Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

STUDIUM & FREIZEIT

Schweißgetränkter Märchenwald

Die Electropop Gruppe Susanne Blech bot eine schweißtreibende Bühnenperformance. (Foto: mac)

13.07.2017 00:10 - Daniel Veutgen



Bei bestem Festivalwetter zeigte sich der Duisburger Campus am vergangenen Freitag, 7. Juli, von seiner märchenhaften Seite. Neben Bier und Bands gab es diverse Buden, an denen sich die Studierendenschaft präsentierte.

Kurz nach 13 Uhr: Der akduell-Stand steht, die Bowle ist angerichtet, der Pfefferminzlikör will eingeschenkt werden und beim Dosenwerfen warten Trump, Erdoğan und Co. darauf, vom Tisch gefegt zu werden. Doch nicht nur unser Stand bietet Unterhaltung – der Fachschaftsrat Sozialwissenschaften wartet mit Wasserpistolen auf nichtsahnende Festival-Besucher*innen, bei der Fachschaft BWL dreht sich die Slush Ice-Maschine und die Fachschaft Angewandte Kognitions-und Medienwissenschaften bietet Cocktails an.

Nur voll ist es zu dieser Zeit auf dem Campus noch nicht wirklich. Lediglich kleine Gruppen von Studierenden schleichen schüchtern und noch unalkoholisiert an den Ständen vorbei oder stehen vor einer der beiden Bühnen. Die ersten Bands wie Roxopolis oder Die Versenker bekommen nur wenige Musikfans zu sehen. Gerade auf der großen Bühne, dem Märchenschloss, wirken sie doch sehr einsam. Am meisten los ist um diese Zeit tatsächlich an der Chillout-Area, wo etwa 15 Studierende auf den Sofas und Europaletten sitzen. Diejenigen, die es zu dieser fast schon frühen Stunde geschafft haben, weisen doch einen deutlich entspannteren Gesichtsausdruck auf, als ihre Kommiliton*innen, die im Inneren der Bibliothek fleißig am Lernen sind.

Doch eine Frau!

Erst im Laufe des frühen Abends kommt mehr Leben auf den Campus. Immer mehr Studierende lassen sich an den Schminkständen verschönern und einige AStA-Mitglieder haben sich sogar in Kostüme geworfen – allen voran AStA-Vorsitzende Nadine Bendahou (Internationale Liste) im blutroten Königsmantel. Und es steht eine Korrektur an: In der vergangenen Ausgabe hatten wir noch geschrieben, es würde keine Frau auf der Bühne stehen. Diese Zahl müssen wir jedoch von null auf eins nach oben korrigieren, bei Alidaxo haben wir sie gefunden. Neben Studierenden zieht das Campusfest auch Duisburger Fernsehteams an. Der Regionalsender Studio 47 ist mit Kamera unterwegs und die Lokalzeit aus Duisburg vom WDR macht sogar eine Live-Schalte vor Ort. Überziehen der Sendezeit und kurzes Interview mit Jan Skrynecki (Unabhängige Demokraten), Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, inklusive.

Susanne Blech als Anheizer

Gegen 18 Uhr füllen sich die Plätze vor den Bühnen. Und spätestens als Susanne Blech (Co-Headliner auf der Märchenschloss-Bühne) um 20.30 Uhr dem Publikum einheizen, ist auf dem Duisburger Campus Festivalfeeling ausgebrochen. Mit fast schon Deichkind-artiger Bühnenpräsenz schreien die drei Sänger auf das Publikum ein. Die Masse dankt mit ausgelassenen Tanzeinlagen, Schweißgeruch liegt in der Luft. Bei der akduell gehen währenddessen Bowle und Pfefferminzlikör zur neige.

Der Schweißgeruch vor der Bühne soll dann auch den restlichen Abend Bestand haben. Mit noch viel mehr Geschrei kapert Headliner Alazka die Bühne. Den gesamten Tag über hatte man schon Fans der fünfköpfigen Melodic-Hardcore-Band über den Campus schlendern sehen. Für sie wird sich das Warten bis zum Schluss sicherlich gelohnt haben. Für alle Studierenden beginnt nun aber ein noch größeres Warten – das bis zum nächsten Campusfest.

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–>Mein Campuserlebnis<–

In unserer Serie Campuserlebnisse erzählen Studierende von ihren schönsten, peinlichsten, kuriosesten oder verwirrensten Momenten an der Universität Duisburg-Essen.
 

Vorlesungsreihe an der UDE: "We don’t need another hero?"

Sie sind irrsinnig-besonders. Sie haben Grausames durchgemacht und dennoch nicht den Glauben verloren. Und sie retten meist die ganze Welt. Gelegentlich sogar das Universum. Held*innen sind eben super. Die elfteilige Vorlesungsreihe „We don’t need another hero?“, die vom 17. April bis zum 10. Juli an der Universität Duisburg-Essen (UDE) stattfindet, stellt nicht nur Klischees infrage, sondern begutachtet die sogenannten Held*innen aus aktuellen Serien und Filmen mit wissenschaftlicher Akribie. Und das auf Englisch.
 
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