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STUDIUM & FREIZEIT

Medizin: Studienplätze werden anders vergeben

Wer mal am OP-Tisch stehen will, durchläuft bald ein anderes Verfahren.
[Foto: pixabay]

23.12.2019 09:42 - Sophie Schädel

Ab dem Sommersemester 2020 gibt es ein neues Verfahren, nach dem die Studienplätze für medizinische Fächer vergeben werden. Bislang bekamen 20 Prozent der Plätze die Abiturbesten, 20 Prozent die mit der längsten Wartezeit und die übrigen 60 Prozent besetzte die Hochschule mit eigener Auswahl. Das Bundesverfassungsgericht entschied 2017, dass dieses Zulassungsverfahren neu geregelt werden muss. Das betrifft nicht nur das klassische Medizinstudium, sondern auch die Zahnmedizin, Pharmazie und Tiermedizin.

Alle, die in diesen Bereichen ein Studium beginnen wollen, müssen am zentralen Vergabeverfahren über die Seite hochschulstart.de teilnehmen. Mit der Umstellung ändert sich unter anderem die Quotierung leicht: Statt der bisherigen 20 Prozent gehen nun 30 Prozent aller Plätze an die Beweber*innen mit der besten Abinote. Dabei wird auch berücksichtigt, in welchem Bundesland das Abitur abgelegt wurde, um die Noten vergleichbar zu machen.

„Oh je, das ist ein Mensch.“

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10 Prozent der Plätze werden anhand der sogenannten Zusätzlichen Eignungsquote vergeben, die unabhängig von der Schulnote ist und von der Uni vergeben wird. Zu diesen Punkten zählen unter anderem die Wartezeit auf einen Studiengang, ob man schon eine Ausbildung oder einen Job im medizinischen Bereich hatte, und Studieneignungstests.

Die verbleibenden 60 Prozent der Plätze werden nach der Hochschulquote vergeben. Die jeweiligen Unis wenden hier ihre eigenen Kriterien an; manche beziehen die Abinote ein. Ein Studieneignungstest wie der klassische Test für Medizinstudiengänge (TMS) wird hier ebenfalls berücksichtigt. Außerdem können auch hier vorherige Jobs und Ausbildungen oder mündliche Verfahren einfließen.

Landarztquote kann eure Chancen verbessern

Bei der Anmeldung auf hochschulstart.de gelten verschiedene Bewerbungsschlüsse. Zum Wintersemester für Altabiturient*innen der 31. Mai und für Neu-Abiturient*innen der 15. Juli, für das Sommersemester gilt für alle der 15. Januar. Die Umstellung auf das neue Verfahren soll für Unis und Bewerber*innen das Verfahren beschleunigen und vereinfachen.

Man kann sich unter hochschulstart.de auf bis zu zwölf Unis bewerben und sie in eine Wunschreihenfolge bringen. Dann wird man mit etwas Glück zu einer zugelassen, möglichst zu einer, die man weit oben angegeben hat. So entsteht nicht mehr das übliche Hin und Her, wenn verschiedene Unis nach und nach ihre Zusagen verschicken und nach Absage zweite und dritte Vergaberunden durchführen müssen. Übrigens: Wer sich verpflichtet, Hausärzt*in auf dem Land zu werden, hat bessere Chancen, weil auf dem Land Ärzt*innen knapp sind.

Eine Ausnahme bei vielen der genannten Regelungen bildet die Pharmazie. Wer das studieren möchte, sollte sich an den jeweiligen Unis genauer informieren. Außerdem gewichten innerhalb der drei Quotierungen die Unis die einfließenden Kriterien unterschiedlich, also lohnt sich auch für die anderen Studiengänge der Blick auf das Kleingedruckte der Wunschhochschulen. Alle Details findet ihr unter hochschulstart.de oder auf der Homepage der Unis eurer Wahl.

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