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STUDIUM & FREIZEIT

Digitales Semester: Zum Verzichten

Vorlesungssaal, Bibliothek und Campus für drei Monate. [Foto: pixabay.com]
31.07.2020 11:14 - Erik Körner

Das erste digitale Semester an der UDE ist vorüber. Auslaugende drei Monate für unseren Redakteur – obwohl seitens der Uni keine Fehler gemacht wurden.

Bisher waren meine Erfahrungen mit dem digitalen Auftritt der UDE gemischt. Vor allem die Prüfungsanmeldung via HisInOne hat mich oft an den Rand einer Krise gebracht. Allen Befürchtungen zuwider im digitalen Semester alles richtig gemacht, was sie hätte richtig machen können. Mit Ausnahme einiger weniger Serverarbeiten hatte ich nie Probleme, auf meine Kurse zugreifen zu können. Vereinzelt kam es zu Turbulenzen während Videokonferenzen. Doch das lag an den schwankenden Internetverbindungen der Teilnehmenden, nicht an den Uniservern. Ebenso war ich von meinen Dozierenden beeindruckt. Der Großteil meinte, sie hätten nur wenige Tage Zeit gehabt, ihre Kurse auf einen exklusiv digitalen Unterricht umzustellen. Ohne dieses Wissen wäre es mir wahrscheinlich nie aufgefallen.

Zu Hause ist auch nicht besser

Mein innerer Schweinehund war der einzige Grund meiner Schwierigkeiten. Bis zum Ende des Semesters ließ er sich nicht anleinen. Schon nach einem Monat Online-Uni verschwammen die Tage zu einer teerartigen Masse. Seminare ohne Videositzungen habe ich binnen weniger Wochen keine Beachtung mehr geschenkt. Ich sah keinen Grund, pünktlich vorm PC zu sitzen, nur um schweigend Folien abzuschreiben. Stattdessen habe ich den Stoff an einigen Wochenenden auf einmal zusammengefasst. Veranstaltungen mit Videositzungen hingegen glichen Konzentrationstest. Vielleicht liegt es nur an mir, aber: Vorm Bildschirm so konzentriert wie an Präsenzveranstaltungen zuzuhören, ist eine Herkulesaufgabe. Verlockend lächelten die Ablenkungen. Vor allem, weil mich niemand von ihnen fernhalten kann, außer mir selbst. Ich bin nicht gut darin, ihrem Lächeln zu widerstehen. Irgendwann habe ich begonnen, beispielsweise Videos über PC-Zubehör nebenbei zu schauen. Wusstet ihr, dass selbstgebaute mechanische Tastaturen über 1000€ kosten können? Ich weiß es jetzt. 

Ich vermisse den Campus und wünschte, ich könnte ihn schon im November wiedersehen.

Mein Zimmer begann sich langsam kriechend zu einem Arbeitsort zu verwandeln. Erst verschlang es mein Zeitgefühl, danach mich. Ich hatte nicht das Gefühl, noch Abstand von der Uni bekommen zu können. Dass mein Job auch aufs Home Office verlegt wurde, hat nicht geholfen. Die meisten meiner Hausaufgaben habe ich so zähnefletschend wie lieblos eine Stunde vor der Abgabe zusammengeschrieben. Ich vermisse den Campus und wünschte, ich könnte ihn schon im November wiedersehen – auch wenn die bis dahin kahlen Bäume und der chronische Mangel an Sonnenstunden mich wahrscheinlich deprimieren würden. Immerhin weiß ich jetzt, was in knapp drei Monaten wieder auf mich zukommen wird. Hoffentlich finde ich bis dahin einen Weg, mich mit der Isolation zu vertragen.
 

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