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STUDIUM & FREIZEIT

Karneval: Wer braucht das eigentlich?

Die Jecken auf einem Umzug. [Foto: Victoria Göres]

06.03.2019 10:08 - David Peters

Endlich wieder Karneval. Menschen verkleiden und betrinken sich. Dazu gibt es, mehr oder weniger, gute Witze. Was früher die Fastenzeit einläutete, wirkt auf viele nur noch wie eine sinnlose Tradition.

Für die einen ist Karneval das Fest der Frohnaturen, für andere nur ein weiterer Grund die Innenstädte zu bestimmten Zeiten zu meiden. Doch was ist Karneval eigentlich? Die freie Enzyklopädie Wikipedia schreibt dazu: „Als Karneval […] oder fünfte Jahreszeit bezeichnet man die Bräuche, mit denen die Zeit vor der 40-tägigen beziehungsweise sechswöchigen Fastenzeit ausgelassen gefeiert wird. Die Fastenzeit beginnt mit dem Aschermittwoch, und sie dient im Christentum der Vorbereitung auf das Osterfest.“ Die wenigsten werden noch die Fastenzeit durchmachen, sofern sie nicht im Kloster leben, Karneval feiern ist aber wohl drin. Aber wozu braucht man sowas wie Karneval denn überhaupt noch? Feiern, verkleiden und bet kann man sich ja auch auf dem Schlagermove, dem Oktoberfest oder Malle. Das Niveau ist sowieso ähnlich.

Heutzutage zeichnet sich Karneval dadurch aus, dass Horden von Verkleideten in meist peinlichen Kostümen durch die Innenstädte ziehen oder auf Karnevalssitzungen Komiker*innen lauschen. Die Pointen werden extra durch den allseits bekannten Tusch gekennzeichnet, damit auch die letzte Schnapsleiche mitbekommt, dass es jetzt Zeit zum Lachen und Applaudieren ist. Ein Spaß für Jung und Alt. Da fragt man sich natürlich, warum Deutsche immer als humorlos bezeichnet werden. Hey, wir gehen zum lachen nicht in den Keller – wir haben extra Tage im Kalender dafür.

Einfach mal die Sau rauslassen – 548 Strafanzeigen

In der Karnevalszeit kann man einfach mal die Sau rauslassen und muss nicht alles so eng sehen. Die Polizei der Karnevalshochburg Köln sah das aber wohl nicht so und fertigte in 48 Stunden 548 Strafanzeigen an, darunter 127 Körperverletzungen und 17 Sexualdelikte. Die Körperverletzungen gingen aber bestimmt nicht nur auf die (Narren-)Kappen der Karnevalist*innen, sicherlich waren darunter auch einige entnervte Menschen, die keine Lust auf Erbrochenes in ihrem Hauseingang oder laute Partygruppen hatten. Wer einmal in der Bahn mit betrunkenen Karnevalsgruppen gesessen hat und zum siebten Mal in einer Stunde Hits wie Johnny Däpp oder die Höhner in Dauerschleife hören muss, wird sich ganz sicherlich nicht denken: „Da simmer dabei“.
 
Wer auf jeden Fall beim Karneval dabei ist, ist unsere Redakteurin Victoria. Ihren Text „Warum Karneval großartig ist“ findet ihr hier.

 

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