Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

STUDIUM & FREIZEIT

So mobil sind die Studierenden der UDE

Nicht nur die Bahn macht mobil. [Symbolfoto: pixabay, Bildquelle: lizenzfreies Foto]
27.05.2019 10:49 - Gastautor*in

Die meisten Studierenden der Universität Duisburg-Essen (UDE) nutzen den öffentlichen Nahverkehr, um zum Campus zu gelangen. In Essen gibt es jedoch Bemühungen, den Radverkehr attraktiver zu gestalten.

Von Gastautor Alexander Weilkes

Angesichts drohender Fahrverbote wird das Thema Mobilität nicht nur in der Essener Stadtverwaltung heiß diskutiert, auch an der UDE werden alternative Verkehrskonzepte immer wichtiger. Die meisten Studierenden reisen mit dem öffentlichen Personennahverkehr zu ihrem Studienort in Duisburg oder Essen an. Das ergab eine Befragung des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE), die im September 2018 veröffentlicht wurde. Demnach wird für den Campus Essen zu 82,8 Prozent der ÖPNV gewählt, 67,1 Prozent sind es am Duisburger Standort.

Etwa ein Viertel der Studierenden beider Campusse begibt sich nach eigenen Angaben auch zu Fuß auf dem Weg, das Fahrrad wird von fast 15 Prozent der Essener Studierenden genutzt, während es in Duisburg fast 21 Prozent sind. Auto oder Motorrad nutzen etwa 23 Prozent der Essener und 33 Prozent der Duisburger Studierenden. Im Vergleich zum Befragungsjahr 2003 lassen sich deutliche Veränderungen erkennen: In Essen bevorzugten im Jahr 2018 etwa zehn Prozent mehr der Befragten den ÖPNV, als noch 15 Jahre zuvor, wobei gleichzeitig die Nutzung des Autos oder des Motorrads um fast 15 Prozent abnahm. Abgeschwächt lässt sich diese Entwicklung auch für Duisburg ermitteln. Die Nutzung anderer Mobilitätsformen blieben hingegen ohne nennenswerte Veränderungen.

Welche Mobilitätsangebote gibt es an der UDE?

Wer zwischen den Standorten Duisburg und Essen pendelt, kann neben dem ÖPNV auch den Shuttlebus nutzen, der bis 16:30 Uhr fährt. Eine kürzliche Nachfrage beim Dezernat für Wirtschaft und Finanzen ergab jedoch, dass eine Ausdehnung der Fahrtzeit, was auch eine zusätzliche Fahrt um 12.30 Uhr beinhalten würde, finanziell nicht machbar sei. 

?Studifrage!

Warum kommt der Shuttlebus nur bis 16.30 Uhr? Und warum fährt um 12.30 Uhr keiner?

In der Studifrage gehen wir euren Fragen rund um's Studium nach.
 

Studierende, die für die Strecke vom Wohnort zur Universität das Fahrrad nutzen wollen, jedoch keines besitzen oder sich spontan entscheiden wollen, können sich bei den Ausleihstationen von nextbike im Gebiet von metropolradruhr und Düsseldorf kostenlos bis zu zwei Räder für eine Stunde ausleihen. Dabei ist die Nutzung nicht auf die Standorte der Universität begrenzt, man kann in ganz NRW damit fahren. In den ersten acht Monaten des Jahres 2018 wurden etwa 86.000 Ausleihen gezählt und in diesem Jahr könnten es über 100.000 werden. Die Ausleihstationen befinden sich am Essener Campus an der Mensa, an der Universitätsstraße bei dem Gebäude R12 und vor dem Hörsaalzentrum S04 sowie in der grünen Mitte am Eiscafé La Luna. 

Für diejenigen, die vielleicht etwas Motivation brauchen oder einfach ein Zeichen für nachhaltige Mobilität setzen wollen, ist auch dieses Jahr wieder die Teilnahme an der Kampagne Stadtradeln vom 25. Mai bis 14. Juni möglich. Eine offene Gruppe des Hochschulsports, die für alle Hochschulsportler*innen, Mitarbeiter*innen und Studierende der UDE auf der Website von Stadtradeln eröffnet wurde, ermöglicht es, die persönlich geradelten Kilometer zu dokumentieren und das dadurch eingesparte CO2 berechnen zu lassen. Ziel der Kampagne ist es, mehr Menschen für den Radverkehr zu begeistern und insbesondere auch Menschen aus der Kommunalpolitik für die Bedürfnisse des Radverkehrs zu sensibilisieren.  

Entwicklung der Radinfrastruktur in Essen

Mit dem Radschnellweg 1 wird zurzeit eine innovative Verkehrsinfrastruktur entwickelt, die auch für die UDE von Bedeutung ist. Es handelt sich dabei um eine als Schnellweg angedachte Verbindung, die abseits vom motorisierten Verkehr möglichst steigungsarm mindestens vier Meter breit und getrennt vom Gehweg sein soll. Verschiedene Teilstücke, wie die Strecke vom Campus Essen an der grünen Mitte, die über die Stadtteile Altendorf und Borbeck bis zum Mülheimer Bahnhof führt, sind bereits fertiggestellt. 

Am 15. Mai wurde zudem die Brücke über die Ruhr eröffnet, sodass jetzt auch die Hochschule Ruhr West angebunden ist. Die Planungen für den Baubeginn der Weiterführung nach Duisburg laufen zurzeit noch. Insgesamt soll die Strecke rund 100 Kilometer lang werden und von Duisburg über Mülheim, Essen, Bochum, Dortmund, Unna bis nach Kamen reichen. Auf Essener Gebiet gibt es zudem weitere Abzweigungen, wie die Grugastraße, auf der man nach Rüttenscheid kommt und die bis nach Steele führt. 

Dieses Projekt verschafft Essen noch keine Kopenhagener Verhältnisse, es könnte jedoch Vorbildfunktion haben. In der Hauptstadt von Dänemark schaffte man es, dass sich der Anteil des Fahrradverkehrs innerhalb von elf Jahren um 22 Prozent erhöhte. Mittlerweile liegt der Anteil bei 29 Prozent vom Gesamtverkehr. Zum Vergleich: In Essen sind es derzeit etwa fünf Prozent, mehr als die Hälfte der Wege werden mit dem PKW zurückgelegt. 

Wegen der damit verbundenen Grenzwertüberschreitungen von Stickstoffdioxiden (NO2) in der Luft diskutiert die Stadt Essen derzeit verschiedene Maßnahmen. Eine davon ist die geplante Umweltspur, die auf dem inneren Ring um die Innenstadt eingerichtet werden und Linienbussen, Fahrrädern und Fahrzeugen mit Elektroantrieb vorbehalten sein soll. Es würde dann also eine Fahrspur, die bisher für den motorisierten Verkehr mit Verbrennungsmotor befahrbar war, wegfallen. Bisher sind die Planungen noch unkonkret. Silke Lenz, Leiterin der Pressestelle der Stadt Essen, gab auf Nachfrage an, dass über die Umsetzung der Umweltspur eine „Entscheidung im Mai im Rat der Stadt Essen“ getroffen werden soll. Tatsächlich verzögert sich dies aber noch und vor 2020 ist mit keinen Maßnahmen zu rechnen.

Vor 2020 ist mit keinen Maßnahmen zu rechnen.

Die Stadtverwaltung möchte in den nächsten Monaten einen Plan für eine Teststrecke für die Schützenbahn/Gildehofstraße, die vom Essener Hauptbahnhof bis zum Viehofer Platz verläuft, erarbeiten, um sie dann den politischen Gremien im Rat der Stadt Essen vorzulegen. Der Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) vom Kreisverband Essen, Mirko Sehnke, bewertet das Vorhaben nicht „als Nonplusultra“, aber als „einen Schritt in die richtige Richtung“. Besser sei seiner Meinung nach, die Einrichtung einer separaten Radspur als „Protected Bike Lane“, also eine vom motorisierten Verkehr getrennte und durch eine bauliche Barriere gesicherte Spur, um „eine deutliche Verbesserung zur derzeitigen Situation“ zu erreichen.
 

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