Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

STUDIUM & FREIZEIT

–>Mein Campuserlebnis<–

Meine erste Onlineklausur

10.08.2020 11:30 - Sophie Schädel

Meine erste Onlineklausur. Da meine Professorin sich für eine Open Book Prüfung entschieden hat, habe ich nichts auswendig gelernt, sondern mich taktisch vorbereitet. Die Fakten müssen nicht in meinem Kopf sein, es reicht, zu wissen, wie ich sie in den Unterlagen finde. Nun habe ich gut sortierte Dokumente vor mir liegen. Die Punkte, die meine Professorin in den Vorlesungspodcasts betont hat, habe ich rot markiert.

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Vorsichtshalber habe ich mir den ganzen Sonntag Zeit genommen. Um 23.59 Uhr ist Abgabe. Ohne Pandemie hätte die Klausur zwei Stunden gedauert, heute brauche ich ganze sechs. Die erste Aufgabe soll sicherstellen, dass wir uns nicht alle Infos über Google besorgen, ohne die Podcasts aus Vorlesung und Tutorium gehört zu haben: „Nennen Sie chronologisch (nach Geburtsjahr) alle Philosophen, die in der Vorlesung angesprochen wurden, mit je mindestens einem von ihnen verfassten Buch.“ Na besten Dank auch. Ich bin direkt genervt, lege eine Excel-Tabelle an und verbringe eine Stunde damit, alle nötigen Infos zusammenzusuchen. 10 Punkte gibt es für diese Fleißaufgabe. Was sie mit Philosophie zu tun haben soll, ist mir schleierhaft.

Weiter geht es mit den nächsten Aufgaben. Sie bringen meinen Kopf zum Rauchen: Nie steht dort etwas wie „Welches Erkenntniskonzept hatte Philosoph XY?“ Stattdessen: „Welcher Philosoph kannte die Unterscheidung von Rationalität und Sinnlichkeit nicht? Erklären Sie dessen Theorie.“ Hauptsache, ich kann mir nichts ergooglen. Die Fragen sind dadurch unscharf, zu einigen fallen mir mehrere Philosophen ein. Ich muss raten, welcher gemeint sein könnte. Wenn ich hier falsch liege, könnte mich das alle Punkte der Frage kosten.

Irgendwann ist es 19 Uhr. Keine Ahnung, ob in den Antwortkästchen zu den besonders offen gestellten Fragen überhaupt etwas steht, das die Professorin wissen will. Sicherlich könnte ich noch mehr Details einbringen, Dinge schöner erklären – anders als in einer Klausur im Hörsaal habe ich noch ein paar Stunden Zeit bis zur Deadline. Aber ich habe keine Lust mehr. Schließlich klicke ich auf ein Feld und schon ist die Klausur abgegeben. So richtig zufrieden bin ich nicht. Aber immerhin zählt eine verpatzte Klausur während Corona nicht als Fehlversuch.

Was ich allerdings sehr schade finde: Das war meine letzte Klausur für dieses Semester. Das großartige Ferien-Gefühl, das sich immer einstellt, wenn nach der letzten Klausur die Tür hinter mir zufällt, kommt diesmal so gar nicht auf.

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