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STUDIUM & FREIZEIT

Schweiß und Sorgen in der ersten mündlichen Zoom-Prüfung

Prüfungen am PC sind alles andere als lässig. [Foto: pixabay]
25.07.2021 11:57 - Özgün Ozan Karabulut

An Online-Klausuren hat man sich einigermaßen gewöhnt, auch wenn sie blöd sind. Aber eine mündliche Prüfung? Unser Redakteur hat seine erste mündliche Prüfung im Studium hinter sich gebracht und dabei einige interessante Beobachtungen gemacht.

Eine Kolumne von Özgün Ozan Karabulut

Eigentlich ist die Prüfungsleistung für mein Seminar als Hausarbeit vorgesehen, so wie im letzten Semester bei demselben Lehrstuhl. Pustekuchen. Statt mein Wissen schriftlich zu prüfen, hat mich mein Professor in einer mündlichen Prüfung abgefragt. Meine erste mündliche Prüfung, und dann auch noch digital per Zoom. Kann ja eigentlich nur schiefgehen, oder? 
Für eine klassische Klausur weiß man einigermaßen, wie man sich vorbereitet. Aber wie lernt man für eine mündliche Prüfung? Learning by doing ist hier nicht, vor allem bei Modulen der Wirtschaftswissenschaften, bei denen die Prüfungsform üblicherweise schriftlich ist.

Neben den üblichen Sorgen, wie nicht perfekt vorbereitet zu sein, gesellen sich das Bibbern und Hoffen auf eine stabile Internetleitung. Schließlich sind wir als Studis laut den Spielregeln der Uni dafür verantwortlich, wenn unsere Verbindung abschmiert. Prüfungen von zu Hause sind wie Auswärtsspiele. Es gibt keinen Heimvorteil, ganz im Gegenteil: Nachbarn, die lautstark heimwerken oder rasenmähen, die Katze, die hungrig an der Tür kratzt und gefüttert werden möchte, oder die Mutter, die reinplatzt und nicht bemerkt, dass man in einer Prüfung ist.

Keine Möglichkeit für Korrekturen

Pünktlich um 14 Uhr startet der Professor den Zoom-Call. Einige Kommiliton:innen haben sich extra schick gemacht, schon irgendwie süß. Schließlich bin ich dann mit meinem Mitstudi an der Reihe. Bei mir hat der Prüfer vergessen, seinen Bildschirm mit der Grafik zu zeigen, zu der ich mich äußern soll. Fängt ja schon mal gut an. Am Anfang muss ich schwer atmen. Das verfliegt aber sofort, als ich die erste Frage und das Thema aus dem Mund des Professors höre. Ich bin im Endspiel-Modus. In meinem Kopf rattert es, bis ich vor meinem geistigen Auge meine Unterlagen zum Thema finde. 

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Zum Glück bin ich gemeinsam mit Kommiliton:innen ein paar Tage vorher alle Unterlagen nochmal durchgegangen. Ich dribble mich von Frage zu Frage und habe ein ungewohnt gutes Gefühl. Lediglich bei einer Nachfrage bin ich mir unsicher. Das ist einer der großen Unterschiede zur schriftlichen Prüfung: Es gibt keine Möglichkeit, sich zu korrigieren. 50-50 Chance: Steigt die Variable X oder sinkt sie? Man hat nur einen Versuch und der Schuss muss sitzen.

Mein Mitstudi tut sich deutlich schwerer mit den Fragen. Es ist mir unangenehm zu beobachten, wie er sich um Kopf und Kragen redet und dankbare Fragen falsch beantwortet. Auch wenn meine erste mündliche Prüfung solide verlaufen ist, schreibe ich beim nächsten Mal doch lieber eine Hausarbeit. Da habe ich schließlich mehr Zeit und stehe nicht doof da, wenn der Professor mich mit einer unvorhergesehenen Frage auf dem falschen Fuß erwischt. Trotzdem war es interessante Erfahrung.
 

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