Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

STUDIUM & FREIZEIT

Einblick in die Dunkelkammer

(Foto: Lenz)

04.07.2014 16:00 - Lorenza Kaib

Seit dem 13. Juli wird im Folkwang Museum die Ausstellung (Mis)Understanding Photography von Florian Ebner, Leiter der fotografischen Sammlung im Folkwang Museum, ausgestellt. Nur eine weitere Fotoausstellung? Nein. Ein Garten im Museum, 14 hölzerne Würfel, die wie riesige aufgeschlagene Bücher im Raum stehen und die Mitmachaktion „Wall Of You- Dein Leben in einem Bild“ sprechen eine andere Sprache. Diese Ausstellung ist sehenswert - für Laien wie auch für Foto-Nerds.

Wie der Untertitel „Werke und Manifeste“ schon andeutet, besteht die Ausstellung aus zwei miteinander verknüpften Teilen. In beiden wird sich mit dem Medium Fotografie auseinandergesetzt. In dem Teil Werke wird dieses in bildlicher Form thematisiert, während bei den Manifesten die Künstler*innen zu Wort kommen. Insgesamt beinhaltet die Ausstellung Werke von 78 Fotograf*innen aus den 1960er Jahren bis heute und 58 Manifeste von Einzelpersonen oder Kollektiven. Diese beschäftigen sich mit dem Aufkommen der Fotografie vor offiziell 175 Jahren bis hin zu aktuellen Positionen, wie beispielsweise der von Alfredo Jaars „You do not take a photograph, you make it“ von 2013.

„Du hast den Farbfilm vergessen, mein Michael“

Bei der Auseinandersetzung mit dem Medium der Fotografie geht es um technische sowie inhaltliche Aspekte. Eigenschaften von analogen wie digitalen Bilderstellungsprozessen werden thematisiert, wie auch die Frage nach dem Bezug des Fotos zur Realität. So ist der Fotograf John Hilliard etwa mit drei Serien vertreten. In „Untitled (She Observed Her Reflection In The Glass)“ von 1976 ist das zentrale Thema die Bedeutung der Fokussierung beim Fotografieren für das spätere Bild. Hier sind drei vom Bildaufbau identische Fotos zu sehen, die jedoch aufgrund abweichender Fokuspunkte komplett unterschiedlich wirken. Auch der Einzug der digitalen Fotografie wird von Künstler*innen in ihren Arbeiten aufgegriffen. Der Berliner Adrian Sauer widmet sich dabei ebenfalls dem technischen Aspekt, während der Tscheche Pavel Maria Smejkal in seinen „Fatescapes“ inhaltlich darauf eingeht, was im Bild zu sehen ist – oder eben auch nicht. Er retuschiert das Wesentliche aus allgemein bekannten Fotografien wie dem des vietnamesischen Mädchens, welches von Napalm verbrannt wurde oder des fallenden Soldaten aus dem zweiten Weltkrieg mittels Photoshop heraus.

Bemerkenswert sind auch die verschiedenen Präsentationsformen, die für die Fotografien gewählt wurden. So befindet sich das Leporello „Every Building On The Sunset Strip“(1977) von Fotograf Ed Ruscha aufgefaltet in einer extra dafür angefertigten Vitrine, wohingegen Michael Snows Künstlerbuch „Cover To Cover“(1975), welches in seiner Bildabfolge schon beinahe filmisch eine Erzählung entstehen lässt, in einem Video durchgeblättert und so präsentiert wird. Eine neuartige Ausstellungsform wurde für Erik Kessels „Mother Nature“ entwickelt: Im Museum selbst wurde ein Garten angelegt, in dem die Bilder einfügt sind. Bei diesen handelt es sich um Amateuraufnahmen von Frauen in der Natur, die von ihren Ehemännern aufgenommen wurden.

Gefangen im Bücherwald

Den Kern der Ausstellung „(Mis) Understanding Photography“ bilden jedoch die 14 Würfel, auch Kuben genannt, auf denen die Manifeste angebracht sind. An die Wände sind Vergrößerungen von Buchseiten aus den theoretischen Abhandlungen gepinnt, in den kleinen Vitrinen befinden sich Fotografien der Verfasser*innen. Die Textflut in der Foto-Ausstellung kann man kritisieren, so meint Besucherin Isabell: „Man ist leicht überfordert von der Fülle an Informationen.“ Jedoch kann sie am Ende resümieren: „Die Überforderung ist aber auch positiv, man wird nicht erschlagen sondern vielmehr gelockt von der Vielzahl der unterschiedlichen künstlerischen Positionen.“ Studentin Chi war anfangs ebenfalls skeptisch, was das Ausstellungskonzept angeht, zum Schluss ist sie dann doch zufrieden: „Durch die Manifeste kann man einen anderen Aspekt der Fotografie für sich entdecken oder die Fotos einfach wie sonst auch genießen.“ Und Fotostudentin Helena ergänzt: „Es ist wirklich eine schöne Ausstellung, die aber auch wahnsinnig komplex ist. Ich werde deswegen noch öfters hierher kommen.“ Die Ausstellung läuft noch bis zum 17.08 im Folkwang Museum.

Kulturticket: Bald auch in Duisburg

Zu Beginn des Sommersemesters erreichte kulturaffine Studierende eine gute Nachricht: Der AStA führt das Kulturticket auch in Duisburg ein. Ab Mai können Studierende der Universität Duisburg-Essen (UDE) für einen Euro in den Duisburger Theaterbetrieben Tickets für Aufführungen erwerben. Die Kooperation besteht zwischen der . Am Theater am Marientor erhalten Studierende keine Vergünstigung. Wer schon im Besitz des Kulturtickets ist, muss kein neues beantragen, um auch in Duisburg Kulturveranstaltungen zu besuchen: Die Registration erfolgt beim Kauf der ersten Karte direkt an der Theaterkasse. Genau wie in Essen, können diese ab sieben Tage vor einer Veranstaltung reserviert werden.
 

AStA spricht über Awareness-Konzept

Auf der vergangenen AStA-Sitzung am 8. Mai stellte das Referat für Sozialpolitik ein Awareness-Konzept für eine sichere Party vor.
 

Kritik auf dem Teller

Beim Mensa-Stammtisch konnten Gäste der Duisburger Mensa Kritik üben und Fragen an Küche und Studierendenwerk stellen.
 
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