Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

STUDIUM & FREIZEIT

–>Mein Campuserlebnis<–

Es ist noch kein Master vom Himmel gefallen

21.01.2020 12:26 - Jacqueline Brinkwirth

Der Beginn eines Studiums bringt eines leider unveränderbar mit sich: den Abschluss. Und auch wenn man versucht, den Ernst des Lebens mit einem Master noch eine Weile hinauszuzögern, steht irgendwann der Anfang vom Ende vor der Tür. Kein Grund zur Panik, sagen die einen. Panik ist voll ok, sage ich.

In den letzten sieben Jahren habe ich die meisten Tage an der Uni verbracht, in Seminaren diskutiert oder bin über Hausarbeiten verzweifelt. Es war eine schöne Zeit und die Entscheidung, nach dem Abitur mein Glück in der akademischen Welt zu versuchen, habe ich seither nicht bereut. Ich möchte nicht nostalgisch werden. Es war schließlich oft genug ziemlich anstrengend, die geisteswissenschaftliche Ausbildung, einen oder mehrere Nebenjobs, Freizeitaktivitäten und meine persönliche Entwicklung unter einen Hut zu bringen. 

Aber ein Vorteil des Studiums war und ist der Freiraum, Dinge auszuprobieren. Beispielsweise, um ins Ausland zu gehen. Mein Erasmus-Semester in Dublin hat mir nicht nur postkartenreife Fotos der irischen Küste geschenkt, sondern mir auch einen klaren Blick auf meine berufliche Zukunft eröffnet. Deswegen habe ich nach meinem Bachelor-Abschluss die Uni gewechselt und einen Master angefangen, der mir hoffentlich die Möglichkeit gibt, genau das zu machen, was ich gern machen würde. 

Mittlerweile sitze ich schon eine ganze Weile nicht mehr in Seminarräumen, meine letzten Leistungen habe ich im März 2019 erbracht. Einen Abschluss habe ich immer noch nicht. Woran das liegt? So blöd es auch klingt, ich habe Angst davor. Denn ebenso groß wie die Aussicht auf Erfolg ist die Chance zu versagen. Und das ist ein ziemlich guter Grund, ein bisschen Panik zu kriegen. Mit 27 Jahren ist das natürlich nicht die erste Situation, die mir Panik bereitet. Und es wird sicher auch nicht die letzte sein. 

Was ich mittlerweile allerdings gelernt habe: Angst kann auch antreiben. Wenn der richtige Moment da ist, ist Angst das, was Menschen über sich hinauswachsen lässt. Was möglich macht, was vorher unmöglich schien. Ich habe lange nicht daran geglaubt, dass ich es schaffe, jemals genug Headspace zu haben, um mich auf meine Masterarbeit zu konzentrieren. Aber die Angst hat mich Dinge umsortieren lassen und dafür gesorgt, dass gerade alle Zahnrädchen ineinandergreifen. Wenn ich morgen meine Masterarbeit anmelde, bedeutet das zwar den Anfang vom Ende meines Studiums, aber es ist ein Anfang. Und anzufangen ist meistens ein Schritt in die richtige Richtung.
 

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