Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

STUDIUM & FREIZEIT

Viel Luft nach oben beim Online-Semester

Mehr Zeit zum Lernen im Online-Semester? Eher nicht. [Symbolbild: pixabay]
16.04.2021 12:41 - Özgün Ozan Karabulut

Die Vorlesungszeit des dritten digitalen Semesters hat begonnen. Trotz schneller und erfolgreicher Umstellung der Lehrformate bestehen auch nach einem Jahr einige große Baustellen.

Eine Kommentar von Özgün Ozan Karabulut

Statt Vorlesungen und Seminaren am Campus finden Lehrveranstaltungen seit letztem Sommersemester digital statt. Für manche Professor:innen führt dies zu dem Trugschluss, dass die Gefahr bestünde, Studierende könnten sich zuhause langweilen. Daher kann man ihnen bedenkenlos mehr Workload zumuten. Was hier zu kurz kommt ist, dass sich die Lernbedingungen geändert haben. Während vor der Pandemie Veranstaltungen an der Uni stattfanden, sind nun die eigenen vier Wände Hörsaal, Seminarraum und Bibliothek zugleich. Wie sollen Studierende die gleichen Leistungen wie vorher erbringen, wenn sich die Rahmenbedingungen des Studiums extrem verändert haben? 

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Neben synchronen Online-Veranstaltungen existieren Module, bei denen aufgezeichnete Videos die Regel sind. Materialien wie Skripte oder Literatur werden im Moodle-Kurs zur Verfügung gestellt. Eine Auseinandersetzung mit den Themen der Lehrveranstaltung fehlt hier komplett. Das Online-Studium wird vermehrt zum Selbststudium. Nach der Veranstaltung die Dozierenden etwas zu fragen, ist nicht möglich. Im Online-Studium fehlt eine wichtige Komponente, die leicht hinzugefügt werden kann: das Feedback von Studierenden. Dozierende haben nicht die Möglichkeit zu erkennen, ob das Online-Seminar die Teilnehmer:innen über- oder unterfordert und sie letztendlich nur auf die Beendigung der Veranstaltung warten.

Anreize wie freiwillige Aufgaben für Bonuspunkte in der Prüfung wären passende Optionen Studierende zu motivieren. Dozierende sollten vermehrt versuchen, Studierende in Vorlesungen einzubinden und auch die Interaktion unter den Studierenden durch beispielsweise häufigere Breakout Sessions zu fördern. Natürlich ist es von der Veranstaltung und der lehrenden Person abhängig, wie letztendlich die Online-Lehre gestaltet wird. Es wäre wünschenswert, dass ein halbwegs einheitliches Online-Konzept besteht, an dem sich Studierende und Lehrende orientieren können. Universitäten und Lehrende müssen endlich anfangen sich damit auseinanderzusetzen, wie digitale Lehre zukünftig Präsenzveranstaltungen unterstützen und ergänzen kann. Wenn aufgezeichnete Videos im Moodle-Kurs eingestellt werden, worin besteht dann für Studierende der Mehrwert, zukünftig Vorlesungen ohne Teilnahmepflicht zu besuchen?

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