Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

STUDIUM & FREIZEIT

Ein Labor im besten Sinne

11.12.2014 13:20 - Lorenza Kaib



Mitten im Union Gewerbehof im Dortmunder Westen befindet er sich, der Projektraum Fotografie. Das Angebot reicht von Ausstellungen über Workshops bis hin zur Möglichkeit, selbst Filme zu entwickeln und analoge Abzüge zu erstellen. Die Öffnungszeiten variieren, bei der gerade zu Ende gegangenen  Ausstellung konnten Besucher*innen immer donnerstags zwischen 16 und 20 Uhr oder nach Absprache vorbeischauen.

Von der Haltestelle Ofenstraße ist es nur noch ein Katzensprung, doch der Ort liegt so gut versteckt, dass Fotointeressierte ein wenig suchen müssen. Angekommen, stellt sich heraus, dass der Projektraum tatsächlich – auf den ersten Blick – aus einem Raum besteht. Um eine Säule gruppieren sich in der Raummitte drei Arbeitsplätze mit Rechnern, auf der Fensterbank liegen Postkarten von vorangegangenen und aktuellen Ausstellungen aus, in einer Ecke steht ein einsamer Vergrößerer für Negative.

Doch was bedeutet eigentlich Projektraum?

Die beiden Gründer des Projektraumes sind vor Ort und arbeiten. Gerhard Kurtz und Daniel Sadrowski lernten sich während ihres Kommunikationsdesignstudiums an der FH Dortmund kennen. 2006 gründeten sie eine Ateliergemeinschaft in Dortmund, doch das war ihnen nicht genug. „Wir hatten die Idee, dass wir mehr machen wollen, als zusammen vorm Computer zu sitzen und zu arbeiten“, erläutert Sadrowski. Neben der Möglichkeit zur gemeinsamen Arbeit sollten in der neuen Räumlichkeit auch öffentliche Veranstaltungen umgesetzt werden können, so die Idee der beiden. 2010 fanden sie mit dem Gebäude an der Huckarder Straße den passenden Ort für ihr Konzept und richteten sich ein: „Wir haben hier unsere Arbeitsplätze, ein Labor und eine kleine Bibliothek mit Fotobüchern“, so Sadrowski. Derzeit besteht die Formation aus den beiden Gründern sowie Eisenhart Keimeyer und Donja Nasseri, die sich beide zurzeit noch im Studium befinden.

„Wir sind kein Kunstverein, aber auch kein Museum oder gewerbliche Galerie“, stellt Gerhard Kurtz klar. Bei ihrem Ort gehe es vor allem um Kommunikation und Austausch zwischen Fotografieinteressierten. Neben den Ausstellungen werden dort auch Workshops und Mappenberatung angeboten. Alle sechs Wochen findet der fortlaufende Kurs „Bilder – Bücher, Vom Einzelbild zum Buch, Vom Sammeln zum Ordnen“ statt. In der Gruppe lernt man, die eigene Bilderflut zu sichten und zu sortieren. Die Mappenberatung soll Bewerber*innen für künstlerische Studiengänge und Jobs weiterhelfen und findet im Einzelgespräch statt. Wer gern analog fotografiert, weiß um die Schwierigkeit, im 21. Jahrhundert ein gutes Fachlabor zur Entwicklung der belichteten Filme und zum Erstellen der Abzüge zu finden. Im Projektraum kann man selbst Hand anlegen. „Wir haben hier einen Vergrößerer, mit dem man Schwarz-Weiß und Farbe vergrößern kann, eine kleine Entwicklungsmaschine für Farbabzüge und Schalen zur Entwicklung der schwarz-weiß Fotografien“, erklärt Sadrowski. Viele Künstler*innen ziehen der digitalen Fotografie noch immer die analoge vor und wissen die Möglichkeiten, die der Projektraume bietet, zu schätzen, erzählt Kurtz.

Building Pictures

„Bei Ausstellungseröffnungen räumen wir unsere Arbeitsplätze natürlich weg, dann ist der Raum fast leer“, erzählt Sadrowski. An den Wänden hängen Bilder, die in ihrer Abstraktheit die Grenze zwischen Fotografie und Malerei teilweise verschwimmen lassen. Der Titel der vergangene Woche beendeten Ausstellung Building Pictures lässt bereits erahnen, dass die dort gezeigten Fotografien nach einem zugrunde liegenden Konzept konstruiert wurden und es sich nicht etwa um Schnappschüsse handelt. Vier Künstler*innen zeigten ihre Arbeiten. Christian Rätschs Fotografien seiner Installationen zeigen Büromaterialien wie Papier und Stifte, die zu schweben scheinen und dabei jederzeit den Halt verlieren könnten. Tamara Lorenzs Arbeit „Edition“, die auch auf dem Ausstellungsflyer abgebildet ist, besteht aus fotografierten bemalten Holzstäben und deren Schatten. Übertragen in die Zweidimensionalität des Bildes wirkt sie durch die Flächigkeit und grafischen Anteile wie ein konstruktivistisches Gemälde. Derzeit plant die Formation weitere Ausstellungen. „Es gibt eine feste Sache, die im Mai stattfinden soll: Oliver Sieber und Katja Stuke, ein Düsseldorfer Künstlerpaar, wollen hier ausstellen“, so Sadrowski. Kuntz ergänzt, dass sich der Projektraum etabliere und mittlerweile ein begehrter Ausstellungsraum sei. Außerdem setzen sich die vier dafür ein, dass aus dem Projektraum ein gemeinnütziger Verein wird.

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