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STUDIUM & FREIZEIT

UDE: Netiquette im digitalen Semester

Das aktuelle Semester müsst ihr an euren eigenen Schreibtischen verbringen. [Symbolfoto: pixabay]

01.05.2020 14:36 - Erik Körner

Sowohl Studierende als auch Dozierende sind dieses Semester mit einer neuen Herausforderung konzentriert: ausschließlich digitalen Veranstaltungen. Ein kurzer Guide für eine angemessene Netiquette, damit ihr euren Dozierenden diese schwierige Zeit nicht zu einer noch größeren Hölle macht.

Was haben Vorlesungen, Hausarbeiten und Klausuren gemein? Vorbereitung ist der wichtigste Schritt. Auf Veranstaltungen via Big Blue Button oder Zoom trifft dasselbe zu. Macht euch mit der Technik vertraut, bevor euer Seminar startet. Seid nicht die Person, die zu spät kommt und deren Gefluche versehentlich den*die Dozent*in übertönt, weil ihr nicht wisst, wie ihr euer Mikro stummschaltet.

Apropos Verspätungen: Durch das digitale Angebot ist es so leicht wie noch nie, pünktlich zum Start einer Veranstaltung zu sein. Damit schleicht sich allerdings die Verlockung an, so lange wie möglich zu schlafen – und potenziell zu verschlafen. Mit ein bisschen Glück fällt es den Dozierenden nicht auf, wenn sich eine Person verspätet in eine Übertragung mogelt. Natürlich ist das leichter, als ein Audimax zu infiltrieren. Aber darum geht es nicht.

Nicht pünktlich zu sein bedeutet, Infos zu verpassen. Die meisten Dozierenden reagierten bereits in analogen Semestern allergisch auf Nachrichten, die nach selbstverschuldet versäumten Inhalten fragten. Vielleicht kennen sie sich nicht so gut wie ihr mit Technik aus. Dafür wissen sie zwei Dinge umso besser: Dass die meisten von euch den ganzen Tag am Handy oder vorm PC verbringen und, dass der Weg vom Bett zum PC nicht lang genug ist, um Verspätungen zu verursachen.

Tippen ist Silber…

Gerade in Veranstaltungen mit über hundert Teilnehmenden rate ich davon ab, für eine Frage euer Mikro anzuschalten. Wenn es eine Person macht, ziehen andere womöglich nach und eine Kaskade knisternder Stimmen folgt. Glücklicherweise haben Big Blue Button und Zoom ein Chat-Fenster, das dieses Problem annulliert.

Wie auch in regulären Veranstaltungen wird das Augenmerk eurer Dozierenden auf dem Unterricht liegen. Trotzdem werden sie für eure Fragen den Chat im Auge behalten. Denn nicht alle von ihnen möchten, dass ihr eure Webcam einschaltet. Bei Anwesenden im dreistelligen Bereich wäre das nicht zielführend. Ohne eine Webcam können sie auch nicht sehen, ob ihr euch meldet. 

Falls ihr doch via Webcam chattet, wäre es schlau, sich eine Hose anzuziehen.

Formuliert eure Fragen an Dozierende so kurz wie möglich und verlegt alle anderen Anliegen in private Chats mit Freund*innen. So bleiben wichtige Fragen länger sichtbar und euren Kommiliton*innen kann schneller geholfen werden. Wird der Chat mit Geplänkel bombardiert, besteht die Gefahr, dass wichtige Nachrichten untergehen. Gerade in der aktuellen Lage ist es wichtig, Rücksicht zu zeigen und solidarisch zu sein. 

Ein Bonushinweis für Seminare, die das Selbststudium fordern: Speichert alle Mails von Dozierenden ab. Sie nach Infos zu Fragen, die ihr verpasst habt, weil Pünktlichkeit keine eurer Stärken ist, ist eine Sache. Sie nach Infos zu Fragen, die ihr schon erhalten aber verschusselt habt, eine andere.

PS: Falls ihr doch via Webcam chattet, wäre es schlau, sich eine Hose anzuziehen. Ein geschickter Kamerawinkel mag euren Körper hüftabwärts verdecken. Vergesst ihr aber, vorm Aufstehen eure Webcam auszuschalten, sind wissenschaftliche Fakten nicht länger die einzigen nackten Tatsachen im Raum.

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