Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

STUDIUM & FREIZEIT

–>Mein Campuserlebnis<–

Ein Gespenst namens Klausurenphase

02.03.2020 17:06 - Anna Riemen

Wenn in der WhatsApp-Gruppe alle fünf Minuten jemand nach Schmerztabletten schreit und der Gemeinschaftsraum statt einer Partylocation eher einem Altersheim ähnelt: Dann geistert die Klausurenphase durchs Wohnheim. 

Es ist kurz nach Mitternacht, als lautes Klopfen und Rufe die Stille der Nacht in einem der Essener Studiwohnheime durchbrechen. Verschlafene Gestalten erscheinen in den Türrahmen entlang des Flurs. Normalerweise sind hier alle recht entspannt. Normalerweise. „Ich wohne unter dir und höre dein Bett seit Stunden! Schluss jetzt, morgen früh schreibe ich Klausur!“, brüllt eine Mitbewohnerin durch die geschlossene Tür eines*r Nachbar*in. „Der Spuk geht wieder los“, denke ich, während ich wieder im Bett verschwinde. Alle halbe Jahre wieder geht ein Gespenst im Wohnheim um: Die Klausurenphase. Über Nacht vergreist die studentische Hausgemeinschaft abrupt. Im Gemeinschaftsraum wird normalerweise gekickert, vorgeglüht und auf der Couch ferngesehen. Nun haben ihn schweigsame, blasse Gestalten erobert, die bis tief in die Nacht vor ihren Laptops sitzen.

Der einzige Alkohol wird von einem Krisengipfel aus MINT-Studierenden in einer Ecke konsumiert. Leise sprechen sie sich gegenseitig Mut für den Zweitversuch zu. Eine Mitbewohnerin betreibt Insiderhandel mit linierten, randlosen Karteikarten, die heiß begehrt sind. Neben ihr kleben sich Leute gegenseitig Wärmepads auf ihre vom Lernen schmerzenden Rücken und reiben sich die verspannten Schultern mit Salbe ein. Studierende, die in die Heimat fahren, schenken ihr Essen denen, die zu beschäftigt zum Einkaufen sind. Wenige Wochen später wird es wieder sein, als habe das Gespenst nie existiert – bis zum Ende des nächsten Semesters.
 

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