Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

STUDIUM & FREIZEIT

ZIM: So verlief der digitale Semesterstart an der UDE

Arbeiten ohne Störungen - klappt das? [Foto: Jacqueline Brinkwirth]

15.05.2020 11:57 - Jacqueline Brinkwirth

Aufgrund der Corona-Pandemie haben viele deutsche Hochschulen vorerst auf einen komplett digitalen Vorlesungsbetrieb umgestellt. Der technische Aufwand dahinter ist groß, auch an der Universität Duisburg-Essen (UDE). Wir haben beim Zentrum für Informations- und Mediendienste (ZIM) nachgefragt, wie der Start ins digitale Semester lief und welche Tipps Studierende der UDE fortan beachten sollten. 

Insgesamt 5869 Zoom-Calls, über 4 Millionen Gesprächsminuten und rund 70.000 Teilnehmende: Nicht nur Studierende und Dozierende stellt das Online-Semester vor Herausforderungen. Auch die digitale Infrastruktur der Universität wird derzeit stark beansprucht. An der UDE kümmert sich darum das Zentrum für Informations- und Mediendienste, kurz ZIM.

Um für die Umstellung des Vorlesungsbetriebs gut gewappnet zu sein, habe man schon früh mit den Vorbereitungen begonnen: „Der technische Aufwand ist nicht zu unterschätzen. Es hat sich schnell gezeigt, dass eine Hybridlösung die effizienteste Lösung sein würde.“ Das bedeutet, dass Vorlesungen und Seminare entweder über interne Dienste wie Jitsi oder Big Blue Button stattfinden können oder über den externen Dienst Zoom. „Besonders die Zugriffszahlen für Zoom zeigen, dass eine rein interne Lösung von den Kapazitäten nicht machbar gewesen wäre.“ 

Störungsfreier Semesterstart 

Vor Semesterstart wurden Programme und Serverauslastung intensiv getestet. „Wir haben zu bestimmten Zeiten mit allen zur Verfügung stehenden Kolleginnen und Kollegen Test-Seminare abgehalten, um zu schauen, wie stabil die Verbindung ist. Natürlich haben wir in diesem Zusammenhang auch erste Erfahrungen mit dem neuen System gesammelt“, berichtet das ZIM. „Jeder Geschäftsbereich hatte individuelle Vorkehrungen zu treffen und wurde mit ganz neuen Herausforderungen konfrontiert. Die Mitarbeitenden des PC-Service haben beispielsweise innerhalb kürzester Zeit rund 150 Computer für die Beschäftigten der Verwaltung vorbereitet, sodass diese im Mobile-Office arbeiten können.“ 

Größtenteils sei das Semester störungsfrei und ohne Serverausfälle angelaufen. Aber: „Besonders in der ersten Vorlesungswoche haben wir deutlich erhöhte Zugriffszahlen auf unser Moodle-System feststellen können. Daher mussten wir hier an einigen Stellschrauben Nachjustierungen durchführen“, erklärt das ZIM. „Uns ist auch aufgefallen, dass zu bestimmten Zeiten die Zugriffszahlen auf unsere Systeme für wenige Minuten überproportional ansteigen.“

„Das Deaktivieren des Videobilds kann bei Störungen Abhilfe schaffen.“

Beispielsweise wenn sich viele Studierende gleichzeitig in ihr E-Mail-Postfach einwählen. „Das führt dann zwar zu keinem Serverausfall, aber dennoch zu erhöhten Wartezeiten.“ Trotz solcher Schwierigkeiten zieht das ZIM ein positives Zwischenfazit: „Insgesamt sind wir bisher mit dem Verlauf des Semesters zufrieden. Natürlich ist die Situation auch für das ZIM neu und einzigartig, sodass wir noch dabei sind, dazu zu lernen.“ 

Tipps für Studierende

Damit der digitale Vorlesungsbetrieb auch in Zukunft reibungslos verläuft, sollten Studierende allerdings einige Hinweise beachten. „Wir bemerken zu Spitzenzeiten sehr hohe Peaks, die unsere Systeme stark beanspruchen. Wir arbeiten intern daran, solche Peaks abzufedern. Studierende sollten jedoch - wenn möglich - immer in ihr eigenes E-Mail-Postfach schauen.“ Die Weiterleitung von Mails durch externe Anbieter sorgt sonst für Staus, wodurch einzelne E-Mails vorübergehend nicht weitergeleitet werden können. Es ist also ratsam, sich früh genug (und nicht erst fünf Minuten vor Veranstaltungsbeginn) mit den entsprechenden Links und Logindaten auszustatten.

Grundsätzlich gelte bei Videokonferenzen: „Das Deaktivieren des Videobilds kann bei Störungen Abhilfe schaffen.“ Zwar habe die Universität eine sehr leistungsfähige Internetverbindung, allerdings sei nicht überall flächendeckend Glasfaser- und entsprechend schnelles Internet vorhanden. „Auch das Schließen von gerade nicht benötigten Programmen kann helfen, besonders bei etwas älteren Endgeräten.“ Wenn das nicht hilft, könne sich frei nach dem Motto „Have you tried turning it off and on again?“ ein Systemneustart lohnen.

Sollten dennoch immer wieder Probleme auftreten, freut sich das ZIM über entsprechendes Feedback und hilft bei dringenden Fragen weiter: „Auch wenn die e-Points momentan nicht besetzt sind, stehen unsere Kolleginnen und Kollegen über unsere E-Mail-Hotline zur Verfügung und können schnell helfen.“ Zudem können Studierende in den FAQs nach Lösungen suchen.

UDE: Netiquette im digitalen Semester

Eine kleine Sammlung von Verhaltenstipps für das digitale Sommersemester.
 

Corona-Zeit: Der ganz normale Uni-Wahnsinn

Warum Studierende trotz Corona und der digitalen Lehre dem alltäglichen Wahnsinn nicht entkommen, zeigt euch unsere Gastautorin Carla.
 

–>Mein Campuserlebnis<–

Unser Redakteur Erik Körner über die erste Woche im digitalen Sommersemester.
 
Konversation wird geladen