Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

STUDIUM & FREIZEIT

Schland, halts Maul!

Foto: arne.list/flickr.com (CC BY-SA 2.0)

06.06.2014 14:00 - Teresia Minjoli



Bereits seit Ende Januar ist der offizielle WM Song bekannt. J-Lo und Pitbull dürfen in die Fußstapfen von Shakira treten. Dennoch ist das Internet derzeit von unzähligen Möchtegern-Künstler*innen überhäuft, von denen die meisten definitiv eines gemeinsam haben: Sie können nicht singen und werden außerhalb der Fußball-WM oder des Ballermanns sicherlich keine musikalische Karriere machen.

Ob C-Promis wie Dschungel-Königin Melanie Müller, unbekannte Youtuber*innen wie der Sänger A-Rani oder die durch diverse Reality-Formate gehüpfte Aische Pervers – sie alle machen mit und hoffen, dass sich ihr Song zum Party WM-Song in Deutschland etablieren wird. Vor allem aber erfüllen sie alle Kriterien zum perfekten Fremdschämen. Da transformiert sich sogar das diesjährige WM-Logo zum Captain Picard Facepalm, wenn man den vielen Schiefgesungenen „Deutschalalalalala“ lauscht.

Wenn aus dem ganzen WM-Song-Getümmel schon fast ein Contest wird, darf einer natürlich nicht fehlen: Stefan Raab geht mit seinem Song „Wir kommen, um ihn zu holen“ sogar gleich in dreifacher Ausführung an den Start. Als Gartenzwerg, Möchtegern-Latino mit peinlich gespieltem Akzent und als Rammsteinverschnitt will Raab wohl auf Nummer sicher gehen, dass ihn auch niemand überhört. Besser wird der Song dadurch allerdings nicht.

Auch der Sänger Mister Santos fährt schwere Geschütze auf und angelt sich für das Video zu seinem WM-Song halb Promi-Deutschland: Uschi Glas, Max Herre, Joko Winterscheid und natürlich Franz Beckenbauer tanzen und rappen im Song mit, der mehr Werbung für den neuen Mercedes als für die WM zu sein scheint. Dabei hätte es der Song gar nicht mal so nötig, scheint er doch als einziger tatsächliches Potential für einen Sommer- bzw. WM-Song zu haben.

Nach all den peinlichen Youtube-Videos sehnt man sich doch glatt nach den schönen Jahren 1974 und 1990 zurück, als die Nationalmannschaften sich noch selbst vor das Mikrofon trauten. Eine schlechte Vorbereitung kann das Tanzen und Singen für Gerd Müller, Uli Hoeneß, Franz Beckenbauer, Lothar Matthäus und wie sie alle heißen schließlich nicht gewesen sein – am Ende gewannen sie schließlich jeweils die Weltmeisterschaft.

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