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Pillow Kings: Männer, gebt euch im Bett mehr Mühe!

Zu zweit ist es besser als allein.

[Foto: Julia Segantini]

03.08.2020 12:07 - Julia Segantini

Was macht guten Sex aus? Unter anderem, dass alle Beteiligten sich Mühe geben, damit alle was davon haben. Viele Männer sind aber eher auf den eigenen Vorteil bedacht. Sie sind nach dem Sex verständnislos, wieso sie gekommen sind, aber die Frau nicht. Unsere Redakteurin Julia verrät in Teil 14 unserer Unisex-Kolumne, was sie darüber denkt und gibt euch heiße Tipps. 

Es gibt einen Begriff für Menschen, die sich im Bett egoistisch verhalten: Pillow Queens. Verbreitet ist dieser vor allem in der lesbischen Szene, bezieht sich also eher auf Frauen. Wenn ich mich bei meinen Freundinnen umhöre und an meine eigenen Erfahrungen denke, kenne ich dieses Verhalten von Männern.

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Als ich vor einiger Zeit zum ersten Mal von einem Mann beim Sex gefragt wurde, was mir denn so gefällt, war ich im ersten Moment so perplex, dass ich gar nicht wusste, was ich antworten soll. „Äh, keine Ahnung, mach einfach erstmal, ich meld’ mich dann“, war meine verwirrte Antwort. Zuvor war ich das noch nie von einem Mann, mit dem ich keine feste Beziehung führte, gefragt worden. Das stellte ich später erschrocken fest. Ich hatte es bis zu diesem Zeitpunkt einfach hingenommen, dass Männer darüber nicht mit mir sprechen. Ebenso hingenommen hatte ich bis dahin, dass Männer beim Sex so gut wie immer kommen und der Sex dann auch sofort vorbei ist, egal, ob die Frau ebenfalls den Höhepunkt erreicht hat oder nicht. 

Vor kurzem sah ich ein Meme, dass das Verhalten vieler Männer beim Sex meiner Ansicht nach perfekt beschrieb: „Er masturbiert mit meinem Körper.“ Ohne ihnen eine böse Absicht dabei unterstellen zu wollen, sind die meisten Männer meiner Erfahrung nach eher nicht daran interessiert, dass ich genauso viel Spaß habe, wie sie. Wenn ich ebenfalls einen Orgasmus habe, ist das für sie ein netter Nebeneffekt, nach dem Motto: „Ach, cool, schön für dich.“ Und das ist dann auch eher meiner Mithilfe als ihrer zu verdanken. Manche sind auch überrascht, wenn ich nicht zum Höhepunkt komme. Das sind dann die gleichen Männer, die sich nicht danach erkundigen, was mir gefällt, beim Sex nicht auf meine Signale eingehen, sich nur um ihren eigenen Orgasmus kümmern und die Klitoris völlig ignorieren. Ja, wirklich mysteriös, warum bin ich nur nicht zum Höhepunkt gekommen? 

Dabei ist das wirklich machbar, wenn man(n) sich etwas Mühe gibt. Ist es für Männer nicht auch geiler, wenn eure Sexpartnerin ebenfalls zum Orgasmus kommt? Klar, das bedeutet natürlich, dass er seinen eigenen Höhepunkt eventuell etwas zurückhalten muss, wenn die Frau noch nicht so weit ist. Das ist dann eben so. Aber immerhin hat die Klitoris bis zu 8.000 Nervenendungen – zweimal mehr als die männliche Eichel. Übrigens ist die Klitoris das einzige menschliche Organ, das keinen anderen Nutzen hat, als Lust zu empfinden. Vaginale Orgasmen, die durch die Bewegung des Penis in der Vagina erreicht werden, sind selten und auch diese werden durch die Stimulation der Klitoris begünstigt. Also liebe Männer, strengt euch ruhig mal ein bisschen an. Bei vielen reicht es nämlich nicht einmal für ein „hat sich stets bemüht.“

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