Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

STUDIUM & FREIZEIT

–>Mein Campuserlebnis<–

Sexismus an der Uni

07.01.2019 12:41 - Britta Rybicki

In Zeiten von #metoo reden wir endlich über Belästigung von Frauen im Job. Aber auch an der Uni und unter Studierenden spielen sich Horrorszenarien ab.

Ich kannte meine Kommilitonen keine Viertelstunde als wir uns um das Projekt zu besprechen in der Cafeteria zusammensetzten. Von insgesamt fünf Menschen war ich die einzige Frau. „Bist du Single“, fragte der erste. „Wieso interessiert dich das?“, antwortete ich. Ziemlich beleidigt richtete er den Finger auf seinen Sitznachbarn: „Er ist auch Single. Vielleicht datet ihr euch mal.“ Wow! Wir kannten gerade mal unsere Vornamen und direkt startete er einen Verkupplungsversuch, dachte ich nur. Seinen blöden Spruch kommentierte ich nicht.

Die Annahme: Wenn wir zusammenar-beiten oder ich dir helfe, darf ich mir Hoffnung auf mehr machen.

In diesem Szenario landete ich während meines Bachelorstudiums in Politikwissenschaften nicht zum letzten Mal. Selten ließ es sich verhindern, in einer reinen Männergruppe zu arbeiten. Nicht jeder meiner Kommilitonen belästigte mich, einige empowerten mich sogar. Trotzdem entdeckte ich während Projekten immer wieder einen heimlichen und sehr einseitigen Deal. Der aus männlicher Perspektive lautete: Wenn wir zusammenarbeiten oder ich dir helfe, darf ich mir Hoffnung auf mehr machen.

Einzig und allein davon betroffen war ich nicht. Ich beobachtete selbiges bei anderen Frauen: Männer, die Blumen mit in die Uni brachten oder Geschenkgutscheine. Während die Adressatinnen dann natürlich nicht stocksauer davon rannten, sondern sich irritiert bedankten und ihrem Gegenüber klar machten, dass sie gerade an einem Tisch sitzen müssen, um die Diskursanalyse zu erarbeiten. Eine gute Zusammenarbeit sollte auch kein Freifahrtschein für aufdringliche Flirtangriffe seien.

In einem Fall wurde das männliche Ego dann angekratzt. Und zwar so sehr, dass er eine Hetzkampagne startete. Hinter ihrem Rücken erzählte, sie würde Männer nur ausnutzen. Schließlich würde sie einen Master mit hohem Statistikanteil studieren, wovon sie überhaupt nichts verstehe, aber trotzdem immer die guten Noten kassiert. „Dafür sucht sie dich dann immer einen neuen Idioten“, hieß es. Viele wendeten sich deswegen von ihr ab. Mittlerweile hat sie ihren Master abgeschlossen. Die Boys haben nicht mal die Grundlagenklausuren hinter sich.

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