Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

STUDIUM & FREIZEIT

Zehn Dinge, die Erstis wissen sollten

Damit ihr nicht im Regen steht. Symbolbild von Daniel Veutgen. 
01.10.2018 11:59 - Daniel Veutgen

 
 

Wenn das einer deiner ersten Tage an der Universität ist, hat jede*r Verständnis dafür, dass du ein bisschen aufgeregt und nervös bist. Keine Sorge, du bist ganz sicher nicht allein mit dem flauen Gefühl im Magen auf dem Weg zu den ersten Veranstaltungen. Alles ist neu und viel größer als in der Schule. Es ist ein ungewohntes Gefühl in einen Hörsaal mit mehreren hundert Studierenden zu kommen, von denen sich die wenigsten kennen. Man steht erst einmal verlegen am Seitenrand und weiß nicht genau, wo man sich eigentlich hinsetzen soll. Wir haben für euch ein paar Tipps gesammelt, die euch den Studienstart erleichtern sollen.

1. Bildet Banden! Tausende auf dem Campus sind genauso ahnungslos wie ihr. Vernetzt euch, helft euch gegenseitig, bildet Lern- und/oder Saufgrüppchen. In Facebook- und WhatsApp-Gruppen oder bei den Fachschaften findet ihr Antworten auf viele Fragen und hilfreiche Zusammenfassungen für Klausuren anderer Studis. Checkt für die Prüfungsphase Portale wie Studidrive für Altklausuren oder fragt bei den Lehrstühlen an. Wenn es Übungsgruppen für eine Veranstaltung gibt, teilt eure Ergebnisse mit Kommiliton*innen. Zum einen bekommt ihr direktes Feedback, zum anderen seid ihr vielleicht auch einmal in der Situation nicht zu einer Übungsgruppe gehen zu können – und freut euch, dass jemand anders mitgeschrieben hat.

2. Der optimale Sitzplatz! Es gibt ein paar ungeschriebene Gesetze der Sitzordnung in Hörsälen. Wenn ihr früh da seid, rückt einfach bis zur Mitte durch. Wenn ihr eher gehen müsst, wartet einfach bis die Mitte gefüllt ist und setzt euch an den Rand. Ob man lieber weiter vorne oder hinten sitzt, ist Geschmacksfrage. Es ist ein bisschen wie in der Schule: Wer sich voll konzentrieren will, sollte sich weiter vorne platzieren. Wer nichts gegen ein gelegentliches Schwätzchen in der Vorlesung hat, wählt eine der hinteren Reihen.

3. Verschafft euch einen Überblick! Es gibt unzählige Institutionen, Gruppen und Vereine an der Universität. Da ist es gut zu wissen, wer eigentlich wofür zuständig ist. Zu den wichtigsten zählt sicherlich der Allgemeine Studierendenausschuss, kurz AStA, der euch und eure Interessen als Studierendenschaft vertritt. Der AStA bildet sich aus dem Studierendenparlament, das ihr jedes Jahr wählt. Bei Problemen mit dem Stundenplan, mit Professor*innen oder anderen Fragen, die euer Studium betreffen, könnt ihr euch an eure Fachschaft wenden. Die kennt ihr schon von der O-Woche. Auf der Webseite der Uni findet ihr zudem unter dem Reiter „Organisation“ eine Übersicht über die verschiedenen Gremien.  

4. Engagiert euch! Studium ist nicht immer toll. Aber: Vieles habt ihr selbst in der Hand, denn die Studierenden haben sich das Recht auf Mitbestimmung erkämpft. In Bayern zum Beispiel gibt es keine verfasste Studierendenschaft. Dort können weder AStA, noch gewählte Fachschaften für eure Interessen sprechen. In NRW wird gerade ein neues Hochschulgesetz diskutiert, dass eine Rückkehr zur Anwesenheitspflicht plant. Wenn ihr Einfluss auf Diskussionen wie diese nehmen wollt, engagiert euch in Hochschulpolitik oder den Fachschaften. Und noch wichtiger, geht wählen!

5. Organisiert euch! Zu Semesterbeginn kann es sein, dass eine Terminflut über euch hereinbricht. Klausuren, Referatstermine, Deadlines für Hausarbeiten, Anmeldungszeiträume für Prüfungsleistungen oder Exkursionen – wer hier den Überblick behalten will, sollte einen Kalender pflegen. Egal ob auf dem Smartphone oder klassisch auf Papier. Seine Termine im Blick zu haben, hilft euch auch in der stressigen Klausurphase. Sich innerhalb einer Woche auf drei Klausuren vorzubereiten, macht echt keinen Spaß.

6. Informiert euch über eure Rechte und Pflichten! Jeder Studiengang hat eine Prüfungsordnung und einen Modulverlaufsplan. Darin ist genau geregelt, welche Prüfungsleistungen ihr erbringen müsst, für welches Semester welche Veranstaltungen geplant sind und auch, ob ihr anwesend sein müsst. Wenn euch also ein*e Professor*in mit Anwesenheitspflicht um die Ecke kommt – überprüft das!

7. Don’t panic! Wenn ihr ein Seminar nicht bekommt, ist das nicht schlimm. Geht zur ersten Veranstaltung und sprecht mit den Dozierenden – oft erscheinen andere Studierende nämlich nicht und es gibt noch freie Plätze im Kurs. Wenn ihr das Gefühl habt, dass euch alles zu viel wird, lasst euch gesagt sein: Ihr seid nicht allein. Sprecht mit Kommiliton*innen, geht zur Sozialberatung des AStA oder zur psychologischen Beratung des Studierendenwerks.

8. Vergesst den Rest des Lebens nicht! Ihr solltet euer Leben nicht dem Schreibtisch widmen. Gerade die ersten Wochen können stressig sein. Aber der Campus hat einiges zu bieten: Liegewiesen, Cafés oder den Hochschulsport. Das kann helfen, einen Ausgleich zum stressigen Unialltag zu schaffen. Und denkt daran: Ihr seid  nicht in der Schule. Bei den meisten Veranstaltungen zwingt euch niemand da zu sein. Wenn ihr merkt, dass ihr mit den Folien zu Hause konzentrierter arbeiten könnt und während der Vorlesung nur nach Flügen für den nächsten Urlaub sucht, spart euch die Zeit für den Gang zur Uni.

9. Money, Money, Money! Das Leben als Studi zeichnet sich als Leben ohne Knete aus. Wer BAföG bekommen kann, sollte sich auf jeden Fall diesem Bürokratiemonster stellen. Wenn ihr einen Nebenjob sucht, achtet darauf, dass ihr während des Semesters nicht mehr als 20 Stunden die Woche arbeiten dürft. Zudem wird euch nur bei Jobs mit einem Verdienst von weniger als 450 Euro nichts vom BAföG abgezogen. Sich über Stipendien zu informieren, lohnt sich auch häufiger als man denkt – davon gibt es nämlich unzählige und nicht für alle sind gute Noten erforderlich. Auch da wo gute Noten vermeintlich erforderlich sind, haben andere eine Chance, weil sich Leute aus Angst zu schlecht zu sein, häufig gar nicht erst bewerben und somit die Plätze frei bleiben. Ist das Konto überzogen und der Semesterbeitrag fällig könnt ihr beim AStA einen Härtefallantrag stellen. Wird er bewilligt, werden die Kosten für den Mobilitätsbeitrag, etwa 200 Euro, vom AStA übernommen.

10. Lest die akduell! Okay, das war etwas offensichtlich oder? Neben dem Lesen könnt ihr aber auch selbst kreativ werden: Wir suchen immer  bezahlte Gastautor*innen für unsere Zeitung. Also meldet euch, wenn ihr Ideen habt, unter redaktion@akduell.de.
 

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