Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

STUDIUM & FREIZEIT

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Mein Campuserlebnis

22.04.2019 15:25 - Anna Riemen

Im Wintersemester 2018/2019 bin ich für meinen Master an die Universität Duisburg-Essen gekommen. Während meines Bachelors, den ich an einer anderen Universität gemacht habe, konnte ich in meinem geisteswissenschaftlichen Kernfach stets glänzen. Das sollte sich an der UDE ändern. 

An meiner alten Uni war eine mündliche Modulabschlussprüfung stets folgendermaßen abgelaufen: Man nahm an einem Seminar teil und vereinbarte mit seinem*r Dozenten*in ein paar Themen aus dem Stoff, den man im Semester gemeinsam dort erarbeitet hatte, die diese*r dann abfragte. 

Im vorbereitenden Gespräch vor meiner ersten mündlichen Prüfung saß ich also Lehrenden gegenüber, die ich noch nie zuvor gesehen hatte.

An der UDE erfolgt die Prüfer-Prüflingszuteilung in meinem Fach dagegen aus dem Zufallsprinzip heraus. Angeblich, weil ein*e Dozent*in, der*die seinen*ihren Prüfling gut kennt, diesen bevorzugen könnte. Im vorbereitenden Gespräch vor meiner ersten mündlichen Prüfung saß ich also Lehrenden gegenüber, die ich noch nie zuvor gesehen hatte. Auch forschungstechnisch gab es zwischen uns nur wenige Berührungspunkte. Mein Erstprüfer erzählte, dass er im vorangegangenen Semester sogar ein Seminar gegeben hatte, in dem viele Studierende sich gerne prüfen lassen wollten, aber ihm am Ende kaum einer von ihnen zur Prüfung zugeteilt worden war. Stattdessen saß nun ich vor ihm: eine Studentin, die er nicht kannte und mit der er nun einen Themenschwerpunkt festlegen sollte. Von Lehrenden zu erwarten, dass sie in einem kurzen persönlichen Gespräch ein Prüfungsthema festlegen, was genau zu dem Wissenshorizont des*der Studierenden passt, den*die sie dort das erste Mal sehen, finde ich absolut lächerlich. Woher sollen sie im Detail wissen, was ihre Prüflinge wissen müssen und was nicht, wenn es vorher keine gemeinsame wissenschaftliche Vergangenheit gab?

Bei der Prüfung selbst waren meine Prüfer auf einem ganz anderen Dampfer als ich. Ich hatte mich beim Lernen auf die vereinbarten Schwerpunkte gestürzt, 250 Seiten inhaliert und wusste genau, was speziell dort stand – aber auch nur das. Meine Prüfer hatten eine viel breiter gefächerte Kenntnis des Forschungsdiskurses und fragten mich nach generellen Einordnungen. Wir hatten einfach keinen gemeinsamen Wissensstand in einer gemeinsamen Veranstaltung erarbeiten können, der uns einen roten Faden gegeben hätte. Ich hatte keine Ahnung und stotterte panisch herum. Ich studiere die Gegenstände meines Fachs seit fünf Jahren und das war die erste Prüfung, die ich um ein Haar nicht bestanden hätte. Ich bin zwar durchgekommen, aber eher schlecht als recht. Das hat mich dazu bewogen, mich das erste Mal in meinem studentischen Leben wirklich mit Prüfungsordnungen und damit, wie man sie ändern könnte, zu befassen.
 

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