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ProViel: Lehrerbildung im Fokus

An der UDE soll das Projekt ProViel eine bessere Lehrer*innenausbildung ermöglichen. (Foto: fro)

02.03.2018 13:28 - Philipp Frohn



Bereits seit 2016 läuft das Projekt ‚Professionalisierung für Vielfalt‘ (). Noch bis ins kommende Jahr hinein sollen verschiedene Projekte dazu beitragen, die Lehrerausbildung an der Universität Duisburg-Essen (UDE) zu professionalisieren.

Die Lehrerbildung im Fokus der UDE. Insgesamt 8.115 Studierende sind aktuell für ein Lehramtsstudium für Gymnasium, Gesamt-, Real-, Haupt- und Grundschule sowie fürs Berufskolleg eingeschrieben. Mit dem ProViel-Projekt soll nun das Lehramtsstudium weiter ausgebaut werden. „Es geht darum, die Lehrerbildung an den Unis zu stärken und zu verbessern“, erklärt Dorothee Gronostay die Ziele des Projekts. Unterstützt wird es von der  von Bund und Ländern. Den Schwerpunkt legt das Projekt auf Diversität in der Studierendenschaft, aber auch auf den Umgang mit Heterogenität im späteren Schulalltag. „Das ProViel-Projekt ist ein sehr groß angelegtes Projekt, in das ganz viele unterschiedliche Teil- und Handlungsfelder eingebettet sind“, führt Gronostay aus.

Angehende Lehrer*innen stehen vor großen gesellschaftlichen Aufgaben. Vor allem die Beschulung von geflüchteten Kindern und Jugendlichen sowie Schüler*innen mit Förderbedarf stellen eine zusätzliche Herausforderung dar. Ein wesentlicher Baustein des ProViel-Projekts umfasst daher die Themengebiete Vielfalt und Inklusion: Im bildungswissenschaftlichen Studienteil besuchen alle Studierenden Seminare über Inklusion, in Mathematik, Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache sowie in Sport können sie Wahlkurse dazu belegen. Der Bereich der Sprachförderung umfasst sowohl Ausbildungsmaßnahmen für die Schulpraxis – wie etwa die Beschulung von geflüchteten Kindern und Jugendlichen –, aber auch die Sprachkompetenz Studierender selbst, die in wenigen Jahren auch Sprachvorbild für Schüler*innen sein müssen.

Kein Selektionsinstrument

In einem weiteren Baustein des Projektes soll der Bezug von Theorie und Praxis weiterentwickelt werden. Neue sogenannte Lehr-Lern-Settings sollen Studierenden ermöglichen, anwendungsbezogen und selbstbestimmt Kompetenzen aufzubauen. Beispielsweise werden Videoaufnahmen von Unterrichtsstunden bereitgestellt, um diese im Nachhinein zu reflektieren.

Das dritte Handlungsfeld fokussiert die Qualitätsentwicklung und -sicherung. Dort soll das Professionswissen – also das fachliche, fachdidaktische und pädagogische Wissen – der Studierenden erfasst werden.  „Man bekommt während des Studiums unglaublich viel Input, man besucht sehr viele Vorlesungen und Seminare, lernt ganz viel für Klausuren und Hausarbeiten, aber letztlich bleibt die Frage, die uns nun interessiert: Was bleibt am Ende des Studiums hängen?,“ so Gronostay, die in der Fachdidaktik der Sozialwissenschaften lehrt. Um das herauszufinden, haben die Beteiligten Modulhandbücher und Pflichtlektürlisten, Vorlesungs- und Seminarpläne sowie Präsentationsfolien gesichtet und auf der Grundlage einen Test entwickelt. Reine Wissensreproduktion steht dabei aber im Hintergrund.

Noch läuft die Erprobungsphase des Tests, an dem bisher 200 Studierende teilgenommen haben. „Die Pilotstudie ist noch nicht aussagekräftig, sodass wir nicht sagen können, dass unsere Studierenden in einem Bereich gut oder schlecht sind“, führt die Dozentin aus und verweist auf die Hauptstudie, die im kommenden Semester starten soll. Dann nehmen alle Studierenden einer Master-Kohorte im Fach Sozialwissenschaften verpflichtend an dem unbenoteten Test teil. Neben dem Fach sind auch Mathematik, Bildungswissenschaften sowie Sachunterricht fürs Grundschullehramt im Projekt involviert. „Es handelt sich aber um kein Selektionsinstrument. Niemand soll ausgesiebt werden. Es geht darum, Informationen zu bekommen“, betont Gronostay.

Die Ergebnisse sollen dazu dienen, die Lehre und den Studiengang zu verbessern. Die Studierenden erhalten keine Note, sondern eine Rückmeldung über ihr Abschneiden. Das ermögliche es den angehenden Lehrer*innen, mögliche Wissenslücken vorm Eintritt in die Schulpraxis zu schließen. „Es ist schon mitgedacht, dass die Studierende nicht mehr allzu lange Zeit bis zum Gang ins Praxissemester oder ins Referendariat haben. Der Sinn ist also auch, dass man vorm Eintritt in die Praxis noch ein allumfassendes Feedback bekommt“, ergänzt Gronostay.

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