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STUDIUM & FREIZEIT

Perfekte Profs: Hohe Expertise nicht Erstwunsch von Studierenden

(Foto: dav)

15.10.2018 11:13 - Daniel Veutgen

Wie sehen sie aus, die perfekten Professor*innen – lieber humorvoll und fair oder eine Koryphäe vom Fach? Jens Nachtwei vom Lehrstuhl für Sozial- und Organisationspsychologie der Humboldt Universität Berlin hat sich in Deutschlands Studierendenlandschaft umgehört. Über 3.000 Rückmeldungen haben gezeigt: hohe Expertise im Lerngebiet schafft es nicht mal in die unter die ersten drei Wunscheigenschaften.

An der Uni Duisburg-Essen (UDE) kennen viele Studierende die weiß-grauen Bögen Evaluationsbögen, die etwa nach zwei Dritteln des Semesters vor einer Lehrveranstaltung ausgeteilt werden. Professor*innen und Dozierende lassen sich zur Qualität der Veranstaltung und Übungen, Überschneidung mit anderen Fächern oder dem benötigten Zeitaufwand Feedback geben. Was dabei herumkommt bleibt oft jedoch ein Geheimnis, die Ergebnisse bleiben lehrstuhlintern.

Fair, respektvoll, zuverlässig

Zwar fragt die Studie Was Studierende von Professoren erwarten von Jens Nachtwei zum Teil andere Aspekte ab, als die von den Evaluationsbögen an der UDE erfassten Themen, doch veröffentlichte Ergebnisse erlauben zumindest einen tieferen Blick in die studentische Gefühlswelt. 3403 Proband*innen aller Fachrichtungen verschiedener Universitäten und Hochschulen haben an der Studie teilgenommen. 21 verschiedene Eigenschaften wurden anhand einer Skala von äußerst wichtig bis absolut unwichtig bewertet. Darunter beispielsweise ob Professor*innen höflich, respektvoll oder humorvoll sind, ob sie bei der beruflichen Orientierung helfen, schnelles Feedback geben oder alle kursrelevanten Themen abdecken.

Ganz an die Spitze studentischer Sehnsüchte hat es die Fairness geschafft. Kein Aspekt war den Teilnehmer*innen so wichtig, wie ein fairer Umgang. Auf den Plätzen zwei und drei rangieren respektvolles Verhalten und Zuverlässigkeit. Erst auf Platz vier folgt hohe Expertise im Lehrgebiet. Die Ergebnisse der Studie verraten aber noch mehr: Unterschiede zwischen Master- und Bachelor-Studierenden. Während Erstere offensichtlich Hummeln im Hintern haben und schnelles Feedback haben wollen, steht für Bachelorant*innen Freundlichkeit höher im Kurs.

Was nun?

Auch wenn mehr als 3.000 Teilnehmende eine zuverlässige Stichprobe sind und die Studie selbst keine Angaben über den praktischen Einsatz macht: Dass die Ergebnisse in Zukunft die Berufung von Professor*innen beeinflussen könnten, scheint eher unwahrscheinlich. Bei der Bewerbung um eine Professur ist zwar neben der fachlichen Expertise das persönliche Auftreten und Verhandlungsgeschick entscheidend, aber Fairness, Zuverlässigkeit und respektvolles Verhalten gegenüber Studierenden lässt sich im Vorhinein schwer prüfen. Wer sich für die Studie interessiert, kommt über diesen Link zum Volltext (auch Professor*innen dürfen hier klicken).

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