Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

STUDIUM & FREIZEIT

Im Interview: Ring Christlich-Demokratischer Studenten

Der RCDS tritt in diesem Jahr mit 19 Kandidat*innen zur Wahl an. (Bild: RCDS)

21.11.2017 02:53 - Die Redaktion



Vom 27. November bis zum 1. Dezember wird an der Universität Duisburg-Essen das neue Studierendenparlament gewählt. Im Interview erklärt der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS), was er in der nächsten Wahlperiode plant und umsetzen möchte.

akduell: Das Ruhrgebiet ist die Hochburg des Pendelns. Das Semesterticket auf dem Smartphone sorgt für Frust, Parkplätze an den Campussen sind rar, Fahrrad-Schnellwege längst nicht Realität. Was plant ihr für die Studierenden in Sachen Mobilität zu tun?

RCDS: Das Semesterticket muss zurück auf den Studentenausweis! Es gab keine vertragliche Grundlage für die Abkehr von diesem fortschrittlichen Modell, weshalb der AStA hier unbedingt das Recht der Studierendenschaft durchsetzen muss. Jeder Student sollte selbst entscheiden können, wie er zur Uni gelangt – sei es mit der Bahn, dem Auto oder Fahrrad. Dafür muss aber die entsprechende Infrastruktur bestehen: Mit der Uni muss also über neue Parkplätze verhandelt werden, mit der Stadt über mehr Fahrradwege, mit Metropolradruhr über mehr Fahrradstationen.

akduell: Diszipliniertes Lernen steht dem Wunsch gegenüber das Studium frei und flexibel zu gestalten. Viele Studierende arbeiten in bis zu drei Jobs. NRW-Wissenschaftsministerin Pfeiffer-Poensgen plant die Einführung der Anwesenheitspflicht für Universitäten wieder zu ermöglichen. Ist das noch zeitgemäß?

RCDS: Es gibt Kompetenzen, die nur bei Anwesenheit vermittelt werden können, denn an der Uni wird nicht nur bloßes Fachwissen gelehrt. Wir stehen der Anwesenheitspflicht deshalb nicht gänzlich ablehnend gegenüber, sondern fordern, dass eine solche Pflicht nur in begründeten Fällen erlaubt ist. Und natürlich muss es Ausnahmeregelungen für studierende Eltern oder ähnliche Lebenssituationen geben.

akduell: Die Landesregierung will Studiengebühren für Nicht-EU-Ausländer*innen einführen, mit dem Ziel Personalschlüssel, Qualität des Studiums und Ausfinanzierung der Hochschulen zu verbessern. An der UDE studieren 7.478 Menschen aus Nicht-EU-Ländern (Stand WS 2016/17). Wie werdet ihr euch dazu im StuPa verhalten?

RCDS: Solche unsolidarischen Studiengebühren, die nur eine bestimmte Gruppe betreffen, lehnen wir ab, zumal es sich auch nicht um das nachgelagerte Modell handelt, das die FDP noch im Wahlkampf beworben hat. [Natürlich wären unsere zukünftigen Parlamentarier immer noch frei in einer entsprechenden Abstimmung.]

akduell: Einige Studierende durchleben bei der digitalen Anmeldung von Prüfungen viele Probleme. Zusätzlich verlieren sie bei den vielen unterschiedlichen Portalen - HISinOne, LSF, Moodle, Semesterapparat - die Übersicht. Wie wollt ihr hier für einen klaren Durchblick sorgen?

RCDS: Leider liegt es nicht in der Macht der Studierendenschaft, das Portal-Wirrwarr zu entwirren. Wir müssen Druck auf die Hochschulverwaltung ausüben, die offensichtlich auf Quantität statt Qualität setzt. Dabei gäbe es an unserer Uni doch das nötige Knowhow, um für eine effiziente und benutzerfreundliche Rundumlösung zu sorgen.

akduell: Viele Studierende der UDE pendeln aus den umliegenden Städten zu den Campussen. Essen und Duisburg gelten nicht als Wohlfühloasen, die Studierendenwohnheime sind teuer. Was plant ihr um die Campusse und Städte für die Studierenden als Lebensraum attraktiver zu machen?

RCDS: Mit dem Kulturticket für Essen wurde der richtige Weg eingeschlagen, um das studentische Leben im Ruhrgebiet attraktiver zu machen. Als nächstes muss das Kulturticket für Duisburg folgen. Zumindest im Vergleich zu anderen Universitätsstädten ist es um den Wohnraum in Essen und Duisburg nicht schlecht bestellt. Doch absurderweise sind private Wohnungen mittlerweile oft billiger als Studentenwohnheime. Es gilt nun, das Studierendenwerk beim Wort zu nehmen und sicherzustellen, dass die für 2018 geplante Mietenerhöhung nicht doch noch kommt.

akduell: Mit nextbike und Kulturticket wurden Zusatzangebote für Studierende geschaffen. Der Finanzhaushalt wird dadurch stärker beansprucht, eine Erhöhung der AStA-Beiträge scheint nur noch Formsache. Wohin soll die Reise gehen: Ein möglichst breites Angebot oder ein niedriger AStA-Beitrag ohne zusätzlichen Schnickschnack?

RCDS: Eine Erhöhung des AStA-Beitrags ist für uns keine Option. Für beschlossene Großprojekte wie nextbike, die nicht mit den vorhandenen Mitteln finanziert werden können, muss wie beim Semesterticket ein eigener Beitrag erhoben werden. Damit wären die Beiträge zweckgebunden und würden bei einem Ende des Projekts automatisch wegfallen. Dabei ist es auch wichtig, dass die Studenten sehen, was mit ihrem Geld passiert. Momentan wird nämlich viel Geld verschleudert, ohne dass es dem Großteil der Beitragszahler einen Nutzen bringt. Wir wollen die Verschwendung beenden und auf diese Weise den Haushalt ohne eine Erhöhung des AStA-Beitrags und ohne wahrnehmbare Einbußen im Service-Angebot stabilisieren.

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