Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

STUDIUM & FREIZEIT

E-Scooter sind die neue Pest der Innenstädte

Ein Anblick, der nervt.
[Foto: Jacqueline Brinkwirth]

11.11.2019 12:49 - Jacqueline Brinkwirth

Sie versprechen eine unkomplizierte Alternative zu Auto und öffentlichen Verkehrsmitteln zu sein – zumindest für kurze Strecken. Elektroroller von Lime, Circ und Tier werden in vielen deutschen Großstädten an bestimmten Knotenpunkten angeboten. Die Vernetzung ist gut, die Nutzung auch. Genau das ist das Problem.

Erwachsene Menschen auf kleinen Elektrorollern sind ein Anblick, der mittlerweile fest ins Stadtbild integriert ist. Seit die Scooter mit Stromantrieb im Juni 2019 auch in Deutschland eine Straßenzulassung bekommen haben, findet man in immer mehr Städten Roller von verschiedenen Anbietern. Denn das Geschäft mit den unscheinbaren Vehikeln boomt. Eine Sache, auf die sich Unternehmen in der modernen Welt immer verlassen können: die Faulheit der Menschen ist beinahe grenzenlos. E-Roller sollen keine

Konkurrenz für den Langstreckenverkehr darstellen. Dafür sind die Preise zu hoch und die Infrastruktur der Innenstädte nicht angepasst. Lime, Circ und Co. spekulieren auf die Kurzstrecke: Den 10-minütigen Weg vom Bahnhof nach Hause, den Besuch bei Bekannten, die eigentlich nur um die Ecke wohnen. Es stellt sich jedoch die Frage, warum man diese Strecken dann nicht einfach zu Fuß gehen sollte. Einen eingebauten Regenschutz haben die Scooter nämlich nicht. Und per pedes unterwegs zu sein ist nebenbei bemerkt auch noch deutlich umweltfreundlicher. 
„Unlock life“ ist einer der Werbeslogans. Inwiefern das Leben auf dem Roller erschlossen werden kann, bleibt mir allerdings ein Rätsel. Zugegeben, ich kann die Nützlichkeit solcher Gefährte in Großstädten wie Berlin oder Brüssel durchaus anerkennen. Im Sommer Sightseeing auf einem Roller machen zu können, ohne die Hotspots zu Fuß abgrasen zu müssen, erscheint auch mir recht attraktiv. Gleichzeitig erlebt man eine Stadt aus der Flaneur-Perspektive doch ganz anders als nur im Vorbeifahren. 
Was mich eigentlich wirklich nervt, ist die Rücksichtslosigkeit mit der die weit verteilten Parkzonen für E-Roller genutzt werden. Auf einem Gehweg inklusive Grünstreifen (der ebenfalls zur Parkzone gehört) werden die Roller mit 99 prozentiger Sicherheit mitten auf dem Gehweg abgestellt. Oder auf ohnehin schon schmalen Fußgängerinseln. Oder einfach auf einer Wiese im Park abgelegt. Generell zeigen viele Menschen ein sehr großes Ego, wenn sie auf einem solchen Roller unterwegs sind. Bis zu 20 km/h Geschwindigkeit erlauben nicht automatisch, sich wie ein Arschloch zu verhalten und alle Fußgänger*innen über den Haufen zu fahren.
Worauf ich mich allerdings freue: E-Scooter-Fahrer*innen auf nassem Laub oder Eisglätte rutschen zu sehen – eine Erziehungsmaßnahme der Natur, um die Roller demnächst vielleicht lieber stehen zu lassen.

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