Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

STUDIUM & FREIZEIT

Heillos überfordert mit einer Hausarbeit

Hausarbeiten können stressig sein. [Symbolfoto: Sophie Schädel]
22.04.2021 12:14 - Sophie Schädel

Es fing so gut an. Mein Dozent und ich hatten gemeinsam ein Thema ausgewählt und ich wusste genau, welche Paper er in meiner Hausarbeit behandelt haben wollte. Ich hatte einen Plan erstellt und vor der Deadline fast zwei Wochen Puffer eingeplant, um diesmal wirklich entspannt und rechtzeitig fertig zu werden und trotzdem die Wochenenden frei zu haben. Aber dann kam alles anders.

Eine Kolumne von Sophie Schädel

Ich fing damit an, die vier philosophischen Paper zu lesen, die mein Dozent mir vorgegeben hatte, und verstand rein gar nichts. Sie waren sprachlich zwar nicht allzu kompliziert geschrieben, aber dafür auf Englisch. An sich kein allzu großes Problem, aber Fachbegriffe in der Philosophie sind so stark abhängig von Epoche und Strömung des Autoren, dass sie völlig verschiedene Bedeutungen haben können. Der Google Übersetzer half also wenig. Dazu kam das Problem, dass die Texte eine so lebensferne und abgehobene philosophische Frage beantworteten, dass ich noch nicht einmal die Frage an sich wirklich verstand.

Es half nichts, ich musste erst mal eine komplett eigene Fassung des Werkes schreiben, indem ich über hundert Seiten des Texts in meinen eigenen Worten zusammenfasste. Diese Zusammenfassung musste ich dann mehrmals lesen, um einigermaßen zu verstehen, was Absatz für Absatz gemeint war. Dieser Schritt kostete mich eine gute halbe Stunde pro Paper-Seite – ihr könnt euch ungefähr ausrechnen, wie lange das gedauert hat.

Durchziehen war angesagt

Ich wusste: Mein Plan vom entspannten Schreiben war unmöglich einzuhalten. Stattdessen stand ich sieben Tage die Woche morgens um 7 Uhr auf, setzte mich direkt an den Schreibtisch und arbeitete bis 12 Uhr durch. Dann gab es eine Mittagspause mit Essen und einer Runde an der frischen Luft. Von 14 bis 18 Uhr saß ich wieder an der Hausarbeit, dann gab es Abendessen. Irgendwann merkte ich, dass ich trotzdem bis zur Abgabefrist nicht fertig werden würde, und hängte noch eine Nachtschicht von 19 bis 21, an manchen Tagen 22 Uhr dran. Zwischendurch war nur Zeit für Schlafen. Hunderte Nachrichten und Mails las ich erst Wochen später, ich sagte mehrere Arbeitstermine spontan ab, für Haushalt und Freund:innen war keine Zeit.

Am Ende habe ich es dann tatsächlich geschafft. Irgendwann habe ich die Thesen der Paper verstanden, die Hausarbeit schrieb sich dann wie von selbst. Einen Tag vor Abgabe schickte ich die Mail abends um halb 9 ab, fiel direkt wie tot ins Bett und schlief fast 14 Stunden bis zum nächsten Morgen. Danach wurde ich übrigens krank und brauchte zwei Wochen, um mein Leben wieder auf die Reihe zu bekommen, meine Oma mal wieder anzurufen, die ganze Wäsche zu waschen, alle verpassten YouTube-Videos zu schauen und mich wieder an einen normalen Tagesrhythmus zu gewöhnen. Die Moral von der Geschichte: Mehr Puffer einplanen. Und erst Hausarbeitsthemen zusagen, wenn man die Paper schon kennt.

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