphasen arbeitet das Gehirn auf Hochtouren, der ganze Körper steht unter Strom. Blutdruck und Puls steigen kurzfristig, wir befinden uns fast im Wachzustand. Einzig die Muskeln sind weiterhin entspannt. Jetzt wird der Tag mental verarbeitet, alle Ereignisse aus dem privaten und beruflichen Alltag werden durchlebt. Dadurch werden Speicher im Gehirn geleert, sodass wir am nächsten Tag wieder Kapazität zum Denken haben. Selbst bizarre und wirre Träume helfen dem Gehirn. Forscher*innen vermuten, dass in diesen Zeiten die Bereiche des Gehirns trainiert werden, die tagsüber nicht beansprucht werden.

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