Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

STUDIUM & FREIZEIT

Wollen wir Fernsehen - machen?

Uuuund bitte: Bei nrwision gibt es Filme mit einem weitem Themenspektrum. (Foto: Gerne)

24.10.2015 08:00 - Linda Gerner



Fernsehsendungen produzieren – das ist nur was für richtige Profis, das kann man nur mit teurem Equipment und überhaupt: Meine Filme sind dafür sicher nicht gut genug. Der TV-Lernsender „nrwision“ sieht das anders. Hier darf jede*r eigene Filme einreichen und das Programm des Senders dadurch mitgestalten. Auch Filme von Studierenden der Universität Duisburg-Essen zeigt der Sender.

Fernsehen, das aus NRW kommt. Und nicht nur das. Es kommt auch direkt von den unterschiedlichen Menschen, die in NRW leben. Vom Amateurfilm über regelmäßige Formate von Bürger*innengruppen bis hin zu den ersten Filmen von angehenden Journalist*innen ist bei nrwision alles dabei.  Echtes Bürger*innenfernsehen – konsequenterweise auch von Bürger*innen benannt. Als der TV-Lernsender 2009 startet, wird durch einen Aufruf und eine öffentliche Abstimmung schließlich der Sender mit dem Wortspiel aus „NRW“ und „Vision“ getauft: nrwision. Ein bisher in Deutschland einzigartiges Projekt beginnt.

Kein Quotendruck, sondern Spaß am Filme machen



„Es geht uns darum, keinen Quotendruck zu haben. Wir als Plattform wollen jeden unterstützen, der eine Botschaft hat und die voranbringen möchte“, sagt nrwision-Chefredakteur Stefan Malter. Daher gibt es auch keine technischen Standards, die zwingend eingehalten werden müssen: „Oft gibt es tolle Inhalte, auch wenn es nicht perfekt gedreht ist, aber die Beiträge sind immer mit Herzblut und viel persönlichem Engagement gemacht und das wollen wir durch unsere Plattform wertschätzen.“ Bei Amateurfilmen sieht Malter auch einen Vorteil: „Die Beiträge wirken eben dadurch echter, da sie nicht aalglatt und perfekt und nicht von Profijournalisten gemacht sind. Sondern von Menschen, die mit einem natürlichen Blick an die Themen rangehen.“

Bin ich gut genug?



„Unser Programm ist so gut wie Deine Ideen“  heißt es auf der Internetseite des Senders. Die Menschen, die dort Beiträge einreichen dürfen filmisch experimentieren. Eine wichtige Anforderung an die Filme gibt es jedoch schon erklärt Chefredakteur Stefan Malter: „Natürlich müssen wir immer gucken, ob die Beiträge medienrechtlich in Ordnung sind. Wir prüfen jeden Beitrag und schauen, ob er Urheberrechte oder Persönlichkeitsrechte verletzt.“  Neben den eingesendeten Beiträgen, laufen auch eigene Formate: „Hier bei nrwision entstehen auch verschiedene Talkformate, zum Beispiel Sendungen mit prominenten Medienmachern, da hatten wir schon Peter Kloeppel und Anne Will zu Gast. Oder wir fahren auch mal als Reporter raus und stellen die schönsten Weihnachtsmärkte des Landes vor.“

Nrwision ist kein kommerzieller Sender und finanziert sich nicht durch Werbeeinahmen. Gefördert wird der TV-Lernsender von der Landesanstalt für Medien NRW. Die Programmverantwortung liegt beim Institut für Journalistik der Technischen Universität Dortmund und bei Journalistik-Professor und TV-Moderator Michael Steinbrecher. Mit der TU Dortmund arbeitet der Sender eng zusammen. Die Programmredaktion von nrwision setzt sich größtenteils aus Journalistik Student*innen der Dortmunder Uni zusammen, bei denen die Arbeit bei nrwision Teil ihres Studiums ist.

Nrwision – auch an der UDE

Regelmäßige Einsendungen von Beiträgen gibt es auch von Studierenden der Universität Duisburg-Essen. Zum einen von der Lehr- und Lernredaktion „fonDue“ unter der Leitung von Prof. Christian Börsing, die es  seit dem Wintersemester 2014/15 gibt und die pro Semester über nrwision zwei TV-Magazine ausstrahlen. Die Redaktion besteht aus Lehramtsstudierenden, die beispielsweise kurze Filme über die Mensa oder Portraits von besonderen Studierenden produzieren. Die zweite Gruppe an der Uni Duisburg-Essen, die Sendungen für nrwision produziert heißt „com.Pott“. Diese ist innerhalb des Masterstudiengangs Literatur- und Medienpraxis (LuM) entstanden. In verschiedenen Seminaren produzieren Studierende Beiträge über kulturelle Projekte im und rund ums Ruhrgebiet. Auch Masterarbeitsfilme von LuM-Student*innen strahlt nrwision aus. Ein Blick in die Videocharts des Senders zeigt außerdem, wie vielseitig das Programm ist: Poetry Slam, Reiseberichte oder Bettgeschichten, sicher ist für alle was dabei.

Wo kann nrwision gesehen werden?
Rund um die Uhr und unverschlüsselt via Unitymedia, NetCologne und NetAachen sowie per Livestream auf

–>Mein Campuserlebnis<–

In unserer Serie Campuserlebnisse erzählen Studierende von ihren schönsten, peinlichsten, kuriosesten oder verwirrensten Momenten an der Universität Duisburg-Essen...
 

Ein Fünftel des AStA-Etats ist schon weg

Wenn es um Pünktlichkeit geht, könnte der AStA der Deutschen Bahn ernsthafte Konkurrenz machen. Mit rund 30 Minuten Verspätung tagte die Studierendenvertretung aus Grüner Hochschulgruppe (GHG), Juso Hochschulgruppe (Jusos) und Linker Liste (LiLi) am Dienstag, 17. April, in Duisburg. Etwas schneller als sonst sollte es gehen, auf ausschweifende oder wiederholende Aussagen sollte man in Zukunft verzichten, betont Vorsitzende Carlotta Kühnemann (LiLi) mit Nachdruck. Zu diskutieren gab es Einiges: Im Fokus standen verschiedene Anträge zu Veranstaltungen, die der AStA mit einer Ausnahme allesamt annahm. Eine Bewilligung von 4.855 Euro versprach er allein in der ersten Sitzung des Haushaltsjahres. Innerhalb eines Jahres hat der AStA für Anträge von Gästen ein Gesamtetat von 25.000 Euro zu Verfügung. Das jetzt bereits fast ein Fünftel dessen verteilt wird, sei kein Problem, meint Co-Vorsitzender Marcus Lamprecht (GHG). Auf anderen Sitzungen würden weniger Anträge eingereicht, sodass sich die Ausgaben ausgleichen würden.
 

Aus dem Untergrund in die Oberliga

Die Studi-Band Agenda will das zur Zeit unbeliebte Genre Heavy Metal wiederbeleben.
 
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