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STUDIUM & FREIZEIT

Die Uni hacken

Was könnte am Campus besser laufen? Zu dieser Frage traten vier Teams beim Hackathon am 5. April gegeneinander an. [Foto: Sophie Schädel]
​​​​​​​15.04.2019 12:44 - Sophie Schädel

Was könnte am Campus besser laufen? Zu dieser Frage traten vier Teams beim Hackathon am 5. April gegeneinander an. Ein Hackathon ist quasi die Lan-Party für Hacker*innen. Man trifft sich und bearbeitet ein bestimmtes Problem. Marathon-Charakter hatte das in Duisburg definitiv, denn die Teams setzten sich eine ganze Nacht lang mit der Frage auseinander, wie die Uni smarter werden kann. Organisiert wurde die Veranstaltung von Eestec, der europaweiten Vernetzung von Studierenden der Elektro- und Informationstechnik.

12 Studierende nehmen heute teil. In Dreierteams bearbeiten sie die Frage, wie das Internet of Things das Studium am Campus verbessern könnte. Smart Universities nennen sie das. Das Team mit der besten Idee reist zum Finale nach München und tritt dort gegen die internationale Konkurrenz an. „Es geht darum, wie wir das universitäre Leben verbessern können. Dabei können alle mitmachen, egal was sie studieren oder wie viel sie schon über das Internet of Things wissen“, so Alina von Eestec Duisburg.

Die Teams haben elf Stunden, um ihre Idee umzusetzen und die Präsentation vorzubereiten. Zwischendurch gibt es einen Mitternachtssnack und morgens Frühstück – und für zwischendurch jede Menge Energy Drinks. Die Teams sind bunt zusammengewürfelt. Da einige Teilnehmende sich erst kurzfristig angemeldet haben und andere fehlen, kennen sich die meisten Teamkolleg*innen untereinander noch nicht. Aber sie fangen sofort an zu diskutieren, was an der Uni nervt.

Bequem freie Mensa-Plätze finden

Da die meisten Teams international sind, wird vor allem Englisch gesprochen. Ein Team kam schon mit einer ersten Idee her und hat einen Plastikbeutel mit einem Set eigener Sensoren mitgebracht. „Ich bin gespannt, was daraus wird“, sagt Caily. „Ich glaube, die wollen damit ein Konzept aufstellen, das misst, wie viele Plätze in der Mensa frei sind.“

Das Team macht sich direkt an die Arbeit. Einer kritzelt technische Skizzen auf seinen Block, der Andere testet ein paar der Sensoren. „Gerade am Ende des Semesters, wenn alle in der Bib sitzen und lernen, ist mittags die Mensa viel zu voll. Mit unserem Projekt wüsste man, wo und wann Plätze frei sind“, erklärt er.

Kreative Lösungswege

Beim Hackathon müssen die Teams auch darauf achten, wie gut ihre Idee umsetzbar wäre. „Ich habe mal ein Konzept gesehen, das auch messen wollte, wie voll die Mensa ist. Da sollte das aber über die Lautstärke erhoben werden. Das ist aber natürlich sehr anfällig für Fehler“, kritisiert Caily.

„Ich glaube, die wollen damit ein Konzept aufstellen, das misst, wie viele Plätze in der Mensa frei sind.“

Aber auch ein anderes Team hat die Sitzplätze in der Mensa im Blick. Auch sie wollen mit Sensoren erfahren, ob jemand auf einem Stuhl sitzt. Aber sie denken noch einen Schritt weiter: „Es reicht nicht, wenn wir nur messen, ob auf dem Stuhl Gewicht lastet. Es könnte ja sein, dass darauf niemand sitzt sondern nur ein schwerer Rucksack da abgestellt ist“, so einer der Teilnehmenden.

Nach einer Weile kommt einer auf die Idee: „Lasst uns doch einen zweiten Sensor hier vorne am Stuhl festmachen. Der kann erkennen, ob hier tatsächlich ein Bein steht. Wenn ja, dann sitzt da ein Mensch. Wenn nicht, dann liegt nur etwas Schweres auf dem Stuhl.“

Eine App für die bessere Bibliothek

Ein anderes Team sieht Probleme am Campus vor allem in der Bibliothek und will verschiedene Dienste per App anbieten: „Die verschiedenen Unis könnten online miteinander kommunizieren, ob ein ausgeliehenes Buch woanders noch verfügbar ist. Und wir könnten ein Gerät mit Kamera installieren, an dem die Studierenden Bücher erkennen können. Dann sehen sie, welches Buch sie gerade in der Hand haben und ob es vorbestellt ist.“

„Ach Mist, das kann die Bib doch schon“, kritisiert sein Teamkollege. „Außerdem bräuchten wir dazu eine Bildverarbeitung, das war in meinem Studium ein ganzes Modul. Das schaffen wir nicht in einer Nacht. Man könnte in der App aber auch schauen, welche Sitzplätze frei sind.“

„Oder wir richten ein, dass Geräte alle zehn Sekunden checken, wie gut das Internet an einem Lernplatz gerade ist. Die Studenten, die zum Lernen WLan brauchen, könnten dann an die besten Plätze gehen“, überlegt der Dritte im Team weiter und öffnet parallel schonmal die PowerPoint, mit der sie ihre Idee am Ende vorstellen wollen.

And the Winner is...

Es wird eine lange Nacht. Viele Ideen kommen auf und werden wieder verworfen. Am Ende gewinnt ein Team mit Konzept, das weder Bibliotheken noch Mensen im Blick hat: „Der Gewinner ist Team Too“, gibt Caily bekannt. „Ihre Idee ist ein Konzept, mit dem sie die Qualität der Räume überwachen. Sie messen die Parameter Luftfeuchtigkeit, Lautstärke, CO2-Gehalt und Temperatur. Dann können die Studierenden entscheiden, was ihnen beim Lernen am wichtigsten ist, und danach auswählen, in welchen Raum sie sich setzen wollen.“

Ob die Idee tatsächlich umgesetzt wird, ist noch nicht klar. Aber fest steht: Die Uni ist hackbar. Und das könnte Vieles verbessern.
 

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