Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

STUDIUM & FREIZEIT

Sprachrohr der Studierenden

Ziel des fzs: deutschlandweite Vernetzung (Grafik: dav)

07.04.2016 19:15 - Daniel Veutgen



Was viele wahrscheinlich noch gar nicht wussten: Neben dem Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) und dem Studierendenparlament (StuPa) werden Studierende der Uni Duisburg-Essen auch durch den freien zusammenschluss von studentInnenschaften (fzs) vertreten. Ziel ist die deutschlandweite Vertretung und Vernetzung von Studierendenschaften. Der AStA der Uni Duisburg-Essen ist eins von rund 90 Mitgliedern im Dachverband. Davon kann der AStA in einigen Bereichen profitieren, doch es gibt auch Kritik am fzs.

Rund eine Millionen Studierende vertritt der fzs in ganz Deutschland. Besonders in Süddeutschland und Nordrhein-Westfalen sind viele Universitäten oder Fachhochschulen Mitglied im fzs. „Dadurch kann der fzs als bundesweites Sprachrohr auftreten“, sagt Sandro Philippi. Er studiert Psychologie, Geschichte und Philosophie in Konstanz und ist eines von vier Vorstandmitgliedern des fzs. „Der zweite wichtige Punkt ist das Empowerment der Studierendenvertretungen durch Material, Informationen, Workshops oder auch finanziell. Themen dazu können beispielsweise die Hochschulfinanzierung, BAföG oder die Sozialbeiträge sein“, fügt er hinzu.

Nach der Fusion der beiden Unis Duisburg und Essen argumentierte der damalige AStA, dass beide ASten nicht mehr getrennt voneinander existieren und deswegen keine Mitglieder seien. Der fzs klagte dagegen und bekam Recht. 2013 einigten sich der AStA aus Linker Liste und Grüner Hochschulgruppe und der fzs darauf, die entstanden Schulden aufgrund der nicht gezahlten Mitgliedsbeiträge zu erlassen, wenn die Uni Duisburg-Essen bis Dezember 2015 vollzahlendes Mitglied ist. Inzwischen ist sie Mitglied im ständigen Ausschuss der StudentInnenschaften, das höchste beschlussfassende Organ des fzs abgesehen von den Mitgliederversammlungen. Corinna Kalkowsky von der Uni Duisburg-Essen und Antidiskriminierungsbeauftrage des fzs, erklärt die Vorzüge der Mitgliedschaft: „Auch wenn der fzs bundesweit aktiv ist, ist er für jeden da. Für alle Studierenden jeder Uni. Vorteile ergeben sich also nicht unbedingt für uns als AStA, sondern durch die gemeinsame Struktur für alle Studierenden.“

Vor allem das gegenseitige Kennenlernen und der Einblick in die Arbeit anderer Vertretungen bieten Vorteile. „Wir haben vor allem von der Mitgliederversammlung profitiert, dort haben wir sehr viele Ideen und Eindrücke gesammelt. Zum Beispiel wie es an anderen Unis beziehungsweise in anderen Bundesländern läuft“, sagt Corinna Kalkowsky. Und auch Sandro Philippi glaubt: „Die Uni Duisburg-Essen kann durch den fzs viele andere Hochschulen kennen lernen, zu denen sie sonst keinen Kontakt gehabt hätte.“

Doch es gibt auch Kritik am Dachverband. Die kommt vor allem aus der Opposition im StuPa. Der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) und die Liberale Hochschulgruppe (LHG) fordern einen Austritt aus dem fzs. „Satte 30.000 Euro aus unseren studentischen Beträgen werden jährlich für den Mitgliedsbeitrag aufgewendet. Erkennbare Gegenleistungen gibt es für die Studenten unserer Universität nicht, der Verband dürfte den allermeisten Studenten überhaupt kein Begriff sein“, so der RCDS. Alexander Steffen, Mitglied der LHG, kritisiert neben den Kosten auch die Ausrichtung des fzs: „An sich begrüße ich die Idee eines Dachverbandes. Der muss sich aber nicht unbedingt zu jedem Thema positionieren, der Fokus sollte da mehr auf hochschulpolitischen Themen liegen. Es muss deutlicher herauskommen, dass es sich um ein hochschulpolitisches Mandat handelt.“

Nach einer Urabstimmung in Bonn, in der sich die Studierenden der Uni gegen einen Verbleib im fzs entschieden hatten, kündigen nun LHG und RCDS ebenfalls die Forderung einer Urabstimmung an. „Da jeder Student Mitglied ist, halten wir als LHG eine Urabstimmung über den Verbleib im fzs für notwendig“, so Alexander Steffen. Auch RCDS-Vorsitzender Jörn Skowronek sagt: „Bonn hat gezeigt, wie es gehen kann. Sollte sich die linke Mehrheit im Studierendenparlament gegen einen Austritt aus dem „fzs“ aussprechen, werden wir als RCDS versuchen, den Austritt durch eine Urabstimmung zu erzwingen.“

Vorstandsvorsitzender Sandro Philippi glaubt hingegen: „Die Kritik am fzs, die meist von LHG und RCDS stammt, erklärt sich zu großen Teilen daraus, dass LHG und RCDS eben nicht wirklich im fzs vertreten sind.“ Er hofft, dass in Zukunft die Koordination und Absprache der Unis und ASten sich weiter verbessert: „Ich würde mir wünschen, dass die Beteiligungsquote steigt. Studierende sollen wissen, was der fzs oder der AStA machen. Momentan ist die Erreichbarkeit der Studierenden ein bisschen gering, dass liegt aber auch daran, dass der Studiendruck sehr groß ist.“

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