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STUDIUM & FREIZEIT

Mehr BAföG ab August

Studierende zahlen oft viel höhere Mieten, als der BAföG-Satz vorsieht.

[Symbolfoto: Sophie Schädel]

01.07.2019 13:18 - Sophie Schädel

Bald tritt die 26. Novelle des Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) in Kraft. Der Bundestag ist damit den Empfehlungen des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung gefolgt. Die Zahlungen gemäß BAföG steigen in einigen Bereichen. Wie das genau aussieht, erklärt Udo Gödersmann von der AStA-Sozialberatung.

„Wer in eigenem Wohnraum wohnt, wird bei gleichbleibenden Einkünften von Eltern oder Ehegatten ungefähr 130 Euro mehr BAföG in der Tasche haben“, erklärt Gödersmann die vom Bundestag beschlossene Novelle bezogen auf den Grundbedarf. „Wer bei seinen Eltern wohnt, erhält magere 25 Euro mehr.“ Gestiegen sind außerdem unter anderem die Zahlungen beim Wohnzuschlag für eigenen Wohnraum von 250 auf 325 Euro, der für bei den Eltern Lebende von 52 auf 55 Euro.

„Es lohnt, sich darum zu kümmern“

„Außerdem werden jetzt erstmals auch freiwillig Versicherte mit einem höheren Krankenversicherungszuschlag berücksichtigt“, sagt Gödersmann. „Das sind Studierende ab dem 30. Lebensjahr oder ab dem 15. Fachsemester.“ Der Zuschlag dafür beträgt nun 155 Euro, der Zuschlag zur freiwilligen Pflegeversicherung 34 Euro monatlich. Pflichtversicherte bekommen für Kranken- und Pflegeversicherung 84 und 25 Euro monatlich, insgesamt 23 Euro mehr als bisher.

Längere Förderung im Studium mit Kind

Kinder von Studierenden werden nun nicht mehr nur bis zum zehnten, sondern bis zum 14. Lebensjahr berücksichtigt, was beispielsweise Auswirkungen auf den Kinderbetreuungszuschlag hat, der mittlerweile monatlich 140 Euro pro Kind beträgt. Zusätzliche Auswirkungen hat die Rücksichtnahme auf den Eignungsnachweis, den Studierende zu Beginn des fünften Fachsemesters vorlegen müssen, um weiterhin gefördert zu werden. „Verzögerungen im Studium durch Kindererziehung werden da jetzt länger berücksichtigt“, so Gödersmann. „Wer heute zum Beispiel ein Kind von elf Jahren hat, bekommt im Moment keinen Kinderbetreuungszuschlag. Ab August dann aber schon. Es lohnt, sich darum zu kümmern“, rät er Eltern.

BAföG ist üblicherweise zur Hälfte zinsloses Darlehen, die andere Hälfte muss zurückgezahlt werden. Eltern, Schwangere oder Menschen mit Behinderung müssen aber für die Zeit, die sie wegen ihrer Situation länger studieren, nichts zurückzahlen. Wer studiert und nebenher Angehörige pflegt, kann das ab August als Verzögerungsgrund angeben, um auch bei Überschreitung der Regelstudienzeit weiter gefördert zu werden, so Gödersmann.

„Wer in der Vergangenheit abgelehnt wurde, weil er die Altersgrenze überschritten oder Studienverzögerungen nicht anerkannt wurden, oder die Regelungen zu Kindern noch strenger waren, sollte nun zum August hin das BAföG-Amt um eine neue Entscheidung angehen“, betont Gödersmann und bilanziert: „Durch die Änderungen haben sich kurzfristig Verbesserungen ergeben. Für eine echte Reform oder mindestens die Beseitigung bekannter Schwachstellen wie bei der Förderung des Master-Studiums fehlte wohl der Wille oder die Zeit.“

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