Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

STUDIUM & FREIZEIT

Kostenlose Nachhilfe mit Corona School

Hilfe kommt an den Schreibtisch. [Foto: pixabay]
08.06.2020 10:33 - Sophie Schädel

Einen Student aus Bonn, ein paar gute Freund*innen und eine zündende Idee: Mehr brauchte es nicht, um mit der Corona School ein Projekt zu starten, das in der aktuellen Krise mit kostenloser Nachhilfe Tausende erreicht. Rosa Kreider aus dem Organisationsteam hat uns erklärt, wie das genau funktioniert.

„Auf der einen Seite gibt es viele Schüler*innen, die ihre Unterrichtsinhalte selbst erarbeiten müssen. Auf der anderen Seite finden sich viele Studierende, die sich gerne ehrenamtlich engagieren und Schüler*innen kostenlos unterstützen wollen. Wir führen Euch per Video-Chat zusammen!“ So bringt der Verein Corona School sein Projekt auf seiner Webseite selbst auf den Punkt.

5 Meal Prep Ideen fürs Homeoffice

 

Rosa Kreider ist fast von Anfang an dabei. Einer ihrer besten Freunde aus dem Studium in Bonn hatte ein paar Freund*innen um sich geschart und, während Rosa noch coronabedingt im Urlaub festsaß, innerhalb von 48 Stunden die Webseite dazu an den Start gebracht. „Er hat überlegt, wie er sich in Zeiten von Corona und den Schulschließungen engagieren kann“, erinnert sich Rosa. Schnell war die Idee da, kostenlose Nachhilfe anzubieten. „Normale Eins-zu-Eins-Betreuung zuhause wäre natürlich keine gute Idee gewesen.“ Also hat er das Ganze online gestartet.

Rosa schaffte es zurück nach Deutschland und eine Woche nach Projektstart stieg sie mit in die Organisation ein. Da stand das Grundgerüst schon längst: „Als die Idee da war, haben die sich hingesetzt und zwei Tage quasi durchgearbeitet. Dann ging das Ganze online. Es ist also über Nacht entstanden“, erzählt Rosa. Danach entwickelten sie ihren Service weiter und holten immer mehr Freund*innen ins Team, um alles zu stemmen. Denn sie wurden von der Nachfrage geradezu überrannt.

Wie kommen Studierende an ihre Schüler*innen?

„Aktuell haben wir über 12.000 registrierte Schüler und über 9.000 registrierte Studenten“, berichtet Rosa stolz. „Damit hätten wir so nie gerechnet, und die Zahlen steigen ja jeden Tag weiter an“. Doch in den Zahlen steckt auch das einzige Problem, das die Organisation gerade hat: Ihr Ziel ist, Pärchen aus je eine*r Schüler*in und eine*r Student*in zu bilden. „Wir suchen dringend mehr Studenten“, erklärt Rosa.

„Die Schüler brauchen oft sehr schnell Hilfe. Wir wollen nicht, dass jemand zwei Wochen warten muss. Jeder Schüler sitzt allein zuhause und ein Lehrer kann zeitlich gesehen nicht eins zu eins auf 30 Schüler in der Klasse reagieren“, gibt sie zu bedenken. „Einige Schüler sind von zuhause aus auf sich allein gestellt. Dann ist es cool, wenn von außerhalb Hilfe kommt und man nicht jede Frage einzeln per Mail an den Lehrer schicken muss.“

Die Bewerbung bei Corona School als Nachhilfelehrer*in ist einfach. Auf der Homepage füllt ihr ein kurzes Anmeldeformular aus und gebt an, in welchen Fächern ihr Hilfe anbietet. Danach folgt ein kurzes Videogespräch mit jemandem aus dem Organisationsteam, um einzuschätzen, welcher Klassenstufe euer Wissen entspricht. Und dann bildet die Corona School Pärchen aus euch und den Schüler*innen, bei denen die Schnittmenge aus Hilfegesuch und -angebot möglichst groß ist.

„Wir wollen nicht Studenten den Job wegnehmen“

Wie die Nachhilfe genau abläuft, überlässt der Verein den Pärchen. „Wir verstehen uns nur als Vermittler“, sagt Rosa. Auch wieviel Zeit die Nachhilfe wöchentlich in Anspruch nimmt, klären die Pärchen individuell. „Manche Schüler wollen nur mal eine Mail schreiben, um Rückmeldung zu bekommen, ob sie etwas richtig gemacht haben. Andere brauchen dreimal die Woche Nachhilfeunterricht. Das ist ganz bunt gemischt und soll von beiden Seiten stimmen“, fasst Rosa zusammen.

In Italien und Österreich gibt es bereits ähnliche Angebote.

Die Nachhilfe ist kostenlos. So haben nun deutschlandweit Kinder die Chance auf Hilfe, deren Eltern sie sich vor der Coronakrise nie hätten leisten können. Doch der Verein hat aktuell keine bestimmte Zielgruppe unter den Schüler*innen. „Am Anfang soll sich jeder anmelden, egal ob leistungsschwach oder stark, egal aus welchen Familienverhältnissen“, betont Rosa. Doch Projekt soll langfristig kostenlos weiterlaufen.

„Wir denken, dass sich mit der Zeit weniger Studenten melden werden. Dann wollen wir uns auf sozial schwächere oder bildungsfernere Familien konzentrieren, um es ihnen zu ermöglichen. Nachhilfe ist etwas, das honoriert werden sollte. Wir wollen ja langfristig nicht Studenten den Job wegnehmen.“ Der nächste Schritt ist schon in Planung: Die Software soll Open Source veröffentlicht werden, damit sie international umgesetzt werden kann. In Italien und Österreich gibt es bereits ähnliche Angebote.

ZIM: So verlief der digitale Semesterstart an der UDE

Nach den ersten Wochen des neuen Semesters zieht das ZIM ein positives Zwischenfazit.
 

Tierschutzvereine: Wirklich Rettung in der Not?

Tierschutzvereine vermitteln Hunde in Not an Adoptant*innen in Deutschland. Agieren sie dabei immer im besten Sinne der Tiere?
 

Corona-Blog: Was passiert an der UDE?

Auf unserem Blog versorgen wir euch mit aktuellen Informationen rund um die Corona-Krise an der UDE.
 
Konversation wird geladen