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STUDIUM & FREIZEIT

Uniaktiv: Credit Points im Ehrenamt sammeln

Hier mitten auf dem Campus ist der Essener Standort von Uniaktiv.
[Foto: Uniaktiv]
15.03.2021 12:44 - Sophie Schädel

Uniaktiv verknüpft an der Universität Duisburg-Essen Lehre und zivilgesellschaftliches Engagement. Studierende bringen das, was sie an der Uni gelernt haben, in lokale Initiativen wie der Caritas oder dem Stadtgeschäft für Stadtwandel ein. Wir haben mit Co-Leiter Karsten Altenschmidt und Carlotta Behle, Wissenschaftliche Hilfskraft bei Uniaktiv, darüber gesprochen, warum beide Seiten von der Zusammenarbeit profitieren.

Ehrenamtliche Arbeit wird durch Corona-Pandemie erschwert

Die ehrenamtliche Arbeit leidet unter den Corona-Schutzmaßnahmen, doch gerade jetzt ist das Engagement besonders groß.
 

„Universitäten fällt es oft schwer, einen praktischen Bezug in ihre Lehre zu bringen“, erklärt Karsten Altenschmidt den Sinn von Uniaktiv. „Das ist eine Lehrstelle, die wir mit Service Learning füllen können, weil wir ganz konkret mit gesellschaftlichen Organisationen arbeiten.“ Service Learning ist die Verknüpfung von bürgerschaftlichem Engagement mit akademischem Lernen. Neben diesem Anwendungsbezug geht es für Altenschmidt auch um eine normative Frage: „Was sollen Absolventen eigentlich können und denken, wenn sie die Uni verlassen?“ Er wünscht sich, dass Studierende in ihrer Stadt aktiv werden und sich engagieren.

Was wird kreditiert?

Um bei Uniaktiv Credit Points zu sammeln, reicht es aber nicht aus, einfach irgendeinem Ehrenamt nachzugehen. „Kreditiert wird nicht das Ehrenamt, sondern die Lernleistung. Schließlich sind wir eine Bildungseinrichtung“, betont Altenschmidt. Die Studierenden sollen sich als angehende Wissenschaftler:innen engagieren und müssen in den Begleitseminaren über den gesellschaftlichen Nutzen ihrer Tätigkeit reflektieren. Solche Seminare organisiert Carlotta Behle für Uniaktiv. Sie betreut die Dozent:innen und findet passende Organisationen für die jeweiligen Lehrveranstaltungen. „Wir haben zum Beispiel ein Seminar zu Öffentlichkeitsarbeit“, erklärt sie. „Am Anfang erklären wir die theoretischen Grundlagen: Wie schreibt man eine Pressemitteilung, wie gestaltet man ein Plakat?“

Dann lernen die Studierenden die Projektpartner kennen: Organisationen, die genau das brauchen, was die Studierenden gerade gelernt haben – zum Beispiel eine Öffentlichkeitskampagne. Die Studierenden entwerfen eine für sie und werden dabei im Seminar begleitet. „Am Ende müssen sie einen Reflexionsbericht schreiben“, ergänzt Behle. „Was lief gut, was hat nicht funktioniert, und was habe ich aus dem Projekt gelernt?“ Eine Win-Win-Situation, denn am Ende haben die Studierenden praktische Erfahrungen gesammelt, und die Organisationen ein maßgeschneidertes Produkt.

Die Kluft zwischen Theorie und Praxis überwinden

Dabei lernen die Studierenden auch, mit Problemen umzugehen. Theoretisches Wissen, beispielsweise über quantitative Erhebungsmethoden, lässt sich nicht immer eins zu eins auf die Praxis übertragen. Karsten Altenschmidt erinnert sich an ein Erlebnis aus einem Seminar in den Bildungswissenschaften: Dort sollten Studierende die Eltern von Grundschüler:innen befragen, wie sie die Schule bewerten. „Der Schulleiter hat unseren Studierenden gesagt: Wenn ihr schon mal dabei seid, wirkt doch direkt darauf hin, dass die Eltern uns besser finden“, berichtet Altenschmidt. Das würde die Umfrageergebnisse natürlich verfälschen. „Das war eine tolle Möglichkeit für die Studierenden. Sie müssen das Problem erkennen und eine Lösung finden.“

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Graue Theorie war gestern – jetzt geht es in die Praxis. [Foto: pixabay]
 

Insgesamt hat Uniaktiv seit der Gründung 2006 laut eigenen Angaben über 250 Seminare angeboten, an denen mehr als 6.000 Studierende an acht Fakultäten der UDE teilgenommen haben. Das reicht ihnen noch nicht: „Am liebsten hätten wir natürlich, dass in allen Fakultäten bestimmten Bereiche mit Service Learning untermauert werden“, wünscht sich Carlotta Behle. Viele Seminare können Studierende bislang nur im Ergänzungsbereich belegen. Uniaktiv will jedoch mit der Zeit auch immer mehr fachspezifische Veranstaltungen auf Service Learning umstellen und berät dafür Fakultäten und Lehrende.

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