Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

STUDIUM & FREIZEIT

Mit Nerd-Brille zur MINT-Party

 Studis feiern auf der zehnten MINT-Party.[Fotos: Lena Janßen] 

29.10.2019 14:54 - Laura Lindemann

„Wir wollen bewusst mit den Klischees eines Nerds spielen“, betont Katharina Herbrich. Sie ist Mitveranstalterin der MINT-Party, die am 18. Oktober im Delta in Essen stattfand. MINT steht für zehn Fachschaften der Universität Duisburg- Essen. „Uns ist wichtig, dass alle genauso kommen, wie sie sich wohlfühlen“, erklärt Katharina. „Hier sind hochhackige Schuhe beispielsweise absolut kein Muss.“

Stimmengewirr klingt aus den mächtigen Backsteinmauern.  Im  Jahr 1996  entstand  hier  eine  Disko, die sich im Laufe der Zeit mehr und mehr erweiterte  und  zum  Musikpark  Delta  wurde.  Scheinwerfer strahlen das alte Gemäuer an. Sie lassen  erahnen,  dass  sich dahinter mehr  verbirgt,  als  eine  graue  Industrielandschaft. Zehn Fachschaften der  UDE  veranstalten  die  zehnte  MINT-Party. Die Buchstaben stehen für Mathe, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.

Nachhaltig feiern mit Zugezogen Maskulin

Am vergangenen Freitag fand das Campusfest unter dem Motto „Baum und Bass“ in Essen statt.
 

Vorgetrunken wurde ab 18 Uhr im AKD (AStA-Keller Duisburg). Das Bier ist zu Beginn kostenlos. Ab 21 Uhr gehen die Einnahmen an die Studierendeninitiative Weitblick, die den Erlös an Schulen in Afrika spendet. „Wir freuen uns über diese Kooperation“, sagt Katharina. „Es ist cool, zu feiern und damit noch zu unterstützen.“ Nach dem Vortrinken fahren Shuttlebusse die Studierenden aus Duisburg direkt zur Location.

Die Stimmung steigt

Die Fachschaften kommen als ihre liebsten Superheld*innen  und spielen  mit  dem  Nerd-Klischee,  mit  dem  naturwissenschaftliche Fächer  oft assoziiert werden. Deshalb gibt es neben den verschiedenen Musikhallen auch eine Spielhalle, in  der  man  sein Können  an  der  Konsole  unter  Beweis stellen kann. „Die Hallen spielen unterschiedliche Musik, damit für alle Studis was da-bei  ist“, erklärt  Katharina.  „Von  Charts  und  90ern über Rock und Electro bis hin zu HipHop ist alles vorhanden.“ Sie mag es, dass die MINT- Party  laut  vieler  Rückmeldungen  „den  Charme  einer echten Studi-Party“ hat. Deshalb sind auch in  diesem  Jahr  die  Eintrittspreise, mit einer  Summe von vier Euro im Vorverkauf und sechs Euro an der Abendkasse, gering gehalten.

Immer mehr Menschen fangen im Innenhof an zu plaudern, lernen sich kennen. Die Musik wird von Stunde zu Stunde eindringlicher und die Leute tanzwütiger. Lustige Toilettengespräche  sind vorprogrammiert. „Keine Nacht für niemand,  keine Nacht für mich. Ich bin immer noch wach und warte nur auf dich...“, rufen die Jungs von Kraftklub aus den Boxen in die Nacht.  In einer Ecke  knutschen zwei. In der anderen werden Victory-Zeichen in die Kamera gehalten.

Die nächsten zeigen auf der Tanzfläche ihre Skills, umringt von einer jubelnden  Masse. Wenn die Party auch schleppend anfing, hat sie jetzt ihren Höhepunkt erreicht. Es ist kurz nach Mitternacht. Langsam füllt sich das riesige Gelände. Tequila fließt, Bässe wummern,  Menschen  werden  gesprächiger: „Trotz  der  verschiedenen  Musikrichtungen  war  für  mich noch nicht das Richtige zum Tanzen dabei“, berichtet Paul, der mit zwei Freunden die Party besucht. „Die Atmosphäre ist nett, aber ich hätte mir noch ein paar mehr Highlights gewünscht, damit sich die Party von anderen abhebt.“ Seine Einstellung sollte sich jedoch nach ein paar Stunden ändern.

Die Gäste feiern bis in die frühen Morgenstunden

„Es war nicht leicht, diese Party zu organisieren“, sagte Katharina während einer Planungssitzung. Die Vorbereitungen liefen teilweise chaotisch ab. Auch wir waren bei einer der Planungssitzungen vor Ort. Damals gab es noch viele Unklarheiten in Bezug auf die Party. Eine Gruppe aus zwölf engagierten Leuten saß in einem kleinen Raum am Campus Essen, aß Kekse und tauschte ihre Ideen aus. Es wurden Gespräche über DJs geführt, die Schichten eingeteilt, zu denen die Fachschaftsmitglieder erscheinen sollten, ein Fototermin festgelegt. Wichtig war auch die Frage nach den Bannern, die rechtzeitig, aber nicht zu früh in der Uni als Werbung aufgehängt werden mussten, damit sie nicht überplakatiert werden. „Jo Leute, wer kümmert sich um die Donuts?“, kam ein Zwischenruf. 

Mit einem Augenzwinkern

Es ist spannend, zu sehen, was alles für so eine Party beachtet werden muss und wie viele Aufgaben unbemerkt im Hintergrund ablaufen. Auch Kleinigkeiten waren hier von Bedeutung, zum Beispiel die Frage: Wer bringt den Kleister für die Plakate mit? „Oh, und bitte benutzt auf der  Gästeliste  eure  richtigen  Namen  und  nicht irgendein Facebook-Synonym, mit dem man die Personen nicht zuordnen kann“, ermahnte Katharina die Gruppe lachend. So etwas sei alles schon einmal vorgekommen.

Es  gibt  jedoch  auch  Vorfälle  von  vergangen  MINT-Parties, die nicht mit einem Augenzwinkern zu betrachten sind. „Dieses Jahr muss die Präsenz der Türsteher verstärkt werden“, war Katharina der Meinung. „Letztes Mal ist es hier zu einer Auseinandersetzung mit einer Gruppe von Männern gekommen, die nicht im Studierendenkontext gekommen und negativ aufgefallen ist.“

Von einer negativen Stimmung ist auf der diesjährigen Party nichts zu spüren. Die Gäste feiern bis in die frühen Morgenstunden. Beachtlich ist, was die kleine Gruppe von Studis für eine große Wirkung auf eine ganze Studierendenschaft erzielt hat. Nicht nur Instagram ist nun um viele Party-Eindrücke reicher, auch ein paar akduell-Redakteurinnen schauen auf einen lustigen Abend voller lieber und aufgeschlossener Menschen zurück.

  • Hier ein paar Eindrücke aus dem Delta

    Hier ein paar Eindrücke aus dem Delta

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