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STUDIUM & FREIZEIT

ZLB: Weichen stellen für eine bessere Zukunft

Schüler:innen der vierten Klasse können für das Projekt vorgeschlagen werden. [Foto: pixabay]
04.05.2021 13:02 - Lena Janßen

Viertklässler:innen und eine Universität haben auf den ersten Blick nichts gemeinsam. Das Zentrum für Lehrerbildung (ZLB) der Universität Duisburg-Essen (UDE) wagt einen zweiten Blick und zeigt in einem neuen Mentoringprogramm, wie beide dennoch zusammenkommen können.

„WEICHENSTELLUNG“, so heißt das Programm, gefördert durch die ZEIT-Stiftung und die Doktor-Harald-Hack-Stiftung, an dem sich die UDE als zweite Universität in Nordrhein-Westfalen beteiligen wird. Das Konzept des Programms: Schüler:innen (Mentees) der vierten Klasse werden durch Lehramtsstudierende (Mentor:innen) der UDE beim Übergang auf die weiterführende Schule begleitet. „Es geht nicht nur um ein Mentoring, das sich auf die Schule und den Unterricht bezieht, sondern auch um ein kulturelles Mentoring und die Förderung von Potenzialen“, erzählt Projektkoordinator Frank Diehr. 

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Aktuell suchen Diehr und sein Team nach Primarschulen in der Region. „Wir befragen die Klassenleitungen, ob sich in ihren Klassen Schüler:innen befinden, denen sie das Potenzial zutrauen, auf einer weiterführenden Schule einen hohen Bildungsabschluss zu machen“, so Diehr. Wenn die finanzielle, emotionale oder zeitliche Unterstützung des Elternhauses fehlt, dann kommt WEICHENSTELLUNG für diese Schüler:innen in Frage. Pro Klasse können Lehrende drei Schüler:innen für das Mentoringprogramm vorschlagen.

„Nahezu gleichzeitig suchen wir Lehramtsstudierende, die bereit sind, die Rolle der Mentor:innen zu übernehmen“, berichtet Diehr. Das Programm kann für angehende Lehrer:innen zum zweiten Praxisteil des Studium werden. Zudem werden sie über das ZLB als studentische Mitarbeiter:innen angestellt.

„Wir planen das Programm auszubauen“

Über drei Jahre hinweg sind die Mentor:innen für ihre Mentees zuständig. Die Unterstützung durch die Mentor:innen ist dabei vielfältig. Jede:r Mentee wird im Monat bis zu 20 Stunden betreut, zum einen Teil während der Schulzeit und zum anderen Teil in der Freizeit. Zudem soll einmal im Monat eine kulturelle Veranstaltung, ein Museum oder ein Zoo besucht werden. „All das passiert in direkter Absprache mit den Eltern oder Erziehungsberechtigten und den Lehrkräften an der Primärschule und später auf der weiterführenden Schule“, sagt Diehr. „Außerdem haben wir bei der Wahl des Teams darauf geachtet, dass eine abgeordnete Lehrkraft speziell für dieses Programm zu uns kommt. Dadurch haben wir den Brückenschlag zwischen Universität und Schule“, ergänzt Dr. Anja Pitton, Projektleiterin von WEICHENSTELLUNG. 

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Über das Klassenzimmer hinaus sollen die Mentees unterstützt werden. [Foto: pixabay]
 

Ziel des Programms soll sein, durch das Mentoring der Lehramtsstudierenden die passende Schulform nach der Primarschule zu finden und Potenziale von Schüler:innen zu fördern. „Wir wollen keine elitäre Veranstaltung nur für die Gymnasialkarriere machen“, betont Pitton. „Gerade als Universität, die sich Vielfalt und Diversität auf die Fahne schreibt.“ Dabei sollen auch die Eltern auf der Suche nach der richtigen Schulform für ihre Kinder entlastet werden. „Einige kennen es vielleicht selbst, wie frustrierend es sein kann, wenn man sich auf der falschen Schulform wiederfindet. Eine Schulform, die überfordert, aber auch eine Schulform, die unterfordert“, erklärt Pitton. In dieser Übergangsphase bräuchten Kinder besonders viel Unterstützung.

Zum kommenden Schuljahr 2021/22 soll der erste Durchgang starten. Findet das Programm Anklang, plant das Team des ZLB in den kommenden Jahren weitere Kohorten. „Wir planen, wenn es gut läuft, das Programm deutlich auszubauen“, so Diehr.

Interessierte Lehramtsstudierende finden Informationen zur Bewerbung hier: https://zlb.uni-due.de/weichenstellung/informationen-fuer-studierende/
 

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