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STUDIUM & FREIZEIT

Master-Studierende müssen Vorrang haben

Bachelor-Studierende im Master sorgen zum Teil für Probleme. (Foto: Universität Salzburg (PR)/flickr.com/CC BY 2.0)

26.04.2018 06:31 - Philipp Frohn



Ein Kommentar von Philipp Frohn

Nach der beinahe schon provinziellen Menschenleere an den Campussen in der vorlesungsfreien Zeit, drängen wissensdurstige Studierende wieder in die Seminarräume. Während sich die Einen wohlbehütet in den oftmals bunker-ähnlichen Räumlichkeiten der akademischen Bildung widmen können, ist Anderen der Seminarplatz nicht sicher. Gerade in den Geisteswissenschaften gibt es immer wieder das Problem, dass viele Studierende beim -Lotto kein Glück hatten und auf das Erbarmen der Dozierenden hoffen oder in universitären Hunger Games um den ersehnten Kursplatz kämpfen müssen.

Dabei kommt vor allem eins ans Tageslicht: In Master-Kursen sitzen viele Studierende, die noch im Bachelor studieren. Es handelt sich aber nicht nur um Seminare, die in der Anfangsphase des Masters angelegt sind. Zum Teil besuchen Bachelor-Studierende Kurse, die auf der Zielgeraden zum Master liegen. Aus individueller Perspektive ist das vollkommen verständlich und gerade für Studierende, die sich in den letzten Zügen des Bachelors befinden, eine sinnvolle Möglichkeit, den ohnehin stressigen Master durch das Vorziehen von Kursen zu entlasten – besonders für diejenigen etwa, die ein geschlagenes Jahr auf die letzte Klausur warten müssen. Doch was auffällt ist, dass Viele von ihnen nicht mal ihre Bachelor-Arbeit angemeldet haben. Das ist , um Kurse vorziehen zu können – und zwar aus guten Gründen. Inwiefern die Regelung schon angewendet wird, bleibt noch fraglich.

Die Plätze in den Master-Kursen sind nun mal begrenzt. Wenn plötzlich doppelt so viele Studierende das Seminar besuchen wollen, wird nicht nur der eigentliche Sinn der Lernveranstaltung – nämlich die Sitzungen interaktiv zu gestalten und über die Inhalte zu debattieren – ad absurdum geführt. Alle Interessierten in den Kurs zu lassen - wie so manche*r vorschlägt -, wäre keine Lösung. Denn die Belastung für die Dozierenden steigt mit jedem weiteren Kursteilnehmenden. Schließlich möchten Studierende mündliche Prüfungen ablegen und Hausarbeiten einreichen. Das wären Zusatzaufgaben, die man dem ohnehin schon überlasteten akademischen Mittelbau doch ersparen sollte. Einfach mehr Kurse anzubieten, dürfte sich auch planungstechnisch als schwierig erweisen. Schließlich ist ja nicht abzusehen, wie viele Bachelor-Studierende Kurse vorziehen wollen.

Um der Schieflage entgegenzuwirken, muss das System LSF optimiert werden. Das Portal erkennt nicht, ob jemand bereits im Master eingeschrieben oder noch im Bachelor ist, geschweige denn, ob die Bachelorarbeit angemeldet wurde. Es verwundert daher nicht, dass es zu kuriosen Platzvergaben kommt. Dass sich in einem Seminar mit circa 30 Studierenden lediglich vier Master-Studierende auf eine Kurszulassung freuen konnten, während ganze 25 auf der Warteliste sitzen bleiben, unterstreicht die Problematik. Dieses technische Defizit muss geschlossen werden. Denn Master-Studierende, die kurz vor dem Abschluss ihres Studiums stehen, sollten hier Vorrang haben.

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