Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

STUDIUM & FREIZEIT

In’s Ausland mit dem Verbindungsbüro New York der Universitätsallianz Ruhr

Ein Gruppenfoto der Studierenden [Foto: Marius Lüke]
30.06.2019 11:47 - Anna Riemen

Die Universitätsallianz Ruhr ist ein strategischer Zusammenschluss der drei Ruhrgebietsuniversitäten in Duisburg-Essen, Bochum und Dortmund. Hauptsächlich arbeitet sie an der Anbahnung und Stärkung von Forschungskooperationen, daran, Wissenschaftler*innen mit gemeinsamen Forschungsschwerpunkten zusammenbringen. Auch international: Die UA Ruhr hat drei Verbindungsbüros eingerichtet, in New York, São Paulo und Moskau.

Normalerweise richten sich die Projekte der UA Ruhr an Wissenschaftler*innen, etwa an Vertreter*innen von Fakultäten einer der drei Universitäten sowie deren Doktorand*innen und Post-Docs. Das Verbindungsbüro in New York hat jedoch auch Auslandsangebote etabliert, die sich speziell an Bachelor- und Masterstudierende richten. Das Büro wird von Peter Rosenbaum geleitet. Für das Transatlantic Ruhr-Fellowshipprogramm etwa können sich einmal jährlich Bachelor- und Master-Studierende aller Fakultäten und Studienfächer aller drei Ruhrgebietsuniversitäten bewerben. Zehn bis zwölf Studierende reisen für zwei Monate in die Tri-State-Area New York, New Jersey und Pennsylvania. Das Programm besteht aus drei Komponenten: In der ersten Woche absolvieren die Studierenden zunächst ein Zertifikatsprogramm. „Das ist sowas wie ein Crashkurs zum Thema Global Markets“, so Rosenbaum. Zu diesem Oberthema wird etwa über Talent Management, Diversity Management und Arbeitsrecht in Nordamerika gesprochen. Dieser Kurs findet an der Rutgers Universität in New Jersey statt.

“Das Fellowshipprogramm richtet sich an alle Fächer, nicht nur an Studierende aus dem wirtschaftlichen Bereich.”

Sechswöchiges Praktikum in der Tri-State-Area

In der zweiten Woche absolvieren die Studierenden ein Skills Seminar, das in Kooperation mit der Deutsch-Amerikanischen Handelskammer stattfindet. „Hier werden rhetorische Fähigkeiten geschult und die Fellows treffen Unternehmer und Start-Ups. Wir machen zusätzlich ein ganzes Kulturprogramm und bieten Extraworkshops an“, so Rosenbaum. Dabei geht es beispielsweise um internationalen Karriereaufbau. Auch sollen die Studierenden dabei etwa lernen, wie sie ihre Forschung oder ihr Projekt möglichst kurz und überzeugend vorstellen. Die zweite Woche findet in New York statt. Auch finden Besuche bei Unternehmen, Banken und Hedgefonds statt, sowie eine Gesprächsrunde am Konsulat, damit Fellows kennen lernen, wie Deutsche Organisationen in den Staaten arbeiten.
Im dritten Punkt treten die Fellows ein sechswöchiges Praktikum in Unternehmen der Tri-State-Area an. Die Zuordnungen trifft das Verbindungsbüro, indem sie sich mit Handelskammern, Partnerunternehmen und Einrichtungen zusammensetzen und anhand der Bewerbungen entscheiden, welche Bewerber*innen am besten zu welchem Praktikum passen könnten.

Das Fellowshipprogramm richte sich an alle Fächer, nicht nur an Studierende aus dem wirtschaftlichen Bereich, da die dort vermittelten Fähigkeiten transitorischer Natur und die Praktikumsmöglichkeiten vielfältig seien, so Rosenbaum. „Es mag wirtschaftlich klingen, aber wir richten uns mit diesen Programmen durchaus auch an Geisteswissenschaftler, die sich vorstellen können, später auch in anderen Bereichen als an der Uni zu arbeiten.“ Im Programm der letzten zwei Jahre seien Studierende der Romanistik, Anglistik und Kulturwissenschaften bis hin zu Biochemie und Wirtschaftswissenschaften vertreten gewesen.

Was ist die Universitätsallianz Ruhr und was tut sie?

Die Universitätsallianz Ruhr ist ein regionaler Hochschulverbund der Universität Duisburg-Essen, der Ruhr-Universität Bochum und der Technischen Universität Dortmund, die zusammen genommen ca. 120.00 Studierenden fasst. Sie hat die Aufgabe, Forschungskooperationen zwischen Wissenschaftler*innen anzubahnen und zu stärken sowie den Studierenden- und Forschungsaustausch zu fördern. Zur UA Ruhr gehören neben diesen drei Universitäten auch Forschungsinstitute wie etwa das Leibniz-Institut oder das Max-Planck-Institut. Die UA Ruhr vereint Forschung in allen wissenschaftlichen Disziplinen, setzt aber einige Profilschwerpunkte, die an allen drei Universitäten vertreten sind, etwa Kompetenzfelder wie Metropolenforschung.

Nicht nur für Wirtschaftsstudis

Laura Niggemann hat Kulturwirt mit der Vertiefung Englisch im Bachelor an der Universität Duisburg-Essen studiert. Für sie sei das Programm eine optimale Ergänzung zu ihrem Studium im Bereich Betriebswirtschaftslehre und Cultural Studies gewesen. „Außerdem wollte ich immer schon gerne ein Auslandspraktikum in den USA absolvieren, da ich sehr interessiert an internationalen Beziehungen und globalem Handel bin“, meint sie. Die Fusion von theoretischen und praktischen Elementen innerhalb des Programms hält sie für geglückt. Da sie sich vorstellen kann, in Zukunft in den USA zu arbeiten, fand sie besonders spezifische Informationen zu Arbeitsrecht, Leadership und Management in den Staaten hilfreich.

„Sehr interessant fand ich die Workshops zu den Themen Networking und (Self-) Marketing, da dies in der USA besonders wichtig ist und ich während meines Studiums noch nicht viele Erfahrungen dazu gesammelt habe“, so Niggemann weiter. Ihr Praktikum absolvierte sie bei BelCham, der Belgisch-Amerikanischen Handelskammer in Manhattan. „Ich habe im Bereich Career Services und Intercultural Exchange gearbeitet und konnte relevante Soft Skills und Fähigkeiten innerhalb eines multinationalen kleinen Teams lernen,“ urteilt sie. Ihrer Meinung nach ist das Programm zu schaffen und für Studierende aller Studiengänge gleich gut geeignet. „Die Interdisziplinarität und die verschiedenen Module des Programms sind sehr passend für eine Gruppe Studierender mit unterschiedlichen Fachbereichen, und jeder kann bestimmte Erfahrungen für den eigenen Bereich mitnehmen“, so Niggemann. „Betriebswirtschaftliche und arbeitsrechtliche sowie globale Zusammenhänge sind für alle Berufe relevant und interessant.“
Ähnliche Programme wie das Transatlantic Fellowshipprogramme wie in New York gibt es für Moskau und São Paulo nicht. Es gibt dort nur speziellere Workshops, die sich an Promovierende und Post-Docs richten. Weitere, für Bachelor- und Masterstudierende geeignete Auslandsprogramme, werden direkt von den jeweiligen International Offices der Duisburg-Essen, der Ruhr-Universität Bochum und der Technischen Universität Dortmund universitätsintern angeboten. Etwa bietet das Verbindungsbüro der UA Ruhr in New York auch ein sechsmonatiges, bezahltes Praktikum an, dessen Ausschreibung über die International Offices erfolgt.
 

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