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STUDIUM & FREIZEIT

Laborpraktika: Schutzbrille auf und Abstand halten!

Im Labor finden die Praktika mit Abstand statt. [Symbolbild: pixabay]
​​​​​​​03.03.2021 17:43 - Özgün Ozan Karabulut

Laborpraktika sind eine der wenigen Ausnahmen für Präsenzveranstaltungen an der Universität Duisburg-Essen (UDE). Welche Herausforderungen und Chancen bestehen für Studierende, wie organisieren die Verantwortlichen die Lehre in der Corona-Pandemie?

Der Beschluss der UDE bezüglich der Fort- und Durchführung der Laborpraktika war eine kontroverse Entscheidung, die nicht bei allen Beteiligten auf Zustimmung gestoßen ist. Während einige Studierendenvertreter:innen Risiken bei der An- und Abreise zur Universität kritisieren, möchten andere Verzögerungen im Studienverlauf möglichst verhindern. Laut der UDE soll die zeitnahe Absolvierung der Laborpraktika den erfolgreichen weiteren Studienverlauf gewährleisten.

Für Professor Maik Walpuski, Prodekan und Mitglied des Fakultätsrats Chemie, sind naturwissenschaftliche Laborpraktika ein elementarer Teil des Studiums. „Letzten Endes gehören Laborpraktika natürlich in den Naturwissenschaften zur fachlichen Ausbildung dazu und sind auf das ganze Studium gesehen unverzichtbar. Wenn überhaupt, kann man da nur von bestimmten Zeitfenstern reden, aber sicherlich nicht ersatzlos weglassen.“

Präsenzveranstaltungen unter Corona-Bedingungen stellen die Organisator:innen der praktischen Tätigkeiten in den Laboren vor neue Herausforderungen. Die Laborpraktika sind mit einem großen Personalaufwand verbunden. „Wir besetzen die Praktika so, dass die anderthalb Meter Abstand eingehalten sind. Je nach Labor kommen wir mit einem Drittel oder der Hälfte der Kapazität aus.“

Außer der Einhaltung der Abstands- und Hygienevorschriften ändere sich nicht so viel, meint Walpuski. Für Teilnehmer:innen der Laborpraktika könne die veränderte Laborauslastung einen Vorteil haben: „Sie haben im Zweifelsfall sogar die bessere Betreuung, weil weniger Studierende mit genauso vielen Assistenten im Labor sind wie es vorher auch der Fall war. Da verbessert sich sogar eher das Betreuungsverhältnis.“

Gut aufgestellt ins Sommersemester

Einige Studierende haben bereits ihre praktische Tätigkeit abgebrochen. „In meinem Bereich kann ich nicht bestätigen, dass mehr Studierende die Praktika aufgegeben hätten als in den normalen Semestern. Wir haben bei den Praktika immer einen gewissen Schwund, das ist jetzt auch so“, bemerkt Walpuski, der im Prüfungsausschuss für die Lehramtsstudiengänge zuständig ist. „Was vielleicht ein Faktor ist, dass sich Sachen etwas zeitlich verschieben, weil man mit manchen Praktika hinter die Vorlesungszeiten gerät und die Laborkapazitäten irgendwann erschöpft sind“, merkt Walpuski an. Anders als bei regulären Veranstaltungen wird ein ungerechtfertigter Abbruch als Fehlversuch gebucht. Für Walpuski wäre es hier förderlich, eine Regelung zu finden, die den Studierenden keine Nachteile bereitet.

Probleme bereiten den Organisator:innen der Praktika fehlende Lehrkapazitäten. „Wir haben fakultätsintern einige Probleme, was Personalressourcen und Kosten im Bereich der Praktika angeht“, so Walpuski. Die Praktika werden mehrfach angeboten, da die Abstandsregeln weniger Studierende in den Laboren zulassen. „Letzten Endes müssen wir auch das Personal haben, aber da kann auch so schnell keiner etwas ändern“, schätzt Walpuski die Lage ein. Hinsichtlich der Ausstattung sei die Universität gut aufgestellt: „Die Labore sind von der Grundausstattung hervorragende Räume, auch unter Corona-Bedingungen. In der Regel haben die einen achtfachen Luftaustausch pro Stunde, das Infektionsrisiko ist da gering.“

Für Walpuski wird das kommende Semester etwas einfacher zu bewältigen, da die angebotenen Lehrveranstaltungen im Sommersemester die gleichen wie zu Beginn der Umstellung auf digitale Lehre seien. Auch im Sommersemester sei geplant, mehr Laborpraktika anzubieten, jedoch nicht für mehr Personen, da weniger Platz vorhanden sei. „Ich wäre optimistisch, dass wir es in diesem Sommer noch ein bisschen besser hinbekommen als im letzten. Nichtsdestotrotz hat die Pandemie Auswirkungen auf die Lehre, es ist kein normales Semester“, meint Walpuski.
 

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