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WISSENSCHAFT

Alltagsdroge Koffein

Ob Bohne, Filter oder Pulver, Koffein ist in fast allen Kaffeesorten zu finden.

[Foto: Magdalena Kensy]

14.11.2020 15:35 - Magdalena Kensy

Morgens zum Frühstück, beim Treffen mit Freund:innen und dann bei Oma zum Kuchen. Kaffee ist bei vielen Menschen stark im Alltag integriert. Kaffeetrinker:innen merken mehr oder weniger stark, wie die schwarze Flüssigkeit auf ihren Körper wirkt. Doch nicht jede:r verträgt den Wirkstoff Koffein.

Koffein ist das meist konsumierte Aufputschmittel. Weltweit werden täglich eine Milliarde Tassen Kaffee konsumiert. Neben Kaffee sind auch Cola und Energydrinks mit Koffein versetzt.Wird von den zuckerhaltigen Getränken ein Liter konsumiert, entspricht das der Menge an Koffein in einer Tasse Kaffee.

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Wer denkt, dass Koffein nur in Getränken zu finden ist, irrt sich. In manchen Schokoriegeln findet sich die Substanz ebenfalls wieder und macht in der Menge etwa ein Fünftel einer Tasse Kaffee aus. Wie schnell das Aufputschmittel in unseren Organismus gelangt, hängt von mehreren Faktoren ab, wie zum Beispiel dem Mageninhalt. Während oder nach einer Mahlzeit etwas Koffeiniertes zu trinken bedeutet, dass es mehrere Stunden dauert, bis alles verdaut ist. Die Verweilzeit des Kaffees wird verlängert und das Koffein langsamer resorbiert. Dasselbe Prinzip findet in unserem Körper statt, wenn Milch ins Getränk zugegeben wird. Wenn aber das Koffein in die Adern gelangt ist, dauert es nicht mehr als fünf Minuten, bis es Nervensystem und Organe erreicht. Wie stark der Effekt von Koffein ist, hängt davon ab, wie schnell es von der Leber abgebaut oder wie regelmäßig es konsumiert wird. Pauschal ist zu sagen, dass die Koffeinmenge im Blut nach etwa vier Stunden auf die Hälfte gesunken ist.

Nebenwirkungen und Doping 

Euch ist bestimmt schon mal aufgefallen, dass die Blase nach einer Tasse Kaffee oder Cola schneller drückt, als nach einem Glas Wasser. Grund dafür sind die Rezeptoren im Gehirn. Auch Blutgefäße und Muskeln sowie Herz, Nieren und weitere Organe reagieren auf die Alltagsdroge. Zu den unbeliebten Folgen gehören damit Harndrang, Herzrasen, Zittern, Nervosität und Schweißausbrüche. Neben den unbeliebten Begleiterscheinungen hat Koffein seine bekannteste Wirkung als Wachmacher und Konzentrationshelfer. Eine Dosis von 100 bis 600 Milligramm Koffein, in 150ml Kaffee sind bereits 82,5mg Koffein. Durch die Verengung der Blutgefäße – wodurch auch das Schmerzempfinden geringer wird – kann Kaffee ein Mittel gegen Migräne und Kopfschmerzen sein.

Dass Kaffee den Ruf einer Droge hat, kommt erst durch das Koffein zustande. Ein Konsum von hohen Dosen Koffein kann eine Art Abhängigkeit erzeugen. Die unterscheidet sich aber von Tabak und Alkoholmissbrauch oder vom Konsum von Rauschgiften wie Kokain, Cannabis oder Heroin. Sportler:innen sollten achtgeben und nicht mehr als ein bis zwei Milligramm Koffein pro Kilogramm Körpergewicht trinken. Koffein ist für Sportler:innen eine Art Dopingmittel, das zwar nicht mehr auf der Liste der verbotenen Substanzen steht, aber die Atmungskapazität erhöht. Wenn die empfohlene Dosis Koffein überschritten wird, können Schwindel und Herzrasen drohen.

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