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STUDIUM & FREIZEIT

Studium auf der Überholspur

[Foto: Sophie Schädel]

13.05.2019 19:18 - Sophie Schädel

Patrick Imcke ist Doktorand an der UDE. Und er ist 22 Jahre alt. Gute Planung und eine ordentliche Portion Zielstrebigkeit haben ihn dorthin gebracht. Wie genau funktioniert das? Und was hat Imcke jetzt noch vor?

Seinen Mathe-Bachelor hat er direkt nach dem Abitur angefangen und ihn in Regelstudienzeit abgeschlossen „Und dann habe ich mich gefragt, was das Maximum des Möglichen wäre“, erzählt er. Also fasst er sich einen Plan: Masterstudium in nur zwei Semestern. „Dann habe ich mir die Verlaufspläne angeschaut und gesehen, dass das tatsächlich gerade so möglich ist.“

Also hat er den Plan durchgezogen. Und direkt im Anschluss, noch mit 21, angefangen zu promovieren. Noch schneller hätte er seinen Master wohl nicht abschließen können, meint Imcke: „In Mathe sitzt man oft mit Kommilitonen bis spät in die Nacht über Problemen, weil am nächsten Morgen die Deadline ist. Gerade im Master hatte ich, weil ich ja schnell fertig werden wollte, oft fünf Deadlines in einer Woche. Da ist die Balance mit Freizeit manchmal schon schwierig.“

Kommt bei ihm nie Stress auf? „Doch. Wenn eine Deadline herannaht und die Arbeit noch nicht dem entspricht, was ich eigentlich schaffen müsste“, sagt er. „Dann bleibt eben nur noch Handy aus und konzentriert arbeiten. Hektik hilft nicht. Und wenn man dann geschafft hat was man wollte, gibt einem das ein super Gefühl.“

Schritt für Schritt, Tag für Tag

Wie schafft er das? Wenn er es ausspricht, klingt es sehr simpel. „Ich überlege mir, wo ich in ein paar Jahren sein will. Das breche ich dann auf meinen Tagesablauf herunter. Ich wollte für meinen Master nur zwei statt vier Semester studieren. Das hieß, 60 CP pro Semester zu schaffen. Dementsprechend habe ich dann meine Veranstaltungen belegt.“ So macht er aus einer groben Idee einen konkreten Plan.

„Wenn mal etwas nicht klappt, ist das nicht schlimm.“

Früher hat Imcke Schach gespielt. Er war schon als Schüler NRW-Meister und trat in der Bundesliga an: „Das hat mir geholfen, weil Schach die Leute herausfordert. Man wird im Leben manchmal von einer Klippe gestoßen und dann heißt es ‚Jetzt mach mal‘. Ich bin was Stress angeht durch Schach ziemlich robust.“ Das Hobby musste aber Imckes ehrgeizigen Plänen weichen. „Aber ich mache regelmäßig Sport, gerne auch mit Freunden“, erklärt er. „Mal Fitness, mal Tennis. Und Zeit für die MINT-Partys bleibt auch“, sagt er und lacht.

Der Sache auf den Grund gehen

Warum tut man sich das an? „Man muss sich die Frage nach dem Warum stellen. Warum habe ich dieses Ziel? Das ist bei jedem etwas Anderes. Will ich gerade wirklich lernen, weil ich die Klausur schreiben will, oder nicht doch eher für ein übergeordnetes Ziel, zum Beispiel meinen Kindern mal viel beibringen zu können?“ Sein eigenes Warum bleibt privat.

„Wenn mal etwas nicht klappt, ist das nicht schlimm“, sagt Imcke. „Zum Beispiel hatte meine letzte Wirtschafts-Klausur eine hohe Durchfallquote und ich habe sie zuerst nicht bestanden. Sowas passiert, aber dann mache ich es beim nächsten Mal eben besser.“

Was hat er als nächstes vor?

Besonders interessiert Patrick Imcke sich für Verhaltensökonomik – das Themengebiet, über das er auch seine Doktorarbeit schreiben will. Er beschäftigt sich dafür mit dem Teilbereich Telemedizin: „Dazu gehört zum Beispiel ein Videotelefonat mit einem Arzt. Das hat sehr viele Vorteile für den Patienten. Er muss nicht Reisen, hat keine Wartezeiten. Gerade für ältere Menschen ist das sehr komfortabel.“

Sein erstes Paper hat er bereits fertig. „Dafür habe ich einen Algorithmus geschrieben, der –  wenn ich tatsächlich mal in der Wirtschaft landen sollte – ein langfristiger Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz wäre“, erklärt er stolz.

Ob er den jemals an der freien Wirtschaft im eigenen Unternehmen einsetzen will oder doch lieber in der Wissenschaft bleibt, will Imcke sich noch offenhalten. Bevor er anfing zu promovieren, hat er schon mehrere Jobangebote aus der Wirtschaft erhalten. „Aber ich wollte erst promovieren“, da war er sicher.

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