Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

STUDIUM & FREIZEIT

Mit dem Tretboot in Zagreb

Mit der “close to Perfection” ist das Tretboot-Team Duisburg auf der IWR in Zagreb. (Foto: Irina Eckmeier)
23.05.2018 15:44 - Sarah Dannehl

5,55 Meter lang, 1,80 Meter breit, 60 Kilogramm schwer und durch einen Zwei-Propeller-Antrieb bis zu 10,7 Knoten (etwa 20 Stundenkilometer) schnell: Mit der 1997 erbauten „close to Perfection“ tritt das Tretboot-Team Duisburg auch dieses Jahr bei der International Waterbike Regatta (IWR), vom 23. bis 27. Mai, im kroatischen Zagreb an. Lars und Friederike stellen ihr Team vor.

Viele verbinden mit Schiffbau wahrscheinlich eher Städte wie Kiel, Bremen oder Hamburg. Aber auch an der Universität Duisburg-Essen können Maschinenbau-Studierende im fünften Semester den Schwerpunkt Schiffs- und Offshoretechnik wählen. Der überwiegend theoretische Studiengang wird durch den Tretboot-Sport aufgefrischt. Im Verein Tretboot-Team Duisburg können interessierte Studierende ihr Wissen in die Praxis umsetzen und an Booten basteln. Einmal jährlich geht es dann zur IWR.

Um an der Regatta teilnehmen zu dürfen, müssen allerdings gewisse Grundregeln eingehalten werden. So muss das Tretboot von Studierenden gebaut sein, Platz für zwei Fahrer*innen bieten und darf hauptsächlich durch Beinkraft betrieben werden. Zudem sind die Maße beschränkt. „Unser Boot ist schon ein bisschen älter, da wird dann immer mal wieder dran rumgeschraubt“, erklärt Student Lars. „Letztes Jahr haben wir neue Düsen gebaut, die um den Propeller kommen, um den Schub zu erhöhen.“ Bei der IWR wird das Team mit einem Katamaran antreten, vor Ort würden aber viele verschiedene Modelle ins Wasser gelassen. „Es gibt eigentlich keine Boote, die gleich aussehen“, so der Student.

Mehr Hobby als Studium

Ein komplettes Boot könne man aber nicht jedes Jahr bauen. Dafür habe man auf der einen Seite zu wenig aktive Studierende, auf der anderen Seite sei das Engagement nicht Teil des Studiums. Sich die Arbeit an den Wasserfahrzeugen anrechnen lassen, um Credit Points zu sammeln, könne man nicht. „Man muss das schon als Hobby sehen“, meint Friederike. Auf Unterstützung durch Lehrende müssen die Studierenden trotzdem nicht verzichten. Bei Fragen und Schwierigkeiten, wie etwa gewisse Sachen berechnet werden müssen, bieten diese schon mal ihre Hilfe an. Zudem sei es eine große – auch finanzielle – Entlastung, dass sie ihre Boote in den Räumen der Universität lagern dürfen.

Die IWR wird jedes Jahr von Studierenden selbst organisiert und versteht sich nicht als bloßes Sportevent, sondern auch als internationales Vernetzungstreffen. „Man tauscht sich auch technisch aus“, so Friederike. „Und abends gibt es dann geselliges Beisammensein.“ Ein anderer Pluspunkt sei, dass Tretboote emissionsfrei sind. „Wir entwickeln damit grünen Freizeitsport. Schiffbau ist ja auch ein bisschen in Verruf – ‚ihr seid alle dreckig und verpestet die Luft‘ – was man auch ein bisschen differenzierter sehen muss“, sagt die Schiffbau-Studentin.

Natürlich wolle man eine gute Platzierung erreichen, für das Duisburger Team steht aber mehr der Spaß an Sport und Technik im Vordergrund, als das Ziel, unbedingt gewinnen zu wollen. „Einige Teams nehmen den Wettkampf schon sehr ernst und haben beispielsweise feste Fahrerteams, welche auch auf den Partys nicht zu sehen sind. Bei uns sieht das Ganze etwas lockerer aus: Wer fahren möchte, kann fahren und gibt dann sein*ihr Bestes“, sagt Lars.

Noch bekannter werden

Dass sich oftmals nur wenige Studierende aus dem Maschinenbau für den Schiffbau begeistern können, verstehen die beiden Studierenden nicht. Sie hätten in der Vergangenheit schon mehrfach versucht, durch das Tretboot-Team Werbung für den Schiffbau in Duisburg zu machen, dennoch würden sich meistens nur eine Handvoll Studierende für diese Vertiefung entscheiden. Für diesen Sommer sei deshalb auch noch eine Kennenlernveranstaltung geplant. Dort möchten sie den Schwerpunkt in Schiffbautechnik sowie ihr Tretboot-Team vorstellen. Und wer Glück hat, darf vielleicht sogar mal selbst Probe fahren. Das genaue Datum wird auf den Facebook-Seiten veröffentlicht.

Sowohl Friederike als auch Lars haben sich bewusst für den Schiffbau in Duisburg entschieden. Die Studentin hebt hervor, dass man gerade durch den Verein zahlreiche Vorteile genießen würde. Durch die Kontakte, auch durch Ehemalige, sei es beispielsweise nicht schwer, Praktika vermittelt zu bekommen. „Man hilft sich mit Unterlagen und Know-How“, sagt sie, „ich bin mir sicher, dass ich woanders mehr Steine im Weg gehabt hätte, wenn ich es überhaupt geschafft hätte. Die Gemeinschaft ist einmalig hier“.

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