Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

STUDIUM & FREIZEIT

So arbeitet die psychologische Beratung während Corona

Das Home-Office während der Pandemie kann eine besondere Herausforderung sein. [Fotos: Lena Janßen]
25.11.2020 14:05 - Lena Janßen

Die Corona-Pandemie und die damit verbundene Isolation kann für psychisch Erkrankte eine große Herausforderung darstellen. Wir haben uns gefragt: Wie arbeitet die psychologische Beratungsstelle der Universität Duisburg-Essen (UDE) seit den ersten Ausgangsbeschränkungen im März und hat sich die Inanspruchnahme der Angebote verstärkt? Aus diesem Grund haben wir mit Thomas Interbieten von der Beratungsstelle gesprochen.

Nachdem das Corona-Virus im Frühling auch in Deutschland ausgebrochen war, musste die UDE ihren Präsenzbetrieb einstellen und auf ein digitales Lehrformat umstellen. Kurz nach Beginn der Pandemie stellte auch die psychologische Beratung ihre Angebote auf Telefon- und Videosprechstunden um. „Dieses Angebot steht auch weiterhin allen Studierenden zur Verfügung“, erklärt Thomas Interbieten. Zu dieser Zeit verringerten sich die Beratungsanfragen in der psychologischen Beratungsstelle. „Wahrscheinlich mussten sich viele Studierende erst einmal mit der völlig veränderten Studien- und Lebenssituation arrangieren“, vermutet Interbieten. Seitdem ist die Inanspruchnahme der Angebote in der Beratung kontinuierlich gestiegen. 

Gerade für psychisch Erkrankte kann die noch nie dagewesene Situation einer Pandemie eine besondere Herausforderung darstellen. Die Isolation von Mitmenschen und unsichere Zukunftsaussichten können die Symptome verstärken. Die Problematiken in den Anfragen an die Beratungsstelle unterschieden sich allerdings wenig zu denen vor Beginn der Pandemie: „Gängige Themen sind dabei die Bewältigung von Prüfungsängsten, die Überwindung von Aufschiebeverhalten oder Schwierigkeiten beim Schreiben von Haus- oder Abschlussarbeiten.“ Zusätzlich rückten Themen wie Selbstorganisation, Selbstmotivation und psychosoziale Fragestellungen in den Vordergrund der Beratungsgespräche.

Home-Office: Eine besondere Herausforderung?

Ob das Studium im Home-Office für alle Studierenden mit einer psychischen Erkrankung eine besondere Herausforderung ist, möchte Interbieten nicht pauschalisieren: „Das bedarf einer Betrachtung im Einzelfall, um festzustellen, welche Art von Unterstützung erforderlich ist. Betroffene sind herzlich willkommen unsere Beratungsangebote in Anspruch zu nehmen, sodass zusammen mit unseren Berater:innen individuelle Lösungen entwickelt werden können.“ 

Eine gute Selbstorganisation ist wichtig.
Eine gute Selbstorganisation ist wichtig. [Foto: Lena Janßen]


Zudem hält er eine gute Studienorganisation für das Studium mit einem hohen Anteil von digitalen Angeboten für besonders wichtig. „Insbesondere unsere Moodle-Angebote im Bereich des Zeit- und Selbstmanagements können dabei eine große Hilfe sein. Diese können jederzeit online verwendet werden“, empfiehlt Interbieten. Bei einem individuellen Unterstützungsangebot können Studierende jederzeit die verschiedenen Beratungsangebote in Anspruch nehmen, um mit den Mitarbeiter:innen geeignete Lösungen zu finden.
Die Angebote der psychologischen Beratungsstelle findet ihr hier.
 

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