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STUDIUM & FREIZEIT

So stehen Studierende zur Corona-Impfung

Die Corona-Impfung ist keine Pflicht in Deutschland. [Foto: pixabay]

08.02.2021 13:15 - Saskia Ziemacki

Bis zum Sommer 2021 will man in Deutschland allen ein Impfangebot gemacht haben, verspricht Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Studien besagen, dass zwei Drittel der Bevölkerung dieses Angebot annehmen wollen. Explizit auf Studierende und die verschiedenen Impfstoffe wurde dabei jedoch nicht eingegangen. Also haben wir nachgeforscht: Die meisten Studis, die wir befragt haben, würden sich impfen lassen. Wenn es um den Impfstoff geht, gibt es jedoch geteilte Meinungen.

In Deutschland wurden laut Robert-Koch-Institut bereits über 2 Millionen Menschen geimpft. Das entspricht nicht einmal 3 Prozent der Bevölkerung. Geimpft wird hierbei nach Priorisierung in drei Stufen. Angefangen mit der höchsten Priorität, unter denen sich Menschen über 80 Jahre und medizinisches Personal befinden. Bei einer hohen Priorität werden dann unter anderem Menschen über 70 Jahre, Personen mit geistiger Behinderung, Polizei- und Ordnungsdienste sowie Personen, die in Flüchtlings- und Obdachloseneinrichtungen leben oder tätig sind, geimpft. Bei einer erhöhten Priorität sind dann Menschen über 60 Jahre, Personen mit bestimmten Krankheiten wie HIV, Krebs oder Asthma sowie Erzieher:innen und Lehrer:innen an der Reihe. Wenn danach genügend Impfstoff vorhanden ist, kann sich auch der Rest der Bevölkerung impfen lassen. 

Bisher wurden laut Gesundheitsministerium rund 4,2 Millionen Dosen des deutschen Impfstoffes BioNTech sowie des US-amerikanischen Impfstoffes Moderna an die Bundesländer ausgeliefert. Bis Anfang März verspricht der schwedisch-britische Impfstoffhersteller AstraZeneca mehr als 3,2 Millionen Dosen zu liefern. AstraZeneca steht jedoch immer wieder in der Kritik. So heißt es laut einer britischen Studie, dass der Impfstoff nur eine recht begrenzte Wirkung gegen die in Südafrika entdeckte Coronavirus-Mutation aufweise. Auch sei die Wirksamkeit bei Menschen über 65 Jahren sehr gering. Eine Zulassung des Impfstoffes AstraZeneca erfolgt demzufolge nur für 18 bis 65-jährige. Das hat Auswirkungen auf die Impfstrategie: Menschen unter 65 Jahren bekommen nun schneller eine Impfung als angenommen. Doch auch bei einer klinischen Studie mit Proband:innen zwischen 18 und 55 Jahren lag die Wirksamkeit von AstraZeneca bei 62 Prozent, während sie bei den mRNA-Impfstoffen BioNTech/Pfizer und Moderna bei über 94 Prozent liegt.

Wir haben Studierende gefragt, ob sie sich impfen lassen würden und wenn ja, mit welchem Impfstoff:
 
Viola
„Ich nehme jede Impfung, die ich kriegen könnte. So bald wie möglich. Ich will aufhören, mir die ganze Zeit Sorgen zu machen, und ich will, dass alles so schnell wie möglich wieder ‚normal‘ wird. Ich will meine Freundin besuchen können, die in einem anderen Land wohnt, ohne dass es unglaublich kompliziert ist. Wenn ich ganz nüchtern darüber nachdenke, würde ich tatsächlich das sehr geringe Risiko von Gesundheitsfolgen später im Leben für Normalität im hier und jetzt eintauschen.”

Laura
„Ich werde mich erstmal nicht impfen lassen. Ich bin nicht dagegen, aber es ist mir einfach zu kritisch, weil man über Langzeit-Nebenwirkungen noch nichts sagen kann. Mein absolutes Argument in dieser Hinsicht ist, dass man noch nicht weiß, wie sich das auf die Fruchtbarkeit auswirkt.” 

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Bisher ist unklar, wie lange Studierende noch auf eine Impfung warten müssen. [Foto: pixabay]


Christoph
„Wir sind momentan nicht in der Lage, dass wir so viel Impfstoff zur Verfügung hätten, als dass man da groß wählen könnte. Deswegen muss man auch aus Verantwortung gegenüber der restlichen Bevölkerung den Impfstoff nehmen, den man bekommen kann, um schnellstmöglich Herdenimmunität herstellen zu können. Außerdem bin ich großer Befürworter davon, bereits Geimpften wieder alle Freiräume zu bieten und die Beschränkungen aufzuheben.”
 
Leo
„Ich würde mir alles impfen lassen, was von der EMA (European Medicines Agency) und der ständigen Impfkommission abgesegnet wurde und alle drei Testphasen durchlaufen hat. Und das so früh wie möglich. Es ist ein effektiver Schutz vor einer potentiell gefährlichen Krankheit, auch wenn ich mich nicht wirklich vor einem schweren Krankheitsverlauf fürchte. Es geht eher darum, selbst kein möglicher Überträger sein zu können.”
 
Buddhima
„Ich denke, dass die Impfung der Weltbevölkerung gleichzeitig und so schnell wie möglich erfolgen muss, um weitere Ausbrüche und die Möglichkeit des Auftauchens gefährlicherer Stämme zu vermeiden.”
 
Kim
„Eigentlich möchte ich mich nur impfen lassen, weil ich denke, dass ich ansonsten am gesellschaftlichen Leben nicht mehr teilhaben kann. Reisen kann man dann bestimmt außerhalb Europas auch nicht mehr.”

Max
„Ich würde mir nicht den AstraZeneca-Wirkstoff impfen lassen. Ich habe Angst, dass andere Länder mich damit nicht reinlassen. Im Gegensatz zu Biontech kann man trotz Impfung das Virus in sich tragen und ansteckend sein.”
 
Klara
„Ich würde mich auf jeden Fall impfen lassen, aber am liebsten mit einem der Impfstoffe, die eine hohe Wirksamkeit haben. Ich finde, dass das solidarisch ist und mache mir wenig Gedanken wegen möglicher Nebenwirkungen. Aber vor allem, damit bald wieder alle ohne Angst und Maßnahmen zusammen Zeit verbringen können.”

Aufgrund der Vielzahl an Zuschriften haben wir nicht alle veröffentlichen können, ebenso mussten wir teilweise Kürzungen und Übersetzungen vornehmen.
 

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