Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

STUDIUM & FREIZEIT

Ein Tropfen auf den heißen Stein?

Mit einer Frau im 50ies-Look kündigt das Studierendenwerk der UDE die BAföG-Erhöhung an (Foto: lenz)

12.07.2016 11:43 - Lorenza Kaib



Sieben Prozent mehr – das haben ab dem kommenden Wintersemester alle Studierenden mit Anspruch auf das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) in der Tasche. Die Erhöhung ist Teil der im Dezember 2014 vom Bundesrat beschlossenen 25. BAföG-Novelle. Darin ebenfalls enthalten sind Erleichterungen für Studierende im Übergang vom Bachelor- zum Master-Studium und Studierende mit Kindern. Doch woher kommen diese sieben Prozent und handelt es sich wirklich um Verbesserungen? 

„Das BAföG wird sichtbar reformiert. Schüler und Studierende sollen künftig sieben Prozent mehr Geld erhalten. Der Kreis der Empfänger wird erweitert“, so bewirbt das die Änderungen.

Sechs Jahre, so lang gab es keine Änderungen an den Förderungssätzen. Ein langer Zeitraum, findet auch Johanne Peito, Pressesprecherin vom . „Die Studierendenwerke begrüßen die 25. BAföG-Novelle, fordern aber eine regelmäßige Erhöhung der BAföG-Bedarfssätze und Freibeträge. Ein Zeitraum von sechs Jahren ist zu lang“ , äußert sie sich zu den Änderungen. Jetzt steigt der Maximalfördersatz von Studierenden, die noch zu Hause wohnen, von 495 auf 537 Euro. Studierende, die nicht mehr bei ihren Eltern wohnen, erhalten ab dem Wintersemester 2016/2017 statt maximal 670 Euro einen Betrag von 735 Euro. Von der Novelle profitieren auch Studierende mit mehr als einem Kind: „Wer im Studium bereits Kinder hat, bekommt nun für jedes Kind einen Zuschlag von 130 Euro für die Betreuung. Bisher waren es 113 Euro für das erste und 85 Euro für jedes weitere Kind. Der Zuschlag soll dabei helfen, Ausbildung und Kindererziehung besser zu vereinbaren. Der Krankenversicherungszuschlag steigt von 62,00 Euro auf 71,00 Euro und der Pflegeversicherungszuschlag von 11,00 Euro auf 15,00 Euro“, so Peito.

GEW für Strukturreform 

Für die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) geht die Novelle nicht weit genug: Sie fordert statt kleinen Verbesserungen eine Strukturreform. „Ein Studium darf kein Privileg Weniger sein, sondern muss allen offen stehen, die eine Hochschulzugangsberechtigung erworben haben – egal, woher sie kommen und ob sie wohlhabende Eltern haben oder nicht. Dafür brauchen wir eine starke Ausbildungsförderung durch ein reformiertes BAföG“, so liest es sich auf ihrer des BAföG ein. Dabei sollen die Fördersätze kontinuierlich an die allgemeine Einkommensentwicklung und Lebenshaltungskosten angepasst werden. Weitere Forderungen der Gewerkschaft sind die Abschaffung des Darlehensanteil im BAföG, „damit junge Menschen aus finanzschwachen Elternhäusern nicht länger mit einem Schuldenberg ins Berufsleben starten müssen“ und dass die Förderung künftig elternunabhängig vergeben wird.

Immer mehr Studierende nicht förderungswürdig

Steigendes Lohnniveau bei seit 2010 unverändert gebliebenen Elternfreibeträgen führte dazu, dass immer mehr Studierende ihren Anspruch auf BAföG verloren. Das Statistische Bundesamt und die Bundesregierung schätzte 2015 die Zahl der betroffenen Schüler*innen und Studierenden auf 130.000. „Die Erhöhung greift nicht nur zu kurz, sondern kommt auch zu spät. Statt die überfällige BAföG-Reform zu verschleppen, muss Schwarz-Rot jetzt nachjustieren und die Weichen für eine schnellstmögliche und wirksame Verbesserung der Ausbildungsförderung stellen“, , stellvertretender GEW-Vorsitzender und Hochschulexperte, bereits im Oktober 2015. Das Studierendenwerk der UDE befindet im Hinblick darauf die kommenden Änderungen ebenfalls nicht für ausreichend: „Das BAföG müsste regelmäßiger an die Entwicklung von Preisen und Einkommen angepasst werden. Eine Erhöhung pro Legislaturperiode reicht nicht aus, so die Position der Studierendenwerke.“ Die Elternfreibeträge steigen jetzt mit den Fördersätzen zwar ebenfalls um sieben Prozent, da bisher jedoch nicht feststeht, wann es zu einer neuen Anpassung des BAföGs kommen wird und wie sich in der Zeit die Löhne entwickelt haben werden, kann man die Sinnhaftigkeit dieser Maßnahme durchaus in Frage stellen.

BAföG neu denken 

Die GEW und die Studierendenwerke setzen sich dafür ein, dass das BAföG in alle europäischen Staaten, in denen die Bologna-Reform greift, verwendet werden kann. Weitere Forderungen sind laut Peito die Abschaffung der Altersgrenzen, die Erhöhung der Förderungshöchstdauer auf Regelstudienzeit plus zwei Semester, BAföG auch für Teilzeit-Studierende und ältere Studierende, längerer BAföG-Bezug bei Gremientätigkeit an der Hochschule und die direkte Auszahlung des Kindergelds an Studierende. „Außerdem fordert das Deutsche Studentenwerk eine gemeinschaftliche Lösung aller Bundesländer beim e-BAföG (digitales BAföG-Verfahren). Ab 1. August 2016 ist der BAföG-e-Antrag in allen Bundesländern Pflicht. Allerdings hat bisher nur Hessen das e-BAföG umgesetzt. Die elektronische Beantragung muss für Studierende einfacher werden“, so die Pressesprecherin vom Studierendenwerk der UDE. Es bleibt also noch viel Spielraum für wirkliche Reformen.

Master-Studierende müssen Vorrang haben

Nach der beinahe schon provinziellen Menschenleere an den Campussen in der vorlesungsfreien Zeit, drängen wissensdurstige Studierende wieder in die Seminarräume. Während sich die Einen wohlbehütet in den oftmals bunker-ähnlichen Räumlichkeiten der akademischen Bildung widmen können, ist Anderen der Seminarplatz nicht sicher. Gerade in den Geisteswissenschaften gibt es immer wieder das Problem, dass viele Studierende beim -Lotto kein Glück hatten und auf das Erbarmen der Dozierenden hoffen oder in universitären Hunger Games um den ersehnten Kursplatz kämpfen müssen.
 

Queens of Rock’n’Roll

Frauen sind in der Rockmusik stark unterrepräsentiert. Obwohl Stars wie Joan Jett, Suzi Quatro oder die Runaways schon in den 70er Jahren zeigten, dass Frauen mindestens genauso gut rocken können wie Männer. Über die Hürden, die Frauen nehmen müssen, um sich im oftmals männerdominierten Rock’n’Roll zu behaupten, haben Joachim Hiller, Chefredakteur des , mit der akduell gesprochen.
 

10 Gründe, warum die UDE toll ist

Die Campuswiese: Hier könnt ihr in den Freistunden oder nach Feierabend noch ein kühles Bier genießen, sonnenbaden oder mit der Fachschaft grillen. Campus-Uni: Ihr müsst nicht erst die halbe Stadt durchqueren, um zum nächsten Seminar zu gelangen. Der wenigen Außenstandorte sei Dank. Einzigartige Studiengänge: Die UDE bietet mehr als 230 Studiengänge. Studierende des Maschinenbaus können sich zum Beispiel in Schiffs- und Offshoretechnik ausbilden lassen.
 
Konversation wird geladen