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STUDIUM & FREIZEIT

Internet leer? Begrenztes Datenvolumen im Studiwohnheim

Schnelles Surfen ist eine Sache des Timings. [Foto: pixabay]

30.09.2020 11:10 - Sophie Schädel

In den Wohnheimen des Studierendenwerks Essen-Duisburg steht den Bewohner:innen laut Internetvertrag monatlich nur ein begrenztes Datenvolumen zur Verfügung. Der Datenverbrauch beim Surfen in den Abendstunden wird vierfach auf das limitierte Volumen angerechnet. Warum ist das so? Und ist das nicht gerade jetzt, wo alle wegen des Online-Semesters von zuhause aus studieren müssen, ein Problem? Wir haben für euch beim Studierendenwerk nachgefragt.

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„Ja, es ist korrekt, dass Bewohnerinnen und Bewohnern unserer Wohnheime ein begrenztes Datenvolumen zur Verfügung steht“, bestätigt Stephanie Wolke von der Pressestelle des Studierendenwerks auf Anfrage der akduell. „Pro Anschluss stehen monatlich 500 Gigabyte zur Verfügung.“ Wer dieses Volumen überschreitet, surft ab dann bis Monatsende mit gedrosselter Geschwindigkeit, erklärt Wolke. Dann könne man zwar noch seine Mails lesen, die Geschwindigkeit reicht aber nicht mehr für eine Netflix-Serie oder ein Zoom-Seminar.

Die Studierenden haben dann die Möglichkeit, sich zusätzliches ungedrosseltes Datenvolumen zu kaufen. Für einen Euro stehen weitere zehn Gigabyte zur Verfügung. „Ungenutztes, zugekauftes Volumen wird selbstverständlich übertragen und kann in den darauffolgenden Monaten genutzt werden“, versichert Wolke. „Durchschnittlich kaufen nur etwa zwei Prozent aller Nutzerinnen und Nutzer Volumen hinzu.“

Kein gestiegener Bedarf durch Corona

Laut Wolke ist der Bedarf nach mehr Datenvolumen seit Beginn der coronabedingten Online-Lehre nicht gestiegen „Die Zahlen lassen nicht darauf schließen, dass dadurch mehr Bewohnerinnen und Bewohner ihr Datenvolumen vor Ablauf des Monats ausgeschöpft haben. Seit Ausbruch der Pandemie gab es nur zu Beginn, im März, einen Ausreißer in dieser Statistik.“

Bei Internetverträgen der üblichen großen Provider auf dem freien Markt kann man üblicherweise unbegrenzt surfen. Will das Studierendenwerk, dass die Studierenden ihr Internet weniger für datenfressende Freizeit-Angebote wie Videos und Spiele nutzen, sondern lieber für Literaturrecherche und Mails? Laut Wolke hat das Datenlimit einen ganz anderen Grund: „Um die jetzige Situation zu verstehen, müssen Sie bedenken, dass unsere Verträge bereits vor einigen Jahren geschlossen wurden. Ein größeres Datenvolumen führt natürlich immer zu höheren Kosten, die sich letztlich auch auf den Mietpreis auswirken. Damals handelte es sich um die günstigste und beste Lösung für unsere Wohnheime.“

Studierendenwerk will Konditionen ändern

Trotzdem hat das Studierendenwerk die veränderten Studienbedingungen durch die Pandemie auf dem Schirm und möchte etwas ändern. „Klar ist: Dadurch wird sich der Bedarf langfristig verändern“, so Wolke. „Auf diese Entwicklungen werden wir so zeitnah wie möglich reagieren. Grundlegende Veränderungen sind bereits geplant.“ Das gehe aber leider nicht von heute auf morgen, da man noch an die aktuellen Konditionen gebunden sei.

Zu denen gehört auch, dass zwischen 18 und 0 Uhr der Datenverbrauch vierfach angerechnet wird. „Hinter dieser Mehrfachanrechnung steht selbstverständlich keinerlei Form der Kontrolle oder Einflussnahme des Studierendenwerks“, betont Wolke. „Als Vermieter steht es uns nicht zu, über die Internetnutzung unserer Bewohnerinnen und Bewohner zu urteilen, geschweige denn darauf Einfluss zu nehmen.“

Der niederländische Internetprovider Gigaspeedsurfer, mit dem das Studierendenwerk die Wohnheimverträge ausgehandelt hat, versuche, mit der Mehrfachanrechnung die Nutzung besser über den Tag und besonders die Nacht zu verteilen. „Beim Zeitfenster von 18 bis 0 Uhr handelt es sich um die Hauptnutzungszeit“, erläutert Wolke. „Die Gewichtung soll einen Anreiz setzen, problemlos verschiebbare bzw. automatisierbare Downloads wie Updates oder Backups in die Zeit geringerer Nutzung zu verlagern.“ Dafür eignet sich besonders die Zeit zwischen 0 und 10 Uhr, denn da surfen die Bewohner:innen als Ausgleich für die vierfache Anrechnung in den Abendstunden ohne Verlust ihres Datenvolumens.

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